Mutter in der Ballonfabrik

6. Dezember / cl Endlich dürfen in der Ballonfabrik die rauchdichten Brandschutztüren für Konzerte geöffnet werden. Die Behörden erteilten für zunächst zwei Wochen gültige Sondergenehmigungen. So konnten am 2. Dezember die Indie-Bands Valina und Mondo Ray aus Österreich den Startschuss für künftig viele bunte Live-Auftritte aus unterschiedlichsten Musikgenres geben.

Am Donnerstag den 9. Dezember soll es laut, brachial, aber auch zart werden, wenn Mutter, die „Härteste Band Deutschlands“, wie sie gerne in den 80ern betitelt wurde, ihr neues Album „Trinken Singen Schießen“ in Augsburg vorstellt. Die Musik von Mutter ist schwer einzuordnen, hat aber Berührungspunkte mit der Hamburger Schule – wie auch Tocotronic, Blumfeld und Die Sterne – die sich durch die Verwendung deutschsprachiger Texte, mit oft hohem intellektuellen Anspruch auszeichnet. Gesellschaftskritik kommt dem Bandleader Max Müller beispielsweise über die Lippen, wenn er in Songs wie „Die Alten hassen die Jungen“ singt: „…Wenn man nicht mehr verstehen will, ist der Rückschritt nicht mehr weit entfernt, bis die Jungen die Alten sind.“
Der 1963 in Wolfsburg geborene Max Müller war sogar zur Gründung der Berliner Band Die Ärzte 1981 als viertes Bandmitglied (Sänger) vorgesehen, erschien allerdings bei keiner einzigen Probe.
Für Mutter singt und textet Müller nur in seiner Muttersprache. Sie ist für ihn ein entscheidendes Ausdrucksmittel um seinen existentialistischen, mitunter schmerzhaft abgründigen Gedanken Ausdruck zu verleihen.

Seit über 24 Jahren glänzt die Berliner Band Mutter am Firmament der deutschen Musiklandschaft, kommt allerdings über den Geheimtipp-Status nicht hinaus.
Mutter wurde in einem Berlin der 80er Jahre geboren, wo es noch für eine Mark Eintritt, Konzerte in Privatwohnungen gab und die Punkszene florierte. Wir freuen uns auf einen Hauch aus dieser Zeit – wenn Mutter am Donnerstag den 9. Dezember ab 20.30 ihre Musik in der Ballonfabrik zum Besten gibt.


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