Knabenchor

3. Dezember / Was wäre die Adventszeit in Augsburg ohne die Auftritte der Domsingknaben. Den Auftakt bilden die traditionellen Weihnachtskonzerte am 4. und 5. Dezember im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses. Zwei Wochen später gibt es die Kantaten I und II aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach in der Heilig- Kreuz-Kirche.

www.augsburger-domsingknaben.de

Ungawa

29. November / Neuigkeiten gibt’s, die sind gar keine. Der ehemalige Plattenladen- Prototyp Ungawa hat nach trauriger Schließung und viel Vermissen seit 15. November in neuer Form wiedereröffnet, und zwar im ersten Stock von Cover Records in der Barfüßerstraße. Auf kuscheligen 15 qm wird Tonfachangestellter Steff Decker teilweise sogar selbst verkaufen. Ein Knüller! Geöffnet ist unter der Woche bis 18 Uhr, am Samstag bis 15 Uhr.
www.ungawa.de

Stille Farbigkeit
Kunst kann sich dem Betrachter öffnen wie auch verschließen

29. November / cl Selten spricht Kunst den Betrachter auf so unterschiedliche Art und Weise an, wie in der 62. Grossen Schwäbischen Kunstausstellung des BBKs (Berufsverband Bildender Künstler), die bis zum 23. Januar in der Toskanischen Säulenhalle des Zeughauses in Augsburg zu besuchen ist. Das mag daran liegen, dass man sich schwer dabei tut einen thematischen Rahmen zu spannen, da die Exponate so mannigfaltig in jeder Hinsicht – sei es Material, sei es Gattung, seien es die Themen – sind. Für den ratlosen Kunstbetrachter kann bei den insgesamt 85 Werken, von 69 Kunstschaffenden, aber die Aussage des Kurators Norbert Kiening einen thematischen Rahmen setzen. Dieses Jahr seien die Werke melancholischer als in den Ausstellungen vergangener Jahre. Dies zeichne sich durch reduzierte Farbgebungen und Darstellungen des Alltäglichen aus. Der Blick auf das Kleine, weg vom Großen spiegle laut Kiening eine momentane gesellschaftliche Entwicklung des Rückzugs wieder. Eine neue Spielart des Biedermeier in der Schwäbischen Kunst?

Betrachtet man das Objekt „Verwunschen – Möglicherweise“ der Friedberger Künstlerin Brigitte Kronschnabel, vermag man den Rückzug aus der Welt in diesem Gebilde aus Fließ, Fäden und Wolle durchaus wahrzunehmen. Nicht das große wagen, sich auf das kleine Glück besinnen. Dieses Thema springt dem Beobachter des Bildes „Letztes Knödelessen mit Marie“ förmlich ins Auge. Der Nannhofer Künstler Stefan Juttner stellt hier eine alte Frau beim Knödelformen dar, die aufmerksam von ihrem Enkel beobachtet wird.
Den Blick ins Intime gewährt die Augsburger Künstlerin Claudia Geßner, die in der Installation „Kein Tag wie der andere. 366 Seelenskizzen“ auf Holz- und Plastikbrotzeitbrettchen jeden Tag des Schaltjahres 2008, ein Brettchen beschrieben, beklebt oder bemalt hat und so dem Besucher der Ausstellung ihr ganz persönliches buntes Jahr vergegenwärtigt. Ein Kunstwerk in das man sich lange vertiefen kann und doch nie alles entdecken wird.
Johannes Rößle aus Peiting zeigt in seiner Skulptur „Gleis 1 – 7“ den einsamen modernen Menschen, der völlig isoliert von Gleis zu Gleis auf seinen jeweiligen Zug wartet. Die ständige Mobilität ist ihm gemeinsam, allerdings ist jeder für sich alleine in seinem Warten, im ewigen Strom der bewegten modernen Zeit.
Neben Malerei, Installation, Objekt und Skulptur glänzen ausgestellte Video-Abreiten dreier Künstlerinnen. In allen agieren die Kunstschaffenden auch als Akteure. So sieht man die Performerin Ruth Srähhuber aus Stefansberg in ihrem Video „Gold schmeckt lecker“ eine Maske aus Goldschokolade von ihrem Gesicht essen. Eine Auseinandersetzung mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft oder einfach nur ästhätisches Kameraspiel – diese Interpretation bleibt dem Besucher der Schau überlassen.
So lohnt der Besuch der diesjährigen Großen Schäbischen Kunstausstellung 2010 im Zeughaus auf alle Fälle. Neben manch Durchschnittlichem sind durchaus einige Glanzstücke zu entdecken.
Zusätzlich kann im Abraxas die Sonderausstellung „Portraits“ besucht werden, dort präsentieren sieben weitere Künstler ihre Werke.
Für acht Euro wird ein repräsentativer Kunstkalender angeboten, in dem von allen ausstellenden KünstlerInnen ein Kunstwerk abgebildet ist.

www.kunst-aus-schwaben.de

Märchenwelten

24. November / Die neue Sonderausstellung des Augsburger Puppentheatermuseums »Die Kiste « vereint bis zum 1. Mai 2011 Kinderträume, Geschichtliches und Marionettentheater. Hunderte von königlichen Marionetten der Augsburger Puppenkiste werden in Burgen und Schlössern präsentiert. Highlights sind reale Exponate, wie Kinderspielzeug des Märchenkönigs Ludwig II. oder die Originalkostüme und Requisiten des deutsch-tschechischen Märchenkultfilms »Drei Haselnüsse für Aschenbrödel«.

www.augsburger-puppenkiste.de

Die kleine Hexe

23. November / Bunt und aufgedreht inszeniert Regisseurin Lilli-Hannah Hoepner das diesjährige Weihnachtsstück »Die kleine Hexe« im Augsburger Theater. Um bei der nächsten Walpurgisnacht teilnehmen zu können, muss sich die kleine Hexe einem Prüfungsjahr unterziehen. Mit ihrem Raben Abraxas hilft sie, wo sie nur kann, gegen Ungerechtigkeit und Bosheit. Aber ist sie dadurch am Prüfungstag eine »gute« Hexe? Wenn Zauberei im Spiel ist, knistert, knallt und blitzt es auf der Bühne. Selale Gonca Cerit als kleine Hexe, die temperamentvoll, auf der Bühne tanzt, scheut sich nicht, das junge Publikum auf ihre abenteuerliche Reise mitzunehmen. Dabei steht ihr ein aufmerksamer Ulrich Rechenbach als Rabe Abraxas mit Rat und Tat zur Seite. Toomas Täht glänzt in vielen Nebenrollen. Das farbenfrohe Kinderstück ist bereits restlos ausverkauft. www.theater.augsburg.de

Unmögliche Liebe

23. November / Peter Dempfs Musiclett »Jetzt ist er tot, der Hund!« mit Musik von Wolfgang Lackerschmid findet am 13. November als 30. Uraufführung auf der Bühne des S’Ensemble-Theaters statt. »Musiclett « nennt Peter Dempf diese Kleinform des Musicals, bei der lediglich eine Sängerin sowie ein Musiker ihre Künste zum Besten geben. Dempfs Stück, das unter der Regie von Sebastian Seidel inszeniert wird, blickt von den 1950er-Nachkriegsjahren auf die Zeit des Ersten Weltkriegs zurück. Paula Banholzer (Stefanie Schlesinger), einstige Geliebte Brechts und Mutter des gemeinsamen Sohns Frank, erzählt von ihrer Vergangenheit und ihrer unglücklichen Liebe zu dem jungen Schriftsteller. Viele dieser Eindrücke zeichnen ein unvergängliches Bild von unerfüllter Liebe und Entscheidungen, die ein Leben prägen. Weitere Aufführungen sind am 3., 4., 10. und 11. Dezember, jeweils um 20.30 Uhr.

www.sensemble.de

Princes Chameaux

23. November / Erfreulicherweise durfte das Jean Stein für drei Konzerte Ende November noch einmal seine Pforten öffnen. Nach ihrem ersten großartigen Auftritt in Augsburg im Jean Stein, folgte nun nach wenigen Monaten gleich ein Zweiter: Am 19. November gab die Pariser Rockn´Roll Chanson Band Princes Chameaux erneut ein energievolles Konzert. Erst in Metro-Stationen, später in unzähligen Bars und Kneipen, erspielten sie sich einen respektablen Bekanntheitsgrad auch über Frankreichs Grenzen hinaus. Die vier Musiker beherrschten es bravourös ihr Publikum zu erspielen. Instrumente und sogar das Mikrofon wurden durch die Menge gereicht, die bei der französischen Variante von Johnny Cash Liedern nicht mehr zu halten war. Gemeinsam wurde gefeiert, geschwitzt und zu mitreißenden Rhythmen getanzt.
Tatsächlich spielten die Musiker nach dem Konzert, bis tief in die Nacht, unplugged mit Kontrabass, Gitarre und Benjo noch viele heitere Stunden weiter.
Eine hervorragende Live-Band, die ihre größte Leidenschaft zum Beruf gemacht hat: die Musik!

www.myspace.com/princeschameaux

Mehr als nur Töne
Das musikalische Rahmenprogramm der Festivalreihe "1000 Töne" wird an spannenden Orten in der gesamten Stadtlandschaft präsentiert und findet mit diesem Konzept sein Publikum

23. November /kaj So geschehen am 14. November, als sich die Synagoge in der Halderstraße den Konzertbesuchern für einen Gustav-Mahler-Abend mit blendend aufgelegten Mitgliedern der Bayerischen Kammerphilharmonie öffnete.

Unterstützt wurde das in Augsburg beheimatete Spitzenensemble bei seinem Programm vom US-Bariton Todd Boyce und der aus Südafrika stammenden Sopranistin Lea-Ann Dunbar, die musikalische Leitung des Abends lag bei Allan Bergius. Zur Aufführung kamen Mahlers "Lieder eines fahrenden Gesellen" in der Bearbeitung Arnold Schönbergs sowie seine 4. Sinfonie in G-Dur.

Nicht zuletzt durch die kontemplative Stärke des Ortes entwickelte die 4. Sinfonie in der Bearbeitung von Erwin Stein einen ganz besonderen, intimen Reiz. Das Auftreten von Orchester und Solisten in diesem beeindruckenden Raum, der eigentlich der Andacht und dem Gebet geweiht ist, bot für den Zuhörer überraschende Momente, die sich jedoch harmonisch in die großartige Gesamtwirkung der Darbietung einfügten.

Die Stadt kann sich glücklich schätzen, ein so famoses Ensemble wie die Bayerische Kammerphilharmonie, so schöne und offene Sakralbauten wie die Synagoge und ein so verbindend wirkendes Festival wie die "1000 Töne" zu beheimaten.


Haltestelle Zukunft(s)musik

Die Internationale Klangstation dockte am 17. November mit zwölf hervorragend agierenden Cellisten in einer Fertigungshalle für Ariane-5-Bauteile beim Augsburger Hightech-Vorzeigebetrieb MT Aerospace an und fand mit dieser Punktlandung überaus große Beachtung.

Auch wenn zu Beginn des Konzerts eine nicht ruhend wollende Vakuumpumpe die Musiker und Besucher daran erinnerte, dass man sich hier nicht in einem Konzertbau, sondern in einer Fabrikationshalle unter Echtzeitbedingungen traf, darf der Abend als großer Erfolg gewertet werden.

Rund 300 Besucher wollten die Musiker aus Deutschland, Polen, Israel, Frankreich, Kroatien, Japan, England, Italien, Holland, den USA und Südkorea bei ihrem MT-Aerospace-Einsatz rund um Kompositionen von Arvo Pärt, Heinz Holliger, Gilbert Amy und Krzysztof Penderecki begleiten. Zur Belohnung durften sie einer Uraufführung von Gordon Kampe beiwohnen. Es dirigierte Eberhard Fritsche.

Weitere Termine der Reihe Zukunft(s)musik:
Der Klang der Stadt II - Der Orient in Augsburg: 1. Dezember in den Räumen des Mesopotamien-Vereins in der Mendelssohnstr. 21

minimal-post: 11. Dezember - Musik von Philip Glass, Marc Mellits, Michael Nyman und Graham Fitkin im H2 Zentrum für Gegenwartskunst in Kooperation mit dem Ballett- und Tanzzentrum Otevrel

www.theatergemeinde.org
www.kammerphilharmonie.de
www.kresslesmuehle.de

Soulman im Parktheater

08. November / Die Karriere des gebürtigen Bochumers beginnt früh: Bereits mit 18 Jahren gewinnt er den Wettbewerb »Jugend jazzt«. Seitdem ist viel passiert. Als Backgroundsänger und Gastmusiker bei den Fantastischen Vier, Götz Alsmann und den Guano Apes hat er gelernt. Heute ist Jeff Cascaro nicht nur Professor für Jazzgesang an der Hochschule für Musik in Weimar, sondern ebenso eine gute Adresse für poppigen Soul aus Deutschland.
Sein Auftritt in Augsburg steigt am 20. November um 19:30 Uhr im Parktheater.

www.parktheater.de

Geheimnisvolle Bergwelt

Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert (links) und Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl (rechts) gratulieren Silvia Overath (2.v.l.), Hannes Ulbrich (3.v.l.), Richard Mayr (4.v.l.) und Christine Thiemt (2.v.r.) zum Schwäbischen Literaturpreis 2010. Bild: Andreas Lode
8. November / Zum fünften Mal in Folge fand die feierliche Verleihung des Schwäbischen Literaturpreises im Rokokosaal der Regierung von Schwaben statt. Zum Thema „In den Bergen“ haben AutorInnen, die im schwäbisch-alemannischen Kulturraum leben bzw. in diesem ihre biographischen Wurzeln haben phantasievolle Texte eingereicht. In seiner Begrüßungsrede betonte Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert, dass „die Förderung der Literatur seit Beginn der Kulturarbeit des Bezirks Schwaben einen besonderen Stellenwert einnimmt.” Vor der Lesung der Preisträger gab Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl zu bedenken, dass der Berg ein Ort der Offenbarung und Auseinandersetzung ist, der für den Menschen jedoch immer geheimnisvoll bleiben wird.

Den Sonderpreis für junge Autoren unter 25 Jahren, der mit einer Einladung zum Literaturkurs an der Schwabenakademie Irsee honoriert wurde, erhielt Silvia Overath aus Hannover für ihren Text „Zora“. Christine Thiemt (45) aus Neckarsulm, wurde mit ihrem Beitrag „Bärenfell“ mit dem 3. Preis sowie 1000 Euro belohnt. Mit magischem Realismus entführte sie die Zuhörer in die fernen Landschaften der Karpaten. An Kafkas „Das Urteil“ erinnerte der Text des zweiten Preisträgers Hannes Ulbrich aus Augsburg. Der 23-jährige Literaturstudent erhielt für seinen Text „Die Bergwanderung – Eine selbsterfüllende Prophezeihung“ 1500 Euro. Hier wurden Selbstfindung und Entfremdung in bedrückenden Bildern sorgfältig literarisch entwickelt. Strahlender Sieger des diesjährigen Schwäbischen Literaturpreises war Richard Mayr. Der 35-jährige Kulturredakteur der Augsburger Allgemeinen Zeitung durfte sich über den, mit 2000 Euro dotierten, ersten Platz freuen. Sein humorvoller Beitrag „Feltys Berg“ handelt medienkritisch von den unterschiedlichsten Wahrnehmungen der Berge. Die musikalische Umrahmung von Stefan Barcsays Gitarrenspiel rundete die gelungene Veranstaltung ab.

Neues Kinderstück des Jungen Theater Augsburg im Abraxas
Geschichten vom Anfang der Welt

15. November / Früher als die Welt noch jung war, gab es noch keine Menschen. Die Kühe mussten noch nicht gemolken, die Hühner noch nicht gefüttert und die Kinder noch nicht in die Schule gebracht werden. Und irgendwie kam die Welt auch so zurecht. So oder ähnlich beginnt der Anfang etlicher Geschichten vom Entstehen der Welt, über Himmel und Erde, den Menschen und die Tiere, die alltäglichen und die allerletzen Dinge. Nach der Bilderbuchvorlage von Jörg Schubiger, Franz Hohler und Jutta Bauer - ALLER ANFANG - erzählen, singen, krächzen, flattern und spekulieren in diesen witzigen Hin- und Hergeschichten die Schauspielerin Susanne Reng und der Schauspieler Armin Hägele über Gott und die Welt. War am Anfang nichts? War am Anfang Gott? War es nur dunkel und der grosse Vogel kam aus dem Nichts? Oder war am Anfang nicht doch das Ei? Viele Fragen und jede Menge Antworten in diesen wunderbar einfachen, charmanten, manchmal seltsamen, aber immer poetisch-philosophischen Miniaturen für grosse und kleine Menschen. In Szene gesetzt von der Regisseurin Christina Bründler, ausgestattet von Tina Bürkmayer und mit Animationen versehen von Gerhard Fauser.

Premiere am Sonntag, 21. November um 16h auf der Studiobühne im Abraxas. Informationen und Kartenreservierungen unter 0800-4442995 oder über www.jt-augsburg.de

Haltestelle Zukunftsmusik
INTERNATIONALE KLANGSTATION dockt am 17. November 2010 bei MT Aerospace an
15. November / Menschen aus verschiedenen Nationen arbeiten unter schwierigen Bedingungen auf engstem Raum zusammen, stellen sich mental perfekt auf einander ein, reagieren in Sekundenbruchteilen auf kritische Situationen bei der Erfüllung heikelster Missionen.

Ort des Geschehens: Die Internationale Klangstation bei MT Aerospace. Die Besatzung: Zwölf Cello-Spezialisten aus Deutschland, Polen, Israel, Frankreich, Kroatien, Japan, England, Italien, Holland, USA und Südkorea. Die Mission: Erkundung des Exoplaneten Iannis Xenakis und seiner Trabanten Arvo Pärt und Gordon Kampe. Außerdem Weltraumspaziergänge mit Heinz Holliger, Gilbert Amy und Krzyztof Penderecki.

Das Konzert der Reihe Zukunft(s)musik findet am 17. November um 20 Uhr in einer beeindruckenden Montagehalle für Ariane 5 Bauteile bei MT Aerospace in Augsburg statt. Es dirigiert Eberhard Fritsche.

Für Karteninhaber besteht die Möglichkeit ab 19 Uhr einem kostenlosen Shuttle-Service vom Moritzplatz zu MT Aerospace und zurück zu nützen. Anmeldungen dafür nimmt bis Frau Eva Wanner von den VW-Niederlassungen in Augsburg unter eva.wanner@schwaba.de entgegen. Restkarten für die Klangstation gibt es bei der Theatergemeinde Augsburg am Rathausplatz, Info 0821 - 455 79 00, www.theatergemeinde.org

Zauberhaft!

12. November / Kaum jemand kennt seinen Namen, doch seine Werke sind berühmt: Fritz Baumgarten. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts illustrierte der 1883 bei Leipzig geborene Künstler mehrere Hundert Bilderbücher und Postkarten, darüber hinaus (Advents-)Kalender und Spiele. Seine »Waldschule«, der »Hundezirkus«, seine zahlreichen Wichtel-, Teddy- und Märchenbücher haben bereits vor dem Zweiten Weltkrieg sehr hohe Aufl agen erreicht und sind bis zum heutigen Tag wahre Klassiker. Das Museum Friedberg zeigt vom 18. November bis Ende Februar 2011 eine zauberhafte Auswahl der Bilderbuchillustrationen von Fritz Baumgarten.

Offene Ateliers
08. November / Auch im Herbst laden die Künstler im Kulturpark West wieder ein, ihre Ateliers zu besichtigen, neue Werke aus Malerei, Grafik, Fotografie und Plastik aus nächster Nähe zu sehen, Gespräche zu führen und die Atmosphäre der Künstlerhäuser zu atmen.

Offene Ateliers im Kulturpark West, Samstag, 13. November, ab 14 Uhr.
www.kulturparkwest.de

Herbstglück
Publikum begeistert! Stadttheater präsentiert mit „Orpheus – Saitenschlag“ gelungene Kooperation von Ballett und Musiktheater.

2. November / Das fängt ja gut an. Choreograf Leo Mujic startet mit dem Dreiakter „Orpheus – Saitenschlag“ die Ballettsaison der neuen Spielzeit und verzaubert Augsburger Theaterpublikum mit einer zu Herzen gehenden Geschichte über Liebe, Intrige, Tod und Happyend.

Auch die Frage ob es Ballett Direktor Robert Conn schaffen würde, aus seiner Truppe mit gleich acht Neuzugängen rechtzeitig zum Spielzeitstart ein Ensemble zu formen wurde mit der in vieler Hinsicht gelungenen Inszenierung beantwortet. Sowohl die Solisten des Abends, als da wären Lateef Williams als Orpheus und Ami Takazakura als seine Eurydice, sowie Kelly Tipton als ihre Gegenspielerin Orasia konnten, unterstütz vom Rest des Ensembles, das Publikum überzeugen. Den stärksten Eindruck hinterließ jedoch Raphael Saada mit seiner brutalen Eleganz in der Rolle des Pluto, Herrscher der Unterwelt.

Musikalisch lieferte die Inszenierung den perfekten Soundtrack zu den strahlenden Herbsttagen die wir Ende Oktober genießen durften. Die Werke des barocken Telemann und seines Kollegen Buxtehude vermittelten dem Premierengast gediegene, rechtschaffene Zurückgenommenheit. Für genügend spannungsvolle Momente aus dem Orchestergraben sorgte Leopold Hurt mit seiner immer wieder weckenden musikalischen Bearbeitung. Schade nur, dass weiten Teilen des Publikums ein genauerer Blick auf die Musiker bei diesem Treiben nicht möglich war. Immerhin durfte mit Lust das klagvolle treiben der Sängerinnen, allesamt in schwarzen Samtanzügen, auf der Bühne verfolgt werden. Neben Cathrin Lange (1. Sopran) wusste der Tenor Richard Resch, Jutta Lehner (Alt) und Susanne Simenec (2. Sopran) stimmlich zu überzeugen. Bassneuzugang Petar Naydenov durfte sogar einen akustischen Hinweis auf Purcells King Frost, eine seiner nächsten Rollen in Augsburg, setzten. Wir freuen uns schon darauf.

Das Bühnenbild gelang Thomas Mika elegant, durchdacht und ohne Klimbim. Wo im mittleren Akt ewig lange, sich im Schnürboden verlierende Holzleitern den Weg aus der Unterwelt anzeigen, verweisen in Akt 1 und 3 eine Birke und zwei Ahornbäume in Form gewaltiger Laubsägearbeiten, in die herbstlichen Wälder der Thraker. Als bewegliches Element wählte Mika zwei meterhohe Paravents aus Naturholz und Leinen, die zu sich zu Bögen geformt mit Hilfe der Drehbühne ineinander verschieben ließen und so neue Einblicke gewährten oder verstellten.

Die großartige Gesamtleistung des Hauses am Kennedyplatz quittierte das begeisterte Publikum mit lang anhalten Applaus.

www.theater-augsburg.de

Vereinte Widersprüche für alle Sinne

8. November / Technik und Kunst erscheinen auf den ersten Blick als eher unvereinbar. Den Gegenbeweis erbringt das 9. Medienkunstfestival lab.30 im Kulturhaus abraxas. In Ausstellung, Konzerten und Clubnächten wird Kunst auf dem neuesten Stand elektronisch-medialer Möglichkeiten gezeigt. So hinterlässt das skurille Ballet der einhundert Roboterhasen Nabaz´mob, die durch wackelnde Ohren und blinkende Lichter eine komplexe Choreographie präsentieren, beim Publikum ein leises Staunen. Ein Höhepunkt der Konzertnacht am Samstag stellt die isländische Cellistin Hildur Gudnadottir mit ihrem Halldorophon dar. Dabei handelt es sich um ein Instrument, ähnlich einem Cello, das zeitverzögerte, überlappende Klänge entstehen lässt. Mal klingt es wie ein landendes Flugzeug, dass Zuschauer fluchtartig das Theater verlassen lässt, mal wie betörende, glasklare Glockenstimmen, die traditionelles isländisches Liedgut zum Besten geben und mit mächtigem Applaus belohnt werden. Im Wechselspiel zwischen Mensch und Maschine vereinen sich Technik und Kunst zu einer inspirierenden Atmosphäre. www.lab30.de

Lesezeichen
Neue Literaturreihe im Reese Theater

5. November / Gleich drei Prominente Gäste der Literatur werden im November und Dezember im Reese Theater aus ihren Werken lesen: Den Anfang macht am 11. November der Österreicher Wolf Haas, der mit seinem Privatdetektiv Brenner eine der nachhaltigsten Krimifiguren der letzten Jahre erschaffen hat. Schrullig, kauzig und auf seine eigene Art bahnbrechend humorvoll.

Eine ganz andere Kategorie von Humor bringen drei ehemaligen Titanic Chefredakteure, vereint als Titanic Boygroup , am 28.11. mit nach Augsburg. Etwa jede 10 Ausgabe des Satiremagazins wird indiziert und kein anderes Blatt geht so gnadenlos mit den Schandtaten ihrer Zeitgenossen um. Sicherlich ein Abend mit ganz eigenem Charme und Humor.

Von seinen Schriftstellerkollegen gelobt, von der Kritik gefeiert und Publikum heiß begehrt: Max Goldt kommt nur eine Woche später nach Augsburg. Das literarische Schwergewicht begeistert mit seinen hintergründigen Texten: Hart treffende Aussagen, oft humorvoll verpackt, lassen das Publikum schnell in seinen Bann geraten. Ein Abend zum lachen und nachdenken.

Die Termine: Wolf Haas, 11. Nov., Titanic Boygroup 28.11., Max Goldt 05.12. - alle im Reese Theater im Kulturpark West

www.lesezeichen-augsburg.de

11 Uhr Erfolgsmodell Klassik
Philharmonische Matineen im Kleinen Goldenen Saal starten mit wunderbar vielseitigem Programm in die neue Spielzeit
27. Oktober /kaj Seit 1983 richtet die Theatergemeinde Augsburg viermal jährlich immer Sonntags pünktlich um 11 Uhr die Philharmonischen Matineen aus und präsentiert damit ein für den hiesigen Kulturmarkt fast schon einmaliges Erfolgsmodell aus künstlerischer Schaffenskraft und Nachhaltigkeit.

Sein sie sicher, auch in der Spielzeit 2010/2011 dürfen sich die Besucher auf einfallsreiche Programme, interpretiert von Künstlern die zum Besten in ihrem Fach zählen freuen. Den Anfang macht am 7. November „Der Ausnahmecellist“ Maximilian Hornung mit Werken von Beethoven bis Boulanger. Begleitet wird der in Augsburg geborene Klassikstar vom Pianisten Paul Revinius. Auch wenn Hornung seinen Arbeitsmittelpunkt als 1. Solo-Cellist beim BR Symphonieorchester hat, sind Auftritte in seiner Heimatstadt ein rares Gut, das es wahrzunehmen gilt. Als international gefragter Solist und begehrter Interpret für die Musikverlage zeichnet sich für den erst 25 jährigen Künstler eine schöne Karriere ab. Vor kurzem erschien übrigens seine neuste CD „Jump!“ beim Label Sony Classical.

Als zweites Thema hat der Künstlerische Leiter der Matineen Wilhelm Walz für den 23. Januar 2011 „Deutsch-Französische Liaisons“ gewählt und stellt Werke von Debussy, Messiaen und Poulenc denen Beethovens gegenüber. Auch die Solisten folgen diesem Länderkonzept, sie heißen Julien Chappot (Violoncello) und Gottfried Hefele (Klavier).

Die gefeierte Sopranistin Sophia Bronner wird mit Liat Himmelheber (Mezzosopran) am 20. März 2011 die „Liebe im Frühling“ mit Werken von Haydn, Mozart, Schubert, Rossini und Hugo Wolf besingen. Einen viel versprechenden Abschluss der Philharmonischen Matineen für diese Spielzeit, setzt die Gastrolle der Konzertreihe am 22. Mai im Rahmen des Deutschen Mozartfests 2011. Unter Mitwirkung des Leipziger Streichquartetts kommt man im Kleien Goldenen Saal dem Festivalmotto „Bach und Bach Söhne“ mit Johann Sebastian und Friedemann näher, denen man Werke von Ludwig van und natürlich Wolfgang Amadeus gegenüber stellt.

Karten zwischen 14 und 18 Euro gibt es bei der Theatergemeinde.
www.theatergemeinde.org

Roboterhasen beim 9. lab.30

2. November / Das Augsburger Kunstlabor lädt vom 4. bis zum 6. November Kreative zum Medienkunst-Festival ins Kulturhaus abraxas. Dort arbeiten diese gemeinsam an einer temporären Plattform für kreativen Austausch und experimentelle Kunstprojekte, die mittels digitaler oder analoger Technologien eine künstlerisch- spielerische Reflexion unserer veränderten Umwelt beinhalten. In einer Ausstellung, Konzerten, Performances und drei Clubnächten werden gängige Denkmuster hinterfragt, montiert, umprogrammiert und ihrer Eindimensionalität enthoben. Zu den Höhepunkten im Konzertprogramm 2010 gehört »nabaz’mob«, eine Oper für 100 intelligente »Nabaztag«-Roboterhasen mit Anklängen an John Cage, Steve Reich und György Ligeti. www.lab30.de

Neun Jahre Tanzen

2. November / Zum 9-jährigen Jubiläum der Partyreihe »auto.matic.music« soll entsprechend gefeiert werden. Reserviert dafür ist das gesamte erste Wochenende im November. Für Freitag haben die Organisatoren Sieber und Schmid das Techno-Urgestein Sven Väth ins Kesselhaus eingeladen, am Samstag den frischen Star des melodiösen Tanzvergnügens, Marek Hemmann (Bild). Die Jubilare selbst werden natürlich auch auflegen und zwar dem Anlass angemessen auf dem Mainfloor. Das Fest steigt am 5. und 6. November im Kesselhaus.

www.automaticmusic.de

Georg Klein

26. Oktober / Im Herbst ist die Neuen Stadtbücherei Schauplatz vieler beachtenswerter Veranstaltungen. Eine der spannendsten davon ist sicher die Lesung von Georg Klein aus seinem »Roman unserer Kindheit«, in dem der Autor von seiner in der Nachkriegszeit geprägten Kindheit am Stadtrand von Augsburg erzählt. Klein schreibt von den 60er-Jahren, Neubaublöcken und amerikanischen Kasernen. Für das Buch erhielt Klein 2010 den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik. Georg Klein ließt aus seinem Roman am 29. Oktober, um 19.30 Uhr in der Neuen Stadtbücherei.

www.stadtbuecherei.augsburg.de

Satirisch gut
Hans Well von der Biemösl Blosn und Thomas Gsella
am 4.11. im EUKITEA

21. Oktober / Am Donnerstag, 4. November um 20 Uhr sind Thomas Gsella (links, Ex-Chefredakteur des Satiremagazins "Titanic"), und Hans Well (rechts, Biermösl Blosn) zu Gast im Theater EUKITEA. Eine geballte Ladung unterhaltsamer bajuwarischer Musik gekoppelt mit bitter-süßen Satiretexten erwartet die Gäste an diesem Abend im Theaterhaus. Man kann sich auf einen Abend gefasst machen, der einem die Tränen in die Augen treiben wird. Denn zusammen stellen sie ein Programm auf die Beine, das keine Berufsgruppe, kein Kindererziehungsthema und die jeweilige Heimat der beiden auslässt. Vor allem aber politisch geht es zu, denn da kennen sich die beiden aus. Regelrecht anzusehen ist den beiden, dass sie sichtlich Spaß an ihrer Zusammenarbeit haben, denn ihre satirischen, teilweise mit Lokalkolorit gewürzten Texte sind perfekt arrangiert! Thomas Gsella, der mit seiner satirischen Prosa und komischen Gedichten den "Cuxhavener Ringelnatz-Nachwuchspreis für Lyrik" gewann, liest aus seiner Lyrik-Reihe "Gsella lässt lesen" und steht Hans Well in nichts nach. Einen schöneren Kontrast könnte es kaum geben, wenn der "feinsinnige Preuße" und der bodenständige Bayer" aufeinander treffen. Zum schreien komisch, wenn Gsella sich in der bayerischen Mundart, der Mundtrommel und dem Schuhplattln versucht! Unbedingt sehenswert!

Die beiden lassen es so richtig krachen und verbreiten jede Menge Lachsalven. Ein energiegeladener Abend für den trüben Herbst.

Eintritt: 20 € / erm. 15 €

Heißer Herbst

26.Oktober / Das Ostwerk wird in diesem Herbst 20 Jahre alt und hat damit allen Grund zu feiern. Um das angemessen und nicht alleine tun zu müssen, hat man sich in den mittlerweile altehrwürdigen Club viele Gäste mit großen Namen geladen: Neben den Shout Out Louds, den Blood Red Shoes und Frittenbude ist auch der Wahlhamburger Gisbert zu Knyphausen zu Gast. Der Singer-Songwriter macht die gehobene Melancholie wieder salonfähig. Er singt über Lethargie im Angesicht eines Morgen, über die Suche nach Halt oder über das Saufen. Nie peinlich, oberflächlich oder gespielt, sondern immer ernst und bitter. Gisbert zu Knyphausen ist natürlich nicht der echte Name des Musikers. Tatsächlich heißt er Gisbert Wilhelm Enno Freiherr zu Innhausen und Knyphausen. Geboren ist er im hessischen Rheingau. Das Zaudernde spiegelt sich in seinem Werdegang: Zuerst wollte er Schauspieler werden, dann Regisseur. Nach kurzer Zeit am Wiesbadener Staatstheater nichts mehr von alledem. So hat er angefangen, in Berlin Musikwissenschaft zu studieren, der Stadt und dem Studium allerdings schon nach dem ersten Semester den Rücken gekehrt. Zuletzt studierte er in Eindhoven Musiktherapie.

Sein Debütalbum von 2008 erhielt viele positive Kritiken. Gepriesen wurde die sparsame Instrumentierung ebenso wie sein lakonischer und oft spröder Witz. Im Jahr 2010 reist der wechsellaunige Musiker mit seinem zweiten Album »Hurra! Hurra! So nicht.« im Gepäck. Am Mittwoch, den 3. November macht er halt im Ostwerk, und das klingt ungefähr so: »Aus unseren schäbigen Boxen strömen die Lieder aus vielen Jahren direkt in unsere Herzen. Ihre Sänger haben die immer gleiche Losung auf den Lippen: Die Welt ist grässlich und wunderschön.«

www.ostwerk.de

Zusammenschau
19. Oktober / Annette Urban und Wolfgang Reichert präsentieren bis zum 30. Oktober in und vor den Räumen ihrer Ecke Galerie am Elias Holl Platz das Projekt »Zusammenschau« der Künstlerinnen ESTHER BALÁZS und SILVIA RIED. Neben der Schau in den Ecke-Räumen beherbergt der Platz hinter dem Rathaus während dieser Zeit Ester BALÁZS Installation »Aufforderung zum Tanz«. Dieser Aufforderung kommt am 24. Oktober die Performance-Künstlerin Anne Balázs nach. Wir sind gespannt.
www.ecke-galerie.de

Synchron

21.Oktober / Im Rahmen von »Klanghalle«, der Veranstaltungsreihe für neue Musik im H2, zeigen Markus Mehr und Stefanie Sixt ihre audiovisuelle Performance »Synchron«. Präsentiert wird ein einzigartiger Versuch der Kombination aus hörbarer und sichtbarer Kunst. Während der Klang zwischen elegantem Noise und geschmackvollem Kitsch tänzeln wird, werden im visuellen Teil der Performance bewegte Bilder abstrahierter Naturfotografien zu sehen sein. Im Anschluss daran ist die Tanzperformance »The Visual Rhythm of Dance« von Stefanie Sixt und der Tänzerin und Choreographin Anina von Molnar angekündigt. »Synchron«, Samstag den 23. Oktober ab 20 Uhr im H2 im Glaspalast.

www.markusmehr.de
www.sixt-sense.de

Es lebt!

22. Oktober / Donnerstag, 20.10. Im Höhmannhaus feiern junge Kreative aus dem Umfeld der FH Gestaltung eine prickelnde Vernissage zum Kunsthappening VA 300 und verbreiten in unserer alten Stadt Aufbruchsstimmung im allerbesten Sinn.

Bis zum 24. Oktober bietet sich die Gelegenheit an diesem interdisziplinären Ereignis teilzuhaben. Die täglich wechselnden Licht- und Soundperformanceacts laden jeweils bis 23 Uhr in die Räume der Neuen Galerie im Höhmannhaus. Festes Element der Schau ist die Sammlung von 10 Plakaten verschiedener FH-Gestaltung Studenten, die für günstige 300 € als Mappe erworben werden sollte.

Der Erfolg VA300 ist ein weiterer Beleg für die Kooperationsbereitschaft und –Fähigkeit alter und neuer Kulturfaktoren. Es lebt also! Partner und Veranstalter sind in diesem Fall die Fakultät für Gestaltung der Hochschule Augsburg und die Kunstsammlungen und Museen Augsburg.

Die Fakultät für Gestaltung der heutigen Hochschule wurzelt in der Reichsstädtischen Kunstakademie Augsburg, die vor 300 Jahren, im Jahr 1710, gegründet wurde. Anlässlich dieses Jubiläums haben sich Fakultät und Neue Galerie in diesem temporären Projekt verbunden, das von Michael Titze und Sebastian Onufszak, beide Absolventen der Hochschule Augsburg, konzipiert und von Robert Rose, Professor an der Fakultät für Gestaltung, in Zusammenarbeit mit Thomas Elsen vom H2 kuratiert wird.

Der Titel »VA 300« (Visual Artists – Various Artists – Video Audio – visuelles Augsburg) assoziiert dabei ein Konzept, das eine Symbiose aus Aktion und Ausstellung, aus Street-Art, aktuellem Grafikdesign, Video, Lichtinstallation und musikalischer Performance darstellt.

www.va300.de

Tigerente im Ballonmuseum

12. Oktober / Zwischen dem 21. und dem 31. Oktober laufen in Gersthofen die Kinderkulturtage »Rapunzel« mit Musik, Lesungen und viel Theater. Und gleich zum Auftakt wird zur Vernissage der Ausstellung »Janosch – Sein phantastisches Universum « im Ballonmuseum geladen. Neben Tigerente und Co. stattet das Figurentheater Gingganz mit dem Janosch-Dauerbrenner »Oh, wie schön ist Panama« dem Festival einen Besuch ab und das Ensemble vom Tearticolo-Theater erzählt »Die Geschichte vom Tigerschweinchen«.

In einer Theaterrequisitenwerkstatt können die kleinen Gäste lernen, wie man fast echte Spinnweben herstellt oder so richtig den Donner rührt. Ein weiterer Höhepunkt ist das Mitmachkonzert von »Donikkl und die Weißwürschtl«.

www.stadthalle-gersthofen.de

Filmtage

05.Oktober / Im Oktober warten die drei Teile der Filmtage auf Kinder, Kurze und andere Unabhängige. Den Anfang macht ab 14. Oktober das Kinderfilmfest, bei dem unter anderem Filme aus dem Iran, Israel, Südafrika und Indien gezeigt werden. Weiter geht es ab 19. Oktober mit den Tagen des unabhängigen Films und ab 21. Oktober mit dem Kurzfilmwochenende. Unsere Besondere Empfehlung gilt der Premiere von »Mein Deudshland«, einem Film vom Augsburger Regisseur Martin Pfeil. Erzählt wird eine Geschichte über Liebe und Freundschaft zwischen den Kulturen. Der Autor Pfeil sieht seine Arbeit als filmisches Plädoyer für gegenseitigen Respekt und Anerkennung. Zu sehen ist der Film zum ersten Mal am 16. Oktober um 20 Uhr in einem Kino des Kinodreiecks.

www.filmtage-augsburg.de


Mendelssohn-Benefizkonzert

08. Oktober / Mit dem Oratorium »Paulus« von Felix Mendelssohn-Bartholdy lädt der Verein »Lichtblicke« am 24. Oktober um 18.30 Uhr zu einem der besonderen Konzerterlebnisse in diesem Herbst in die Kirche St. Peter und Paul nach Oberhausen. Gegründet wurde »Lichtblicke« von der Elterninitiative krebskranker Kinder in Augsburg. Neben dem Konzertchor bei St. Peter und Paul und dem Paulus-Orchestra 2010 konnten Dora Pavlikova, Zuzanna Foremska, Ulrich Cordes und Wolfgang Wirsching als Solisten für die Mitwirkung gewonnen werden. Die Leitung obliegt Helmuth August Ott. Der Reinerlös des Abends kommt Lichtblicke e.V. zugute. Konzertkarten sind im Pfarrbüro St. Peter und Paul (Tel. 0821 – 24 13 43) erhältlich.

Ein Spenden- und Sponsorenkonto ist eingerichtet:
Kirchenstiftung St. Peter und Paul, Kontonummer: 100 18 27 10, BLZ: 750 90 300, Ligabank Regensburg.

VA300
ein audiovisuelles Happening
08. Oktober / Vom 20. bis zum 24. Oktober veranstalten die Fakultät für Gestaltung der Hochschule Augsburg und die Kunstsammlungen und Museen Augsburg/ Neue Galerie im Höhmannhaus das Projekt VA 300. Die Fakultät für Gestaltung der heutigen Hochschule wurzelt in der Reichsstädtischen Kunstakademie Augsburg, die vor 300 Jahren, im Jahr 1710, gegründet wurde. Anlässlich dieses Jubiläums haben sich Fakultät und Neue Galerie als kooperierende Partner in einem temporären Projekt verbunden, das von Michael Titze und Sebastian Onufszak, beide Absolventen der Hochschule Augsburg, konzipiert und von Robert Rose, Professor an der Fakultät für Gestaltung, in Zusammenarbeit mit Thomas Elsen vom H2 kuratiert wird. Der Titel »VA 300« (Visual Artists – Various Artists – Video Audio – visuelles Augsburg) assoziiert dabei ein Konzept, das eine Symbiose aus Aktion und Ausstellung, aus Street-Art, aktuellem Grafikdesign, Video, Lichtinstallation und musikalischer Performance darstellt. Neben den musikalischen und audiovisuellen Live-Aufführungen nationaler und internationaler Künstler stellt der »klassische« Ausstellungsteil ein sukzessive wachsendes Konvolut von Plakaten vor, die anlässlich des Projekts im unmittelbaren Kontext der performativen Darbietungen entstehen.
www.VA300.de

Lange Nacht der VHS

08. Oktober / Die Volkshochschule Augsburg lädt ein zur fröhlichen Nachtschicht. Auf der Langen Nacht der VHS am 22. Oktober ist von 19 bis 24 Uhr ein vielseitiges Programm zum Ansehen und Mitmachen geplant. Insgesamt um die 20 verschiedene Workshops und Kurse haben zu später Stunde ihre Türen geöffnet. Es wird gemalt, gedichtet und experimentiert. Es gibt Einführungen in die Bearbeitung von Filz, Glas und Draht, außerdem Bier- und Weinverkostungen, sowie ein großes Buffet.

wwww.vhs-augsburg.de

Neues aus dem Studio XVII
05. Oktober / Präsentiert vom Klassiklabel »studio XVII« und unter der Leitung von Bernhard Kugler und Roland Götz (Foto) bringen die Aurelius-Sängerknaben aus Calw zusammen mit Streichern und Trompeten Werke des Barockkomponisten Meinrad Spieß zur Aufführung. Spieß wurde durch seine Arbeit als Musikdirektor der Benediktinerabtei Irsee bekannt.

Das Konzert findet statt am Sonntag, den 17. Oktober 2010 ab 17 Uhr in der Evangelischen Kirche St. Ulrich am Ulrichsplatz.

www.studio-xvii-augsburg.de

Zehn Jahre starke Stimmen

05. Oktober / Und noch ein Jubiläum: Im Februar 2000 gründete sich vox female, das heute aus 30 Sängerinnen besteht. Der Chor mit seiner Leiterin Christiane Steinemann engagiert sich besonders bei der Einstudierung und Aufführung von nicht alltäglicher Chorliteratur. Das bedeutet vor allem Musik des 20. und 21. Jahrhunderts, aber auch Originalwerke der Romantik für Frauenchor. »Yo te canto« lautet der Titel des Konzerts mit südamerikanischen Stücken, das vox female zu seinem Jubiläum am 23. Oktober im Gaswerk präsentiert. Der Eintritt ist frei.

www.voxfemale.de

Großes Jubiläum im TiF

05. Oktober / Das Theater in der Frauentorstraße TiF feiert heuer sein 125-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums präsentiert das Theater »Der Trauschein«, eine Komödie von Ephraim Kishon. Die Premiere zur Jubiläumsinszenierung ist am 17. Oktober im Kolping-Saal in der Frauentorstraße. Weitere Termine und Informationen unter: www.tif-augsburg.de

Herbstauktion verspricht
spannende Zuschläge
01. Oktober / Das Augsburger Kunstauktionshaus Georg Rehm lädt am 7. und 8. Oktober zu seiner 236. Kunstauktion. Die hervorragend besetzte Veranstaltung wartet mit 1.800 Exponaten auf. Die Angebote stammen aus dem 17. bis 20. Jahrhundert. Versteigert werden Schmuckobjekte, Silberarbeiten, darunter auch aus Augsburger Werkstätten des 18. Jahrhunderts, sowie Teppiche und Möbel. Im Angebot finden sich Kamin- und Taschenuhren ebenso wie Grafiken von Wunderlich und Ernst Fuchs, außerdem 70 qualitätvolle Holzskulpturen. Neben rund 200 Porzellan- und Glasangeboten kommen über 300 Gemälde zur Versteigerung. Eines der Spitzenlose ist hierbei ein Werk von Heinrich Bürkel (Foto). Fein ausgearbeitet zeigt der Künstler hier einen »Viehabtrieb von der Alm«. Die Taxierung dieser Arbeit liegt bei 3.500 Euro. Der Katalog mit allen Fotos kann unter www.auktionshaus-rehm.de eingesehen werden.

Großes Theater mit klapps

01. Oktober / Bereits zum achten Mal hebt sich in diesem Jahr in Augsburg der Vorhang zum internationalen Puppenspielfestival »klapps«! Die Zuschauer sind eingeladen, an zehn Veranstaltungstagen auf eine fantasievolle Reise durch die Welt des Figurentheaters zu gehen. Der Veranstalter, die Freunde des Augsburger Puppenspiels e. V., freut sich, auch dieses Jahr wieder künstlerisch anspruchsvolle Figurentheater aus dem In- und Ausland vom 8. bis zum 17. Oktober im Kulturhaus abraxas präsentieren zu können. Internationaler Stargast in diesem Jahr ist Hugo Suarez aus Lima. Suarez, der bereits vor etlichen Jahren Gast in Augsburg war, wird mit seinem neuen Programm »Short Stories« sicher auch diesmal das Publikum begeistern, indem er eigentlich ohne (!) Figuren spielt. Neben den Abendveranstaltungen für Erwachsene werden nachmittags auch wieder Familienprogramme für Jung und Alt sowie an den Vormittagen Sonderveranstaltungen speziell für Schulen und Kindergärten präsentiert.

www.klapps.de

Mehr Kültür

01. Oktober / Zur aktuellen Debatte über Integration und Einwanderung präsentiert der Kültürverein Augsburg seine deutsch-türkischen Kültürtage 2010. Vom 12. Oktober bis zum 21. November wird ein buntes Programm deutscher und türkischer Kultur von Kunst, Lyrik und Theater über Klassik, Rock und Hip-Hop bis zu Film, Kabarett, Führungen und Lesungen angeboten. Mehr Informationen zu diesem kulturellen Integrationsprojekt unter: www.kültürtage-augsburg.de

Positionen

01.Oktober / 15 namhafte Künstler haben sich zu »Positionen«, einer Gruppenausstellung in der Toskanischen Säulenhalle, zusammengefunden, um gemeinsam ihre Arbeiten zu präsentieren. Die ausstellenden Künstlerinnen und Künstler sind: Clemens Brocker, Andreas Decke, Burga Endhardt, Gabriele Fischer, Ingrid Olga Fischer, Brigitte Heintze, Stephan Juttner (Foto), Georg Kleber, Friederike Klotz, Anda Manea, Wolfgang Mennel, Bea Schmucker, Jeannette Scheidle, Jo Thoma, Felix Weinold.

Die Schau läuft von 9. bis 31. Oktober täglich außer montags.

C’era una volta … – Es war einmal …
Sonja Fischer erzählt bayerisch-italienische Märchen
24. September / Bayerisch-italienische Märchen mit demselben Ursprung erzählt Sonja Fischer im Maximilianmuseum. Das Märchenzelt ist am 2. Oktober von 16 bis 18 Uhr dort zu Gast. Kurz vor Ende der dort gezeigten Landesausstellung »Bayern – Italien. Künstlich auf Welsch und Deutsch« dürfen Kinder und Eltern, Omas und Opas, kurz: alle, die gern Märchen hören, ins Atelier von da Vinci und Dürer spitzeln. Oma und la nonna erzählen dort das gleiche Märchen, und doch kennen wir es hier anders als unsere Nachbarn in Italien. Dazu fi nden eine Eis- und eine Zwetschgendatschi-Verkostung statt. www.hdbg.de

Zusammenschau
Ester Balás' Installation "Aufforderung zum Tanz" auf dem Elias-Holl-Platz.

24. September / Annette Urban und Wolfgang Reichert präsentieren bis zum 30. Oktober in und vor den Räumen ihrer Ecke Galerie am Elias Holl Platz das Projekt »Zusammenschau« der Künstlerinnen ESTHER BALÁZS und SILVIA RIED. Neben der Schau in den Ecke-Räumen beherbergt der Platz hinter dem Rathaus während dieser Zeit Ester BALÁZS Installation »Aufforderung zum Tanz«. Dieser Aufforderung kommt am 24. Oktober die Performance-Künstlerin Anne Balázs nach. Wir sind gespannt.

www.ecke-galerie.de

Tierisches im Eukitea
Theaterhaus in Diedorf startet mit Giraffe in neue Spielzeit

24. September/ Das Theaterhaus Eukitea in Diedorf startete Ende September mit der poetischen Tanztheaterinszenierung »GiraffenSicht« (ab 6 Jahre) in die neue Spielzeit. Darin geht es um eine kleine Giraffe, die ihre Herde verloren hat und sich bei ihrer Suche quer durch die Savanne mit einem Affen anfreundet, der in einer sonderbaren Spiel-, Schlaf- und Wohnwelt lebt. Am 28. November kommt mit dem »Gestiefelten Kater« das nächste tierische Stück zur Premiere. Die frei nach den Brüdern Grimm erzählte Geschichte ist für Kinder ab 4 Jahren geeignet und passt besonders gut in die Winter- und Weihnachtszeit.

www.eukitea.de

Hereinspaziert
Mit mehr als 20 Premieren und einigen offenen Raumfragen geht das Theater Augsburg 2010/2011 an seine Grenzen – freuen Sie sich darauf!
24.September/ Die neue Spielzeit beginnt für das Theater Augsburg so, wie sich die letzte verabschiedet hat: mit einem tollen Programm und vielen offenen Fragen in puncto neue Spielstätte. Hatte Kulturreferent Peter Grab noch vor Wochen die Eröffnung des Containerbaus als Interimsspielstätte für Anfang 2011 verkündet, ist die Katze nun aus dem Sack: Die Finanzierung des Projekts ist noch immer nicht gesichert, der Termin für den Baubeginn steht in den Sternen, und hätten die Verantwortlichen am Kennedyplatz blind auf die Worte Grabs vertraut, würden 2011 die Vorstellungen gleich reihenweise platzen. Stattdessen müssen jetzt im Spielplan nur einige Ortsangaben geändert werden, denn das Theater hat die Raumfrage selbst in die Hand genommen und Ersatzspielstätten gefunden, beispielsweise in den ehemaligen Fertigungshallen von Dierig im Stadtteil Pfersee. Dort feierte auch schon vor einem Jahr das Erfolgsstück »Die Weber von Augsburg« Premiere. Allerdings kommen die Ausweichspielstätten das Theater teuer zu stehen. Geringere Sitzplatzkapazitäten und damit sinkende Einnahmen bei gleichzeitig höheren Personal- und Produktionskosten durch die weiten Wege zum Stammhaus werden am engen Etat nagen.


Neuzugänge im Ballettensemble: Von links nach rechts: Raphael Saada, Yvonne Compana Martos, Alfonso Linares, Valentin Braun, Kelly Jane Tipton, Riccardo de Nigris, Nathan Griswold und Alisha Coon – Foto: Nik Schölzel

Die Folgen können sich bitter auf die Schlagkraft des Hauses auswirken und damit auf die gesamte Region. Das Dreispartenhaus ist nämlich nicht nur eine Institution zur Aufbewahrung und Reproduktion eines wichtigen Teils unseres kulturellen Erbes, es hat sich gleichzeitig als Pulsgeber für neue Strömungen in der Kunst und unersetzlicher Partner für Kreative auch ohne engeren Bezug zu Oper, Ballett oder Schauspiel positioniert. Außerdem erfüllt es heute einen weiteren Auftrag, der zwar nirgendwo formuliert ist und für den es auch keine extra Fördermittel gibt, der aber gerade in Zeiten unsäglicher Sarrazin-Debatten unschätzbar wichtig ist: Das Theater dient als Modell, wie in unserer Gesellschaft Menschen aus allen Teilen dieser Welt friedlich zusammenlebend erfolgreich an einem gemeinsamen Ziel arbeiten können. Dieses Selbstverständnis und das damit verbundene Bekenntnis zur Toleranz hat im Haus am Kennedyplatz Tradition und damit Vorbildcharakter. Ein guter Beleg für diese Weltoffenheit sind die acht Neuverpflichtungen im Ballettensemble. Neben einem Augsburger können wir Künstler aus den USA, Australien, Spanien und Italien in der wohl schönsten, mit Sicherheit jedoch elegantesten Multikulti-Truppe der Region begrüßen. Also sagen wir welcome, bienvenido, benvenuto und hereinspaziert!


www.theater.augsburg.de

Große Shows auf kleinen Bühnen
Die Stars der Kabarett-Szene geben sich in Augsburg die Klinke
in die Hand

17. September / Mit Ausdauer, Engagement und dem richtigen Riecher haben die Geschäftsführer des Kulturhauses Kresslesmühle Augsburg zu einer Topadresse in Sachen Kabarett, Kleinkunst und Comedy gemacht. Beleg dafür ist auch das seit Mitte September laufende und exquisit zusammengestellte Kabarettherbst Programm. Den Besuchern wird hier urbane Kultur vom noch Geheimtipp Nordkvark (Foto) mit ihrem Lappenmusikal, oder dem bis zum Kassenmagneten Luise Kinseher präsentiert. Mehr als 60 Veranstaltungen stehen bis Ende November auf dem Programm, viele davon werden bis auf den letzten Platz ausverkauft sein. Trotzdem oder gerade deswegen beklagen die Programmmacher die schwierige Raumsituation für ihr Genre in der Stadt. Der ersatzlose Ausfall von Komödie und Kongresshalle bedeutet auch für das Kabarett bittere Einschnitte, weil verschiedene Künstler hier zurzeit nur mit Schwierigkeiten präsentiert werden können. Die Mühle ist mit 130 Plätzen für viele Programme eigentlich zu klein. Es fehlt ein Ort mittlerer Kapazität für rund dreihundert Besucher. Noch können große Namen durch die langen und guten Beziehungen der Veranstalter nach Augsburg gelockt werden. Doch je länger das Raumproblem anhält, desto mehr nimmt auch die Kabaretthochburg Augsburg schaden und das will doch nun wirklich keiner.

www.kresslesmuehle.de

Pyro-Games
Die Champions League der Feuerwerkskunst zeigt ihr Können auf dem Flughafen

17. September / Glück gehabt: Die bundesweite Tournee des Feuerwerksfestivals »Pyro Games« gastiert auch in Augsburg. Die Veranstaltung will aber nicht nur ein Spektakel für alle Zuschauer bieten, sondern eine »Champions League des Feuerwerks« begründen. In Qualifikationsrunden, Gruppenphasen und Finaldurchgängen wird gemeinsam mit dem Publikum ein Sieger gesucht. Es zählen Originalität und Kreativität, zuletzt aber vor allem die Meinung der Zuschauer, die per Telefonvoting mitbestimmen dürfen. Dazu gibt es als Abschluss und zur Übergabe des Siegerpokals eine Lasershow.

www.pyrogames.de

Kunstpreis Gersthofen geht nach Japan

17. September/ Am 16. September wurde der vor 25 Jahren ins Leben gerufene Kunstpreis der Stadt Gersthofen an Karen Irmer für ihre poetisch, zurückgenommenen schwarzweiß Fotos verliehen. Die junge Künstlerin wurde von der Juryentscheidung während eines Japanaufenthalts überrascht. Das Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro stellte diesem Jahr zum ersten Mal die VR-Bank Lech-Zusam bereit. Auch dieses Jahr konnten Künstler aus Gersthofen und der benachbarten Region, sowie solche mit besonderem Bezug zu Gersthofen einreichen. Über 70 Künstler kamen dieser Einladung nach. Einer der bekanntesten Preisträger der letzten Jahre heißt übrigens Peter Grab. Der in Augsburg zunehmend kalt gestellte Kulturreferent war 1990 Preisträger. Als Gastredner genoss er das Auditorium in der Nachbarstadt und überraschte die zahlreichen Gäste der Preisverleihung mit Geschichten aus seinem Lebenslauf.

www.gersthofen.de

Neuer Mann beim Modular
Modularfestival ändert nach Ärger hinter den Kulissen Strategie und setzt mit Stefan Sieber als neuen Festivalleiter auf neue Kräfte.
16.September/kaj Erst zweimal ging das vom SJR ausgerichtete Modular Festival für Pop- und Jugendkultur über die Bühne und schon ist es reif für einen Strategiewechsel. Kritik am Konzept setzte es vor allem von Seiten der Workshopmacher und Teilnehmer. Sie beklagten fehlenden Respekt für ihre Arbeit von Seiten der Veranstalter und belegten ihre Position mit unzureichenden Präsentationsmöglichkeiten im Festivalkontext. Weiteren Grund zum Ärger, diesmal von Seiten der Besucher, brachten zahlreiche unglückliche Programmüberschneidungen. Vor dem Hintergrund dieser Querelen verabschiedete sich die Kulturpark West gGmbH als Juniorpartner des Festivals. Andere Quellen sagen der KPW wurde abserviert. Diesen Part beansprucht nun das Popbüro. Es wird gemeinsam mit dem SJR zentraler Koordinator des Festivals und bescherte Modular auch gleich grundlegende Änderungen im Konzept.

Gegen die einstige Position des Kulturreferenten Peter Grab wird aus Modular nun doch ein Sommerfestival unter Einbeziehung diverser Operair Lokations in der City. 2011 soll es so dem lahmenden Rahmenprogramm zur Frauenfußball WM an einigen Tagen Sexappeal verleihen. Das sich der SJR damit weitgehend an das vom ihm selbst einst kassierte X-Large Konzept wirder annähert wird kaum jemand bedauern, ebenso die Tatsache, dass der Verband die Programmhoheit bei Modular aus den Händen gibt.

An dieser Stelle kommt Stefan Sieber ins Spiel. Als erfolgreicher Musiker und Veranstalter ist er eine gute Wahl für die neu geschaffene Position des Festivalleiters. Seit neuen Jahren ist er neben Tobias Schmid Mastermind des Clubkonzepts automatic music und verfügt über exzellente Kontakte, nicht nur in der Elektroszene. Sein zweites Standbein als Kaufmann, in seinem Fall ohne engere Verflechtungen in Sachen Pop, empfiehlt ihn darüber hinaus als weitgehend unabhängigen Denker, der auch kritische Töne gegenüber der hiesigen Kulturverwaltung anzuschlagen weiß. Diese Fähigkeit hat er auch bei den Diskussionsveranstaltungen im Themenkontext „Kreative Stadt“ gezeigt. Sein Ziel als Modular Festivalleiter ist klar. Er möchte in der Stadt einen Event etablieren, der mit seiner Strahlkraft weit über die Grenzen der Region hinaus wirkt und das nicht nur im Rahmenprogramm von Frauenfußball.


Smooth Jazz Festival
Festival internationaler Jazz-Größen gastiert in diesem Jahr im schönen Parktheater
4. September / Nach Bregenz und München gastiert das Smooth-Jazz-Festival in diesem Jahr vom 24. bis 26. September im Parktheater. Am ersten Abend des 3-tätigen Festivals lassen Rick Braun (Bild) und David Benoit von sich hören. Braun, Trompeter und Produzent aus den USA, führt nicht nur sein eigenes Label, sondern hat außerdem Auftritte mit Rod Stewart und Tina Turner absolviert. Der Komponist und Pianist Benoit hat das Los Angeles Philharmonics und das London Symphony Orchestra dirigiert. Nach mittlerweile fünf Grammy-Nominierungen und 25 Soloalben, zeigt er im Parktheater, was an einem Piano möglich ist.
Am Samstag verbinden die »Akusticos« als Vorgruppe mit viel Leidenschaft Jazz mit lateinamerikanischen Rhythmen. Seit über zehn Jahren machen John Odio und Walter Chepe Blanco ihre Musik in Costa Rica und drüber hinaus. Der Londoner »Shilts«, der ebenfalls am Samstag auftritt, zeigt sein Können am Saxophon. Gespielt hat er schon mit David Bowie, Beyonce und Jamiroquai. Der dritte Star am Samstag ist Chuck Loeb, der seit vier Jahrzehnten im Umkreis von Stan Getz, Jim Hall und Pat Metheny musiziert.
Zum Abschluss am Sonntag singt und spielt Joyce Cooling. Zusammen mit Norah Jones und Diana Krall gehört sie zu einer neuen Generation junger Jazzmusikerinnen.

www.smoothjazzfestival.de


Sinfonische Filmmusik
Das Jugendsinfonieorchester spielt zusammen mit der Gewinnerin des Kulturpreises der Stadt Gersthofen

4. September / Beim Konzert des Schwäbischen Jugendsinfonieorchesters am 19. September in der Stadthalle Gersthofen spielt die Gewinnerin des Kulturpreises der Stadt Gersthofen, Sarah Christian, als Solistin. Sie trägt das zwischen 1937 und 1945 entstandene Violinkonzert von Erich Wolfgang Korngold vor. Hauptwerk des Konzertprogramms ist die 8. Symphonie von Antonin Dvorák, die durch ihren Reichtum an Melodien glänzt.

www.sjso.de

Vitalisieren und Beruhigen
H2 eröffnet Herbstsaison mit der Schau MDL 25 von Maik und Dirk Löbbert

10. September/ Die Decke der Kunsthalle H2 im Glaspalast wird von schlanken, weißen Säulen getragen. Sie teilen den Raum in gleichgroße Einheiten. Darin, dazwischen und rund herum präsentiert Hausherr Thomas Elsen seit Jahren zeitgenössische Künstler. Seit dem 10. September stehen die Säulen selber im Fokus des Geschehens. Auf unterschiedliche Höhe mit schwarzer Farbe bemalt vitalisieren und beruhigen sie die ehemalige Fabrikationshalle zu gleichen Teilen. So befindet zumindest Kurator Elsen, wohl ahnend, dass seinem H2 das Gegenstück zur Beruhigung abgeht. Das mit herrlichem Spieltrieb gesegnete Bruderpaar und Künstlerduo Maik und Dirk Löbbert greift in seiner Arbeit auf Gegebenheiten vor Ort oder Fundstücke zurück, so auch im H2. Außer den dunklen Säulenstümpfen bleibt der Raum leer.

Im Kabinett wird es lebendiger. Hier laufen über 18 Projektionseinheiten Filme und Bilder der Löbberts aus 25 Jahren gemeinsamen Schaffens. Einige der neueren Produktionen sind in und um Augsburg entstanden. Durch weglassen oder zufügen einiger Details entstehen Motive mit Witz und Wirkung. So werden dem Hotelturm einige Etagen luftig entzogen und der Königsplatz generiert zum Kreisverkehr. Ob beabsichtigt oder nicht entstand so ein Beitrag zum Stillstand in der Augsburger Stadtplanung. Ergänzt wird die Jubiläumsausstellung MDL 25 durch Fotografischen Arbeiten der Brüder im Foyer der Stadtsparkassenzentrale an der Halderstraße. Das Geldhaus ist auch Sponsor der sehenswerten Schau. MDL 25 ist bis 27. Februar zu sehen.

www.h2-glaspalast.de

Volle Kraft voraus
Soundtrain begeistert bei seiner Station in Augsburg und startet neue Spielzeit für Zukunftsmusik

10. September / Mehr Musik Soundtrain begeistert bei seiner Station in Augsburg Publikum im ausverkauften tim und startet mit furiosen Darbietungen neue Spielzeit für Zukunftsmusik.

Wir erinnern uns: Sounding d ist ein Klangzug der durch Deutschland tourt und als Teil des Musikprojekts Mehr Musik an 15 Haltestellen neue Klänge präsentiert. Besondere Erfolge kann das Projekt in Augsburg verbuchen.

Es war wie in richtigen Leben, wer zu spät kommt verpasst den Zug. So widerfuhr es einigen Fans zeitgenössischer Musik, die sich nicht rechtzeitig um ein Sounding d Ticket für die Konzerte im tim bemühten. Und sie haben einiges verpasst. An sechs Klangstationen erwartete die Besucher des Textilmuseums an diesem Abend Aufregendes in Sachen neuer Musik. Höhepunkt war die Performance des shorfilmlivemusikorchesters, das zu Filmsequenzen aus dem Archivbeständen des tim einen Mix mit Fragmenten neuer Komposition und Freestyle lieferte.

Neue Musik funktioniert in Augsburg. Das ist unter anderem Ute Legner zu verdanken, sie ist die lokale Projektleiterin des Bundesprojekts Mehr Musik und damit auch wichtige Bezugsperson für die Szene.

Zu diesem Kreis gehören auch die Macher des Projekts Zukunftsmusik um Johannes Gutfleisch. Die von der Theatergemeinde Augsburg unterstützten Konzertreihe ist zwar erst seit 2009 aktiv, präsentierte aber in der vergangenen Spielzeit spektakuläre Aufführungen an ungewöhnlichen aber reizvollen Lokations. So wurde der Zusammenschluss diverser Ensembles, Orchestermusiker und Einzelkämpfer schnell zum neuen Kristallisationspunkt einer lebendigen Szene.

Am 25. Oktober ist Zukunftsmusik zum ersten Mal in der Spielzeit 2010/2011 mit dem Programm Der Sommer meines Lebens im Rokokosaal der Regierung von Schwaben zu hören. In Kooperation mit dem Tonkünstlerverband erklingen neue Klavierquintette von Adés, Schulzki und Leistner-Mayer.

Am 17. November dockt Zukunftsmusik mit dem Projekt Internationale Klangstation in den Fabrikationshallen von MT Arospace an. 12 Cellisten aus aller Welt spielen dort im Rahmen des Festivals der 1000 Töne u. a. eine Uraufführung von Gordon Kampe.

www.mehrmusik-augsburg.de
www.zukunftsmusik.de

Startschwierigkeiten
Die emsig im Aufbau steckenden Veranstaltungsräume im Erdgeschoss der Ballonfabrik haben den geplanten Start verpasst
10.September/ Eigentlich sollte es Anfang September mit den ersten Konzerten losgehen, auch um finanziell reinzuholen, was für den offiziellen Start im Oktober noch fehlt. Konzipiert und getragen wird die Verwaltung der Räume im Erdgeschoss des Kreativzentrums Ballonfabrik vom Verein Awaka, einem Zusammenschluss ehrenamtlicher Kulturaktivisten zwischen zwischen 18 und 40. Geplant sind am Ende regelmässige Lesungen, Performances und Konzerte aus dem neuen und alten Underground. Auch unbekannte Bands sollen hier kostengünstig vor Publikum spielen.

Als ich die Räume besichtigen darf, ist der Boden noch übersät mit vielen kleinen Häufchen aus Holz oder Metall. Es steht schon die für den kleinen Raum relativ große Bühne, die Wände strahlen in hellem Orange. An der Wand hinter der Bühne prangt das Logo des Veranstaltungsorts. 120 Quadratmeter hat der Verein insgesamt angemietet.

Eigentlich wäre der Plan gewesen die ersten Ausgaben von einigen Tausend Euro mit vorgezogenen Konzerten im September zurück zu verdienen. Der Brandschutz aber hat diese Pläne vereitelt. Jetzt hoffen die Organisatoren auf eine Sondergenehmigung. Dafür war einer Pressemitteilung des Vereins nach ein runder Tisch mit den Vermietern, dem Ordnungsamt und dem Popkulturbeauftragten Richard Goerlich in Planung. Nachdem am Freitag vor einer Woche vom Popkulturbeauftragten ein finanzieller Zuschuss in Höhe von 3.000 Euro zugesagt werden konnte, kann eine Licht- und Tonanlage gekauft werden. Die letzte große Hürde sei nun die sicherheitstechnische Abnahme der Räume, verlautet der Verein.



Take the Sound Train
Ein Gastbeitrag von Ute Legner
27.August/ Ute Legner ist die erste Ansprechpartnerin wenn es bei uns ums Thema neue Musik geht. In einem Gastbeitrag für den a-guide erzält sie von Ihrem Projekt Mehr Musik und macht neugierig auf den Soundtrain.

Im Spätsommer 2010 rollt ein besonderer Zug durch Deutschland: der Klangzug des Netzwerks Neue Musik. In einer großen spiralförmigen Bewegung fährt er durch das ganze Land und hinterlässt seine Klangspuren in jenen 15 Städten, die seit 2008 Fördermittel der Kulturstiftung des Bundes erhalten, um der zeitgenössischen Musik den Boden zu bereiten.
Vom 25. August bis zum 12. September entwirft »sounding D«, so der Titel dieses Zugprojekts, ein klingendes Bild der Neuen Musik in Deutschland und vermittelt über zweieinhalb Wochen täglich neu, dass die Kunstmusik der Gegenwart überall und mittendrin ihren Ort hat. Auch in Augsburg. Hier macht der »sounding D«-Zug am 8. September halt.
Denn auch Augsburg hat ein Netzwerk-Neue-Musik-Projekt: MEHR MUSIK!

Die Ohren vor Ort zu öffnen und ein Publikum für jene Musik aufzuschließen, die oft als sperrig und schwierig eingeordnet wird, das sind die Aufgaben der Städte, die im Netzwerk Neue Musik zusammengeschlossen sind. Wer kürzlich im Bahnpark saß, im Konzert »Different Trains« Dieselgeruch atmete und die Kompositionen von Michael Gordon oder Steve Reich erlebte, hat die Sperren überwunden. Wer kam, ist aufgesprungen auf den Neue-Musik-Zug – begeistert von den Klängen, die über das Publikum geschüttet wurden, mitgerissen von der Atmosphäre, angesteckt vom Elan der Musikerinnen und Musiker.
Kühlrippenmessluftschnüffelleuchtstofforgel. Der Klang der Stadt. Vivaldi ge-loop-t. Zündendes Streichorchester. The Sounds of Kulturpark West. HörHülle. Pfeifkonzert. Mehrgangschaltung. Hörspaziergang.
Hunderte junger Augsburgerinnen und Augsburger – Schülerinnen und Schüler von der Förderschule bis hin zum Gymnasium, Azubis, Studierende des Leopold-Mozart-Zentrums – sind Neuer und experimenteller Musik in der Zwischenzeit in den Workshops, Klubs und Ensemble-Projekten von MEHR MUSIK! begegnet. Sie haben eigene Stücke komponiert. Sie trafen mit bekannten zeitgenössischen Komponisten wie Gerhard Stäbler oder Juliane Klein zusammen; sie standen in den von MEHR MUSIK! organisierten Konzerten auf der Bühne.
Lehrerinnen und Lehrer aus der gesamten Region kommen mittlerweile zu den »Kreativen Klangexperimenten im Klassenzimmer«. Das Staatliche Schulamt und die Regierung von Schwaben unterstützen diese Fortbildungsreihe, in der MEHR MUSIK! den Lehrkräften Ideen anbietet, wie zeitgenössische und/oder experimentelle Musik im Unterricht lebendig vermittelt werden können.
International bekannte Ensembles wie das Muziektheater Transparant, das Quartet New Generation oder der via-nova-chor waren auf Einladung von MEHR MUSIK! in Augsburg zu Gast, um mit jungen Menschen zu arbeiten, zu musizieren, zu konzertieren.
Im April 2010 stemmten knapp 180 Kinder und Jugendliche zusammen mit MEHR MUSIK! vor einem verblüfften und staunenden Publikum das Opernprojekt »Die Abenteuer von Tom Dumm«. Eine Uraufführung dreier junger Komponisten an drei so unterschiedlichen Orten wie der Disco Kantine, dem ehemaligen Armeekino Reese-Theater und der Kradhalle im Kulturpark West – ein solches Projekt hat es in Augsburg und auch sonst wo nie zuvor gegeben.

Als das kleine MEHR MUSIK!-Büro vor etwa zwei Jahren seine Arbeit im Kulturpark West aufnahm, hätte niemand gedacht, dass sich all dies aus dieser kleinen Neue-Musik-Keimzelle entwickeln würde. Intendantin Juliane Votteler hatte zu Beginn ihrer Zeit in Augsburg die Bewerbung um die Bundesgelder initiiert und die Stadt, allen voran die damalige Kulturreferentin Leipprand, ebenso wie die Stadtsparkasse Augsburg davon überzeugt, dass das Augsburger Kulturleben durch ein Engagement für die Neue Musik eine neue, spannende Facette dazugewinnen würde. Stadt und Stadtsparkasse zogen mit, die Freude war groß, als die Kulturstiftung des Bundes Augsburg den Zuschlag gab.

Die Skepsis innerhalb der Augsburger Kulturlandschaft war jedoch umso größer. Augsburg und Neue Musik? Warum? Warum Geld für »so was«? Und das in diesen Zeiten!
Diese Fragen stellt heute niemand mehr. Neue Musik gehört dazu. Sie irritiert und begeistert – wie das MEHR MUSIK!-Ensemble, das inmitten des Noise-Festivals auf dem diesjährigen Modularfestival urplötzlich leise, unverstärkte Töne auf Orchesterinstrumenten anschlug. Oder das Shortfilmlivemusicorchestra, das zusammen mit der Uni-Big Band Augsburg bei Brecht 2010 live improvisierte Filmmusik zu Kurzfilmen bot – ein Projekt übrigens, das MEHR MUSIK! zusammen mit dem Büro für Popkultur realisierte. Das Popbüro ist einer der mittlerweile 16 regionalen Netzwerkpartner von MEHR MUSIK!. Denn genauso, wie MEHR MUSIK! mit den anderen 14 Städten des Netzwerks Neue Musik verbunden ist, hat sich auch hier in der Stadt ein Netzwerk gebildet, in dem so unterschiedliche Partner wie der Tonkünstlerverband Augsburg-Schwaben e.V. und die echokammer, die Sing- und Musikschule Mozartstadt Augsburg und das lab.30, das tim, das Festival der 1000 Töne oder die Augsburger Schulen zusammenwirken.

Der Offenheit und Experimentierfreude einiger Augsburger Lehrkräfte und Schulleitungen, dem positiven Klima, das das Theater Augsburg mit Juliane Votteler, Ralf Waldschmidt und Dirk Kaftan der Neuen Musik bereitet, und dem Mut und Willen einer kleinen Gruppe Augsburger Musikerinnen und Musiker, den »Zukunft(s)musikern«, ist es zuzuschreiben, dass die Keimzelle MEHR MUSIK! so viele experimentelle Blüten treiben konnte. Erste Sponsoren – neben der Stadtsparkasse sind dies die LEW und die Schwaba – unterstützen mit ihren Mitteln diesen Nährboden und die Entwicklungen lassen darauf hoffen, das Augsburg auch nach 2011, wenn die Bundesförderung ausläuft, die Neue Musik in der Kulturlandschaft nicht verdorren lässt. Und die Hoffnung scheint berechtigt. Kulturreferent Peter Grab begleitet das Projekt von Anbeginn und zeigte sich mehrfach über Arbeit und Ergebnisse von MEHR MUSIK! begeistert. Seinen Zielen der Jugendkulturarbeit und vor allem seinem Credo »Kultur für alle« wird dieses Projekt mehr als gerecht.
Der New Music Train in Augsburg hat auf jeden Fall volle Fahrt aufgenommen.

MEHR MUSIK! wird gefördert durch das Netzwerk Neue Musik, ein Förderprojekt der Kulturstiftung des Bundes, die Stadt Augsburg & die Stadtsparkasse Augsburg. MEHR MUSIK! ist ein Projekt des Theaters Augsburg.



Tief im Süden
Eine alpine Wanderung im Allgäu mit unserem Naturfreund und Bergredakteur Holger Kannler

06. August / Im Allgäu einen richtig hohen Berg zu finden, auf den ein schöner Wanderweg führt, ist in etwa so schwer, wie in einer Stadt den nächsten Friseur ausfindig zu machen. Die Frage, die sich in beiden Fällen bei der Auswahl stellt, ist jedoch ungefähr dieselbe: Welcher passt zu mir und meinen Erwartungen?

Zumindest bei den Bergen kann man einmal davon ausgehen, dass viele Ziele die Anstrengungen lohnen und ein tolles Naturerlebnis nebst grandioser Aussicht bieten. Wir haben nach einem einzigartigen Kriterium gesucht und deshalb unter den Bergen des Allgäus den südlichsten Gipfel im Hauptkamm ausgewählt: den Biberkopf. Über seine Höhe variieren die Angaben: 2.599 m in der Karte des Deutschen Alpenvereins, bei den österreichischen Kollegen werden die 2.600 voll. So oder so, es reicht allemal zu Platz zehn in der Gipfeltabelle. Nur 58 Höhenmeter beträgt der Rückstand auf den Großen Krottenkopf, den »absoluten« Berg in den Allgäuer Alpen.

Anders als ein Gang zum Friseur, um beim Vergleich zu bleiben, bedarf ein »Gipfelsturm« einiger Vorbereitung. Kernpunkt dabei ist die Frage: Wie gut bin ich konditionell in Schuss und wie weit reichen Schwindelfreiheit und Trittsicherheit? Wir haben eine Tour ausgesucht, die über fest angelegte und gut markierte Wege führt und an den kritischen Stellen über Seilsicherungen verfügt. Der Biberkopf ist keine Kletterpartie, verlangt aber auch bei guten Verhältnissen einen sicheren Tritt und Schwindelfreiheit. Ansonsten genügt die übliche Ausrüstung für Wanderungen im Hochgebirge.

Den Biberkopf als Eintagestour zu machen, ist für konditionsstarke und ambitionierte Sportler durchaus möglich. Zumal man einen Teil gut mit dem Rad absolvieren kann. Allerdings versäumt man dann auf der Gipfelhatz wohl vieles von der schönen Natur und der Reiz, sich einem Berg langsam zu nähern, ihn Schritt für Schritt kennenzulernen, bleibt dabei weitgehend auf der Strecke. Eine Übernachtung auf der Rappenseehütte bietet sich an, denn so kann man die Tour genießen und auch als Runde anlegen. Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann natürlich noch die anderen Gipfel in der Umgebung der Hütte erkunden und für den gehobenen Anspruch gibt es noch den bekannten und beliebten Heilbronner Weg.

Man wird also wohl nicht alleine sein auf seinem Weg. Der beginnt in Oberstdorf/Faistenoy am Parkplatz der Fellhornbahn. Ein breiter Fahrweg, der sanft ansteigt, bringt uns, vorbei an wunderschönen Wiesen und einigen einladenden Gastgärten, über Birgsau nach Einödsbach. Hier sind die ersten eineinhalb Stunden bereits vergangen und hinter dem Gasthof zweigt der eigentliche Anstieg zur Rappenseehütte ab, der gleich mit einer schönen Bachüberquerung beginnt.

Über Wiesen und Almengelände gewinnt man sanft, aber stetig an Höhe. Spätestens hier findet man seinen Tritt und das passende Tempo. Das Gute an dieser Aufstiegsvariante ist die Drittelung des Weges durch angenehme Rastmöglichkeiten. Die Petersalpe wird nach gut einer Stunde erreicht und ist die ideale Station für eine erste Pause. Auch wenn niemand da ist, gibt es kalte Getränke: Sie liegen im Brunnen vor der Alm, man vertraut hier auf ehrliche Bezahlung. Ein Stück heile Bergwelt?

Nicht jeder Wanderer ist Purist

Unser Weg führt uns weiter bergan durch relativ einfaches Gelände, nicht zu steil und mit einem herrlichen Ausblick auf die gegenüberliegenden Schafalpenköpfe. Man kann den bekannten Mindelheimer Klettersteig über diese Gipfel fast erahnen. Nach guten 1,5 Stunden kündigen Weidezäune die Enzianhütte an. Auf den ersten Blick noch ganz Hütte, erwartet uns Ungewöhnliches für diese Höhe: Ein Wellnessbereich mit Whirlpool samt Bergpanorama, ein Restaurant und moderne Tagungsräume passen eher zu einem Hotel als zu einer Hütte. Vergangenes Jahr schaffte es die Enzianhütte sogar in den »Feinschmecker«. Nicht jeder Wanderer ist Purist.

Wir ziehen weiter und erreichen schon nach einer die Rappenseehütte. Aufgrund ihrer Beliebtheit ist sie sehr geräumig gehalten und weil es nicht so voll ist, haben wir bei der abendlichen Lagervergabe sogar die Wahl zwischen Wand- oder Fensterplatz. Die Organisation passt, die Einrichtung (Dusche, Betten, Trockenraum) lässt für den Wanderer kaum Wünsche offen und die Leute sind trotz des großen Andrangs angenehm freundlich. Was man nicht von allen populären Hütten behaupten kann. Auf den Tisch kommen verstärkt Produkte aus der Region (»So schmecken die Berge«) und der Koch versteht sein Handwerk. Es lohnt sich, hier Station zu machen und die Nacht zu verbringen.

Gleich hinter der Hütte treffen wir auf Murmeltiere, die sich offensichtlich schon an die Besucher gewöhnt haben und den »Sicherheitsabstand« gering halten. Auf unserem Weg zum Biberkopf zeigt sich im Rappenseekar (2.320 m) zum ersten Mal das fantastische Panorama der Zentralalpen mit den Lechtaler Alpen im Vordergrund. Auch der Biberkopf selbst ist nun zu sehen und begleitet uns auf dem schönen Weg den Grat entlang. Mit einem kurzen Abstieg verabschieden wir uns von diesem Panorama und der Anstieg zu unserem Gipfel beginnt. Allerdings müssen wir den gesamten Berg mit nur wenig Höhengewinn »umrunden«, um zum finalen, seilgesicherten Anstieg und schließlich zum Gipfelkreuz zu gelangen. Ein grandioser Blick nach allen Seiten macht die Anstrengungen vergessen. Auf unserem Weg zurück zur Hütte lassen uns ein paar junge Steinböcke ziemlich nahe kommen, ehe sie weitersteigen. Mit dem Hochrappenkopf (2.423 m) und dem Rappenseekopf (2.467 m) kann man übrigens mit wenig Anstrengung sein Gipfelbuch weiter füllen. Für den endgültigen Abstieg ins Tal empfiehlt sich dann die Alternativroute über die Schwarze Hütte.

Wer die Wahl hat, sollte die Tour unter der Woche planen. So kann man die Ruhe der Bergwelt ganz im Süden noch besser genießen als an den Wochenenden, gerade auch wenn diese in die Ferienzeit fallen.


Die Route in Stichpunkten:
Parkplatz Faistenoy – Birgsau – Einödsbach – Petersalpe – Enzianhütte – Rappenseehütte – Biberkopf – Abstieg über Schwarze Hütte – Rappenalpenbachtal – Birgsau

www.rappenseehuette.de
www.enzianhuette-oberstdorf.de
www.einoedsbach.de
www.natur-schutz-stiftung.de



Die Milch macht’s – aber nicht mehr lange
Allgäuer Bergbauernkultur im Wandel
Eine Nahaufnahme von Holger Kannler

06. August / Bergbauer: laut Brüsseler Definition ein Betrieb, der in »Berggebieten« mindestens drei Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche bewirtschaftet.

Grüne Wiesen, auf denen sich Kräuter und Wildblumen sanft im Wind wiegen. Zufriedene Kühe, die sich genussvoll an diesem Naturkraftfutter bedienen und von einem älteren Herrn mit Rauschebart, wettergegerbtem Gesicht und Filzhut liebevoll gekrault werden. Idylle pur. Solche oder ähnliche Klischees stellen sich wohl ein, wenn man an die Arbeit eines Bergbauern denkt. Da mischen sich die Bilder aus der Werbung mit der heilen Fernsehwelt der Hansi-Hinterseer-Fraktion und den eigenen Eindrücken von der letzten Wandertour. Die Realität sieht anders aus, auch auf den Alpen bei den Allgäuer Bergbauern (der Allgäuer sagt »Alp« – »Alm« ist hier eher ein Schimpfwort). Die Politik der Brüsseler Bauernbürokraten und die knallharte Kalkulation der Großkonzerne setzen ihnen die Daumenschrauben an. Vielerorts dient die Alpwirtschaft mehr der Landschaftspflege als dem Broterwerb. Um leben zu können, sind viele Bauern auf Einnahmen aus Tourismus oder Gastronomie angewiesen. Da helfen dann doch wieder die romantischen Bilder von einer heilen Bergwelt samt glücklichen Kühen und grüner Alpwirtschaft. Die Land- und Milchwirtschaft ernährt immer weniger Menschen, und dabei war sie einst verantwortlich für den wirtschaftlichen Aufstieg eines verarmten Allgäus.

Vom »blauen« zum »grünen Allgäu«

Noch bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war das Allgäu ein großer Produzent von Flachs, dem Rohstoff für die damalige Textilindustrie (natürlich auch für die Fabriken in Augsburg). Das Blau der Flachsblüten war die dominierende Farbe auf den Feldern im Allgäu. Die Milchwirtschaft gab es nur im Kleinen und die Bauern verarbeiteten ihre Milch zu Käse, überwiegend für den Eigenbedarf. Doch mit der stetig wachsenden Einfuhr von Baumwolle, vor allem aus Amerika, verlor der Flachs zunehmend an Bedeutung und den Bauern im Allgäu schwand ihre wichtigste Einnahmequelle und Existenzgrundlage. Man war also gezwungen, neue Wege zu gehen, wollte man nicht verhungern. Die Rettung kam aus der Schweiz. Dort war es gelungen, große, haltbare und somit auch sehr gut handelbare Käselaibe zu produzieren. Die Allgäuer versuchten zunächst die eidgenössischen Erfolge zu kopieren, allerdings mit nur mäßigem Erfolg, und so holte man Senner aus der Schweiz, die um 1820 herum begannen, im Allgäu ihren Käse Emmentaler Art herzustellen. Aus dem anfänglichen Exotentum (einige Bauern präsentierten ihre Käselaibe sogar gegen Eintritt) erwuchs rasch eine neue, florierende Einnahmequelle. Diese neue Käseproduktion wurde konsequent ausgebaut (aus Holland warb man Senner an, die ihren Romadur und Limburger »mitbrachten«) und die dafür benötigten großen Milchmengen führten dazu, dass nicht mehr jeder Bauer selbst Käse produzieren konnte. In den Dörfern entstanden genossenschaftliche Sennereien, die Eisenbahn sorgte für den Transport in die rasant wachsenden Städte und aus dem ärmlichen Landstrich wurde eine wirtschaftlich gestärkte Gegend. Das »blaue Allgäu« des Flachses wurde zum »grünen Allgäu« der Milchwirtschaft. Noch heute kommen rund 70 % der deutschen Emmentalerproduktion aus dem Allgäu.

Berggebiet: laut Brüsseler Definition ein Gebiet, das über 800 m über NN liegt oder dessen Wirtschaftsfläche zu mindestens 50 % bei einer Mindesthangneigung von 18 % zwischen 600 und 800 m Höhe liegt

Die meisten Alpen wurden damals wie heute als »Galtalpen« genutzt, auf denen überwiegend Jungvieh (allgäuerisch: »Schumpen«), das keine oder nur wenig Milch produziert, für den Sommer untergebracht wird. Auch wenn man heute über geländegängige Fahrzeuge und ein Netz gut ausgebauter Forstwege verfügt, rechnet sich die Milchwirtschaft an abgelegenen Orten kaum. Meist sind die Kosten für Transport, Logistik und Maschinenpark für eine marktfähige Milch- und Käseproduktion zu hoch. Dass heute in jedem Supermarkt original Bergbauernmilch und Bergbauernbutter zu haben sind, liegt an der Brüsseler Agrarpolitik. Betriebe über 800 m über NN arbeiten im »Berggebiet« (zum Vergleich: Füssen liegt knapp darunter, Marktoberdorf auf 758 m und Oberstdorf auf 815 m). Im gesamten Alpenraum gibt es etwa 500.000 Kleinbetriebe, die dieses Kriterium erfüllen, die Hälfte davon in Italien. Dieser Zustand erklärt auch die vielen Milchtransporte auf der Brennerautobahn. Es rentiert sich, die gute Bergbauernmilch auch über weitere Strecken zu transportieren. Die Bauern im Gebirge haben davon am wenigsten. Trotz der Subventionen aus Brüssel, die einen Ausgleich für die erschwerte Arbeit in Höhen- und Hanglagen sein sollen, kommen immer weniger Bergbauern über die Runden. Die CIPRA, eine Art internationale Alpenschutzkommission, warnt deshalb vor einem Aussterben der Bergbauern. Schon heute sind zwei von drei Betrieben keine Vollerwerbslandwirtschaften mehr und sind dringend auf Nebeneinkünfte angewiesen. Jährlich schließen 1,5 % der Höfe und europaweit sind in den Alpen zwei Drittel der Bauern älter als 45 Jahre. Die Nachfolge ist oftmals nicht gesichert, weil dem Nachwuchs die wirtschaftliche Perspektive fehlt. In Italien und Frankreich gibt es bereits Bergtäler, die nahezu unbewohnt sind. Dieser Verlust an Kultur und Kulturlandschaften lässt sich nicht in Euro ausdrücken.

Wege aus der Sackgasse

In einem globalisierten und immer stärker durchrationalisierten Agrarmarkt kann die teure und aufwendige Milchproduktion in Steil- und Hochlagen nur in Nischen bestehen. Um erfolgreich zu wirtschaften, müssen die Bergbauern noch viel stärker auf Qualität, Spezialisierung und den direkten Bezug zu ihrer Region setzen: regional produzieren, regional veredeln, regional verkaufen. Es gibt bereits Initiativen, die diesen Weg unterstützen, wie etwa »So schmecken die Berge«, bei der rund 75 Hütten im Alpenraum ihre Gäste so weit wie möglich mit regionalen Produkten bewirten. Am Ende wird aber die Politik entscheiden müssen, ob sie gewillt ist, sich für den Erhalt von wertvollen Kulturlandschaften mit ihrer heutigen Artenvielfalt von Flora und Fauna einzusetzen. Ohne Bergbauern wird es die Berglandschaften, wie wir sie heute kennen und lieben, mit grünen Wiesen und zufriedenen Kühen irgendwann einfach nicht mehr geben.


Die natürliche Verbindungsader zwischen Allgäu und Augsburg
Ein Flussporträt von Jochen Mack

06. August / Die erste Begegnung des Autors mit dem Lech war wenig erhebend. Beim ersten Halbmarathon einer Sportwarenkette war die Strecke vom Kuhsee zur MAN-Brücke zurückzulegen. Diese fünf Kilometer zogen sich wie Kaugummi entlang eines monotonen Flussbands, das den Osten Augsburgs in zwei Teile trennt. Dabei ist der Lech hauptverantwortlich für den wirtschaftlichen und ökologischen Reichtum Augsburgs. Nichts hat die Stadt so geprägt wie dieser Fluss und gleichzeitig gibt es nur wenige Städte, die ein so liebloses Verhältnis zu »ihrem« Gewässer pflegen wie die Fuggerstädter. Um das Potenzial und die Bedeutung des Lechs für Augsburg zu erkennen, lohnt ein Blick in die Geschichte.

Wirtschaftliche Bedeutung

Zunächst war der Lech die wichtigste Verbindung zwischen Augsburg und dem Allgäu bzw. den Alpen. Bis ins 19. Jahrhundert wurden Holz und andere Güter per Floß von Füssen über Landsberg nach Augsburg und teilweise weiter zur Donau transportiert. Doch das Wasser des Lechs war auch für die aufkommende Textilindustrie Augsburgs enorm wichtig. Vor allem für die Gerbereien und die Färbereien waren die zahlreichen Lechkanäle, die das Alpenwasser in die Stadt brachten, von elementarer Bedeutung. Sehr früh wurde die Wasserkraft auch in elektrische Energie umgewandelt. Die Wasserkraftwerke aus dem frühen 19. Jahrhundert sind zum großen Teil noch in Betrieb und nicht selten Perlen der Industriekultur (siehe auch den Bericht über das Lechmuseum auf Seite 15). Die Lechkanäle im Stadtgebiet haben eine Gesamtlänge von 77,7 Kilometern und Experten streiten sich darüber, ob es in Venedig oder Augsburg mehr Brücken gibt.

Kulturhistorische Bedeutung

Der Lech prägte durch seinen Lauf und durch seine Dynamik das ganze Tal – er war bis ca. 1900 vor den diversen Begradigungen und Einzwängungen bis zu vier Kilometer breit und bestand aus zahlreichen Rinnsalen, Nebenflüsschen, »Gumpen« (Strudellöchern) sowie Kies- und Sandbänken. Die Lechheiden waren bis 1950 eines der wichtigsten Gebiete für die Wanderschäfer, die bis von der Schwäbischen Alb kamen, um ihre Tiere vor den Toren Augsburgs zu weiden. Ackerbau lohnte sich bis dahin nicht auf dem kiesigen Untergrund. Nicolas Liebig vom Landschaftspflegeverband nennt für 1863 beeindrukkende Zahlen: In diesem Jahr wurden 110 Tonnen Schafwolle auf dem Wollmarkt in Augsburg umgeschlagen. Dafür muss man ca. 55.000 Schafe scheren. Damit trugen die Lechheiden einen großen Teil zur aufblühenden Textilindustrie in Augsburg bei. Nicht nur die Textilindustrie ist in Augsburg fast komplett weggebrochen, auch die Wanderschäfer waren verschwunden. Durch große Anstrengungen des Landschaftspflegeverbands konnten wieder zwei Wanderschäfer gewonnen werden, die mit ihren Schafen die restlichen Lechheiden beweiden. Dafür bekam Augsburg im Jahr 2005 immerhin den Deutschen Landschaftspflegepreis.

Ökologische Bedeutung

Die Schafbeweidung hat bis heute eine wichtige Funktion für die Erhaltung des Artenreichtums in den Lechauen (übrigens das drittgrößte bayerische Naturschutzgebiet). Zum einen hat sie verhindert, dass Bäume und größere Sträucher wuchsen, zum anderen haben die Schafe aus Geschmacksgründen bestimmte, wertvolle Arten verschmäht. Sie ließen Pflanzen wie den Klebrigen Lein oder den Schwalbenwurzenzian verächtlich stehen, weshalb sich diese gut weiterentwickeln konnten und bis heute existieren. Gerade von diesen Pflanzen sind die weltweit größten Vorkommen im Augsburger Stadtwald zu finden! Überhaupt gilt das Gebiet im Augsburger Stadtwald als eines der artenreichsten Gebiete Mitteleuropas. Nach Ansicht von Herrn Dr. Pfeuffer vom Naturwissenschaftlichen Verein für Schwaben war der Lech auch eine Hauptverkehrsader für Pflanzen und Tiere, die die Alpen und den Jura (also die Schwäbische und die Fränkische Alb) miteinander verband. Bestimmte Pflanzen und Tiere kommen in den Alpen, im Jura und entlang des Lechs vor. Auch hier hat Nicolas Liebig beeindruckende Zahlen parat: Zum Beispiel werden auf der Königsbrunner Heide auf fünf Hektar allein über 500 Pflanzenarten gezählt, darunter sensationelle Raritäten wie etwa die Sumpfgladiole oder der Deutsche Enzian. Um sich eine Vorstellung zu machen: Eine vergleichbare Fläche gilt schon ab 25 bis 30 verschiedenen Pflanzen als »artenreich«.

Ökologischer Reichtum in Gefahr

Auch ohne aktuelle Pläne für Kraftwerksbauten ist dieser Reichtum schon schwer geschädigt: Die diversen Begradigungen führten zu einer höheren Fließgeschwindigkeit des Flusses, die eine teils dramatische Eintiefung des Lechs zur Folge hatte. Durch ökologisch fragwürdige Bauten wie Sohlschwellen wurde dieser Effekt zwar teilweise verlangsamt, aber beispielsweise auf Kosten einer Durchlässigkeit für Fische. Dazu kamen die zahlreichen Staustufen, bis Augsburg verkraftet der Lech 20 davon, die ihm völlig die Dynamik rauben und die Gefahr der Eintiefung weiter verschärfen, da der Kies als natürliche »Bremse« des Flusses an den Staustufen aufgehalten wird und für teures Geld regelmäßig ausgehoben werden muss. Durch die Eintiefung des Lechs senkt sich parallel der Grundwasserspiegel, was jetzt schon einigen Tier- und Pflanzenarten den Garaus gemacht hat. Ohnehin ist die Heidelandschaft schon dramatisch reduziert – von der einstigen Fläche ist gerade ein Prozent übrig geblieben. Mit der massenhaften Verwendung von Kunstdünger wurde die Bewirtschaftung von Flächen rentabel, die bisher höchstens durch die erwähnten Wanderschäfer genutzt wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein großer Teil der Heide zu Ackerflächen oder zu Bauland umgewandelt – auch das nahm dem Lech einen großen Teil seiner Entfaltungsfläche.

E.ON lässt nicht locker

Vor diesem Hintergrund erscheint es fast schon obszön, dass E.ON tatsächlich ein Wasserkraftwerk mitten im Naturschutzgebiet und mitten in einen Flussabschnitt bauen will, in dem der Lech noch relativ frei fließen kann. Dabei müsste es nach Dr. Pfeuffer, der (natürlich) Mitglied in der Lechallianz ist, gerade in die andere Richtung gehen: »Wir brauchen weniger Querbauwerke und mehr Durchlässigkeit. Wenn E.ON mehr Energie aus Wasserkraft gewinnen will, sollen sie zuerst die restlichen Kraftwerke am Lech optimieren, die teilweise einen verbesserungswürdigen Wirkungsgrad haben. Damit ist mehr zu gewinnen als mit einem vergleichsweise kleinen Werk mitten im Naturschutzgebiet. Ein solches würde aber immensen Schaden anrichten.« Die Naturschützer befürchten eine weitere Eintiefung der Flusssohle und ein damit verbundenes weiteres Artensterben im Augsburger Stadtwald. Das sieht E.ON erwartungsgemäß völlig anders. Der Pressesprecher von E.ON-Wasserkraft, Christian Orschler, hält die Eingriffe in den Lech für vertretbar, da sich an der Stelle, an der das Kraftwerk geplant ist, sowieso schon eine Sohlschwelle mit Stützmauern von knapp sieben Metern Höhe befindet. Der jetzt bereits vorhandene Staueffekt würde für die Gewinnung von Strom für 8.000 Haushalte genutzt (E.ON rechnet mit einem Ertrag von 28 Millionen Kilowattstunden pro Jahr). Dazu müsste lediglich ein kleines Gebäude und keine zusätzliche Querverbauung errichtet werden. E.ON erhofft sich von einem zu erstellenden Umgehungsbach sogar positive Effekte für den Artenschutz, da ein solcher derzeit nicht vorhanden ist. Einer Renaturierung des Lechs steht das Wasserkraftwerk aus Sicht von E.ON nicht entgegen. Ein ausführliches Interview mit Herrn Orschler findet sich übrigens auf www.a-guide.de.

Riesiges Potenzial

Immerhin hat die Diskussion um das Wasserkraftwerk dazu geführt, dass sich die Bürger ein wenig dessen bewusst wurden, welch großen Schatz sie eigentlich vor der Haustüre haben. Diesen Prozess könnte die Politik noch beschleunigen, wenn sie mehr Möglichkeiten schaffen würde, den Lech erlebbar zu machen. Dabei wird immer wieder auf das in großen Teilen erfolgreiche Projekt »Wertach vital« verwiesen, mit dem es gelungen ist, diesen Fluss wieder zu einem Erlebnisort zu machen. Das schwebt vielen mit der Forderung nach »Lech vital« vor. Schließlich wäre es ja schön, wenn unser Lech eines Tages genauso selbstverständlich integraler Bestandteil des Stadtlebens wäre wie die Donau in Ulm oder die Isar in München. Bis dahin wird aber wohl noch viel Alpenwasser durch Augsburg in die Donau fließen.



Lechmuseum Bayern im Wasserkraftwerk Langweid
Ein Museumsführer von Florian Pittroff

27. August/pif Ort: Initiator und Betreiber des Lechmuseums Bayern in Langweid – übrigens ein wunderschöner Klinkerbau – ist die Lechwerke AG (LEW). Seit 1903 sind die Lechwerke als Energieversorgungsunternehmen in Bayern engagiert und mit der Region tief verbunden. Heute zählen sie zu den bedeutenden Stromdienstleistungsunternehmen im Süden Deutschlands. Nachdem die Lechwerke vor einigen Jahren die Turbinen im Maschinenraum erneuert und Modelle mit höherer Effizienz eingebaut hatten, war Platz gewonnen und das Unternehmen richtete daraufhin im und um das Kraftwerk das Lechmuseum ein, das sich mittlerweile großer Beliebtheit erfreut. Insgesamt 300.000 Euro investierte man in die Realisierung des Projekts.

Vita: Die schnell wachsende Industrie im 19. Jahrhundert verlangte immer mehr Strom für ihre Anlagen. Im Kaiserreich stieg die Zahl der elektrifizierten Betriebe zwischen 1895 und 1907 von 2.000 auf über 70.000. Die Fertigstellung des Kraftwerks fällt ebenfalls auf das Jahr 1907. Und auch ein Jahrhundert später speist es mit neuen Maschinensätzen jährlich 50 Millionen Kilowattstunden in das Versorgungsnetz der Lechwerke ein. Das Wasserkraftwerk Langweid wird von der Bayerischen Elektrizitätswerke GmbH (BEW) betrieben, die ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Augsburger Lechwerke AG ist.

Konzept: Auf drei Ebenen des Wasserkraftwerks und im Außenbereich werden der Lech und das Lechtal den Besuchern aus verschiedenen Blickwinkeln nähergebracht. Das Museum ist in vier Hauptbereiche gegliedert. Der Kraftwerkslehrpfad erklärt das Kraftwerk und sein Umfeld an acht Stationen. Im Maschinenraum im Erdgeschoss startet der Turbinenlehrpfad um die begehbare Schauturbine aus dem Jahr 1904. Im ersten Obergeschoss wird der Lech als Naturraum, Wirtschaftsfaktor und Geschichtsschauplatz beschrieben, das Dachgeschoss befasst sich mit den Themen LEW, Wasserkraft, elektrische Energie und alternative Energieformen. Ein 25-minütiger Dokumentarfilm stellt den Lech vom Quellgebiet bis zur Mündung dar – geografisch wie geschichtlich.

Service: Besondere Attraktionen sind die trocken gelegte historische Schauturbine, die in zwei Ebenen begehbar ist, und der Nachbau eines historischen Lechfloßes. Darüber hinaus kommen Kinder in den zum Mitmachen animierenden Ausstellungsbereichen voll auf ihre Kosten: Wissensvermittlung mal nicht schulmeisterlich-ernst, sondern spielerisch-interessant!

Geöffnet: Jeden ersten Sonntag im Monat von 10 bis 18 Uhr oder im Rahmen von angemeldeten Führungen.

Adresse: Wasserkraftwerk Langweid, Lechwerkstraße 19, 86462 Langweid E-Mail lechmuseum@lew.de, Tel. 0821 328-16 58



Der Lech
Ein Flussporträt und zwei kontroverse Interviews zum geplanten Wasserkraftwerk im Stadtwald
18. August/mak Die erste Begegnung des Autors mit dem Lech war wenig erhebend. Beim ersten Halbmarathon einer Sportwarenkette war die Strecke vom Kuhsee zur MAN-Brücke zurückzulegen. Diese fünf Kilometer zogen sich wie Kaugummi entlang eines monotonen Flussbands, das den Osten Augsburgs in zwei Teile trennt. Dabei ist der Lech hauptverantwortlich für den wirtschaftlichen und ökologischen Reichtum Augsburgs. Nichts hat die Stadt so geprägt wie dieser Fluss und gleichzeitig gibt es nur wenige Städte, die ein so liebloses Verhältnis zu »ihrem« Gewässer pflegen wie die Fuggerstädter. Um das Potenzial und die Bedeutung des Lechs für Augsburg zu erkennen, lohnt ein Blick in die Geschichte.

Wirtschaftliche Bedeutung

Zunächst war der Lech die wichtigste Verbindung zwischen Augsburg und dem Allgäu bzw. den Alpen. Bis ins 19. Jahrhundert wurden Holz und andere Güter per Floß von Füssen über Landsberg nach Augsburg und teilweise weiter zur Donau transportiert. Doch das Wasser des Lechs war auch für die aufkommende Textilindustrie Augsburgs enorm wichtig. Vor allem für die Gerbereien und die Färbereien waren die zahlreichen Lechkanäle, die das Alpenwasser in die Stadt brachten, von elementarer Bedeutung. Sehr früh wurde die Wasserkraft auch in elektrische Energie umgewandelt. Die Wasserkraftwerke aus dem frühen 19. Jahrhundert sind zum großen Teil noch in Betrieb und nicht selten Perlen der Industriekultur (siehe auch den Bericht über das Lechmuseum auf Seite 15). Die Lechkanäle im Stadtgebiet haben eine Gesamtlänge von 77,7 Kilometern und Experten streiten sich darüber, ob es in Venedig oder Augsburg mehr Brücken gibt.

Kulturhistorische Bedeutung

Der Lech prägte durch seinen Lauf und durch seine Dynamik das ganze Tal – er war bis ca. 1900 vor den diversen Begradigungen und Einzwängungen bis zu vier Kilometer breit und bestand aus zahlreichen Rinnsalen, Nebenflüsschen, »Gumpen« (Strudellöchern) sowie Kies- und Sandbänken. Die Lechheiden waren bis 1950 eines der wichtigsten Gebiete für die Wanderschäfer, die bis von der Schwäbischen Alb kamen, um ihre Tiere vor den Toren Augsburgs zu weiden. Ackerbau lohnte sich bis dahin nicht auf dem kiesigen Untergrund. Nicolas Liebig vom Landschaftspflegeverband nennt für 1863 beeindrukkende Zahlen: In diesem Jahr wurden 110 Tonnen Schafwolle auf dem Wollmarkt in Augsburg umgeschlagen. Dafür muss man ca. 55.000 Schafe scheren. Damit trugen die Lechheiden einen großen Teil zur aufblühenden Textilindustrie in Augsburg bei. Nicht nur die Textilindustrie ist in Augsburg fast komplett weggebrochen, auch die Wanderschäfer waren verschwunden. Durch große Anstrengungen des Landschaftspflegeverbands konnten wieder zwei Wanderschäfer gewonnen werden, die mit ihren Schafen die restlichen Lechheiden beweiden. Dafür bekam Augsburg im Jahr 2005 immerhin den Deutschen Landschaftspflegepreis.

Ökologische Bedeutung

Die Schafbeweidung hat bis heute eine wichtige Funktion für die Erhaltung des Artenreichtums in den Lechauen (übrigens das drittgrößte bayerische Naturschutzgebiet). Zum einen hat sie verhindert, dass Bäume und größere Sträucher wuchsen, zum anderen haben die Schafe aus Geschmacksgründen bestimmte, wertvolle Arten verschmäht. Sie ließen Pflanzen wie den Klebrigen Lein oder den Schwalbenwurzenzian verächtlich stehen, weshalb sich diese gut weiterentwickeln konnten und bis heute existieren. Gerade von diesen Pflanzen sind die weltweit größten Vorkommen im Augsburger Stadtwald zu finden! Überhaupt gilt das Gebiet im Augsburger Stadtwald als eines der artenreichsten Gebiete Mitteleuropas. Nach Ansicht von Herrn Dr. Pfeuffer vom Naturwissenschaftlichen Verein für Schwaben war der Lech auch eine Hauptverkehrsader für Pflanzen und Tiere, die die Alpen und den Jura (also die Schwäbische und die Fränkische Alb) miteinander verband. Bestimmte Pflanzen und Tiere kommen in den Alpen, im Jura und entlang des Lechs vor. Auch hier hat Nicolas Liebig beeindruckende Zahlen parat: Zum Beispiel werden auf der Königsbrunner Heide auf fünf Hektar allein über 500 Pflanzenarten gezählt, darunter sensationelle Raritäten wie etwa die Sumpfgladiole oder der Deutsche Enzian. Um sich eine Vorstellung zu machen: Eine vergleichbare Fläche gilt schon ab 25 bis 30 verschiedenen Pflanzen als »artenreich«.

Ökologischer Reichtum in Gefahr

Auch ohne aktuelle Pläne für Kraftwerksbauten ist dieser Reichtum schon schwer geschädigt: Die diversen Begradigungen führten zu einer höheren Fließgeschwindigkeit des Flusses, die eine teils dramatische Eintiefung des Lechs zur Folge hatte. Durch ökologisch fragwürdige Bauten wie Sohlschwellen wurde dieser Effekt zwar teilweise verlangsamt, aber beispielsweise auf Kosten einer Durchlässigkeit für Fische. Dazu kamen die zahlreichen Staustufen, bis Augsburg verkraftet der Lech 20 davon, die ihm völlig die Dynamik rauben und die Gefahr der Eintiefung weiter verschärfen, da der Kies als natürliche »Bremse« des Flusses an den Staustufen aufgehalten wird und für teures Geld regelmäßig ausgehoben werden muss. Durch die Eintiefung des Lechs senkt sich parallel der Grundwasserspiegel, was jetzt schon einigen Tier- und Pflanzenarten den Garaus gemacht hat. Ohnehin ist die Heidelandschaft schon dramatisch reduziert – von der einstigen Fläche ist gerade ein Prozent übrig geblieben. Mit der massenhaften Verwendung von Kunstdünger wurde die Bewirtschaftung von Flächen rentabel, die bisher höchstens durch die erwähnten Wanderschäfer genutzt wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein großer Teil der Heide zu Ackerflächen oder zu Bauland umgewandelt – auch das nahm dem Lech einen großen Teil seiner Entfaltungsfläche.

E.ON lässt nicht locker

Vor diesem Hintergrund erscheint es fast schon obszön, dass E.ON tatsächlich ein Wasserkraftwerk mitten im Naturschutzgebiet und mitten in einen Flussabschnitt bauen will, in dem der Lech noch relativ frei fließen kann. Dabei müsste es nach Dr. Pfeuffer, der (natürlich) Mitglied in der Lechallianz ist, gerade in die andere Richtung gehen: »Wir brauchen weniger Querbauwerke und mehr Durchlässigkeit. Wenn E.ON mehr Energie aus Wasserkraft gewinnen will, sollen sie zuerst die restlichen Kraftwerke am Lech optimieren, die teilweise einen verbesserungswürdigen Wirkungsgrad haben. Damit ist mehr zu gewinnen als mit einem vergleichsweise kleinen Werk mitten im Naturschutzgebiet. Ein solches würde aber immensen Schaden anrichten.« Die Naturschützer befürchten eine weitere Eintiefung der Flusssohle und ein damit verbundenes weiteres Artensterben im Augsburger Stadtwald. Das sieht E.ON erwartungsgemäß völlig anders. Der Pressesprecher von E.ON-Wasserkraft, Christian Orschler, hält die Eingriffe in den Lech für vertretbar, da sich an der Stelle, an der das Kraftwerk geplant ist, sowieso schon eine Sohlschwelle mit Stützmauern von knapp sieben Metern Höhe befindet. Der jetzt bereits vorhandene Staueffekt würde für die Gewinnung von Strom für 8.000 Haushalte genutzt (E.ON rechnet mit einem Ertrag von 28 Millionen Kilowattstunden pro Jahr). Dazu müsste lediglich ein kleines Gebäude und keine zusätzliche Querverbauung errichtet werden. E.ON erhofft sich von einem zu erstellenden Umgehungsbach sogar positive Effekte für den Artenschutz, da ein solcher derzeit nicht vorhanden ist. Einer Renaturierung des Lechs steht das Wasserkraftwerk aus Sicht von E.ON nicht entgegen. Ein ausführliches Interview mit Herrn Orschler findet sich übrigens auf www.a-guide.de.

Riesiges Potenzial

Immerhin hat die Diskussion um das Wasserkraftwerk dazu geführt, dass sich die Bürger ein wenig dessen bewusst wurden, welch großen Schatz sie eigentlich vor der Haustüre haben. Diesen Prozess könnte die Politik noch beschleunigen, wenn sie mehr Möglichkeiten schaffen würde, den Lech erlebbar zu machen. Dabei wird immer wieder auf das in großen Teilen erfolgreiche Projekt »Wertach vital« verwiesen, mit dem es gelungen ist, diesen Fluss wieder zu einem Erlebnisort zu machen. Das schwebt vielen mit der Forderung nach »Lech vital« vor. Schließlich wäre es ja schön, wenn unser Lech eines Tages genauso selbstverständlich integraler Bestandteil des Stadtlebens wäre wie die Donau in Ulm oder die Isar in München. Bis dahin wird aber wohl noch viel Alpenwasser durch Augsburg in die Donau fließen.



Schwäbische Spannungen
Rachel Rogers und Lars Vogt (Bild) spielen im Rahmen der Mozartiade

27. August / In einer Zeit, in der Unerhörtes und neue Instrumente vorrangig im Bereich elektronischer Musik zu finden sind, geht Wolfgang Lackerschmid einen anderen Weg hin zu archaischen Klängen und Instrumenten aus Stein. Mit der Komposition »Steinklang (einer 2000-jährigen Stadt)« schrieb Lackerschmid für das Instrumentarium Steingong, Steinharfe und Gramorimba eine musikalische Visitenkarte für Augsburg: eingespielt von Studenten des Leopold-Mozart-Zentrums, zu hören in den beeindruckenden Räumen des Römischen Museums, gefördert von der Regio und »Mehr Musik!«. Täglich um 16 Uhr, außer montags.

www.mehrmusik-augsburg.de



Kalle & Co.
Das Museum der Puppenkiste zeigt das unterirdisches Reich von Kalle Wirsch und Monty Spinnerratz

18. August Der kleine König Kalle Wirsch, Monty Spinnerratz, der kleine Maulwurf und andere Bekannte aus der Augsburger Puppenkiste laden in ihre unterirdische Welt ein. Erdmännchenburgen, rätselhafte Höhlenmalereien von Steinzeitkindern und Tropfsteine warten darauf, erforscht zu werden. Von der Entdeckung der Schatzkammer Aladins bis zur Hügellandschaft des kleinen Maulwurfs wird eine Menge geboten: Archäologie, unterirdische Höhlen sowie zahlreiche Lebewesen unter der Erde. Noch bis 14. November im Museum »die Kiste«.

www.augsburger-puppenkiste.de



Familienfest
Hüpfburgen, Ponys und die Killerpilze live auf dem Gelände rund ums Gaswerk
13. August / Das Gelände des Gaswerks wird am 28. August ab 11 Uhr zum Schauplatz des Familienfestes »Du bist uns wichtig!«. Während sich die Jungen auf einer Hüpfburg austoben und Ponys reiten, können es sich die Älteren im idyllischen Biergarten gemütlich machen. Musikalisches Highlight für alle Semester sind die Konzerte der Killerpilze (Bild) und der Newcomer-Band Sternblut.

www.gaswerk-augsburg.de



Plärrertaler
Das brandneue Zahlungsmittel für Schwabens größtes Volksfest

13. August / Der Plärrer, das größte Volksfest in Schwaben, zieht mit seinen Attraktionen für die ganze Familie Besucher aus nah und fern nach Augsburg. Der diesjährige Sommerplärrer, vom 27. August bis zum 12. September, kann mit einer ganz besonderen Neuigkeit aufwarten, denn dort kommt zum ersten Mal der »Karocard-Plärrertaler« zum Einsatz. Entwickelt wurde der Taler vom Karocard- Team der Stadtwerke Augsburg gemeinsam mit den Schaustellern des Volks fests, und zwar exklusiv für die Besitzer der Karocard-Kundenkarte. Diese können im Kundencenter der Stadtwerke Augsburg – und wirklich nur dort – ihre Plärrertaler im Wert von jeweils einem Euro zum Preis von jeweils nur 80 Cent erwerben und sparen so mit jedem Taler 20 Cent bei ihrem Plärrerausfl ug. Die Taler werden gestaffelt in Mengen von mindestes zehn bis maximal 50 Stück pro Karocard-Kunde abgegeben, solange der Vorrat reicht. Der Taler wird natürlich von allen Schaustellern und Wirten auf dem Plärrer akzeptiert. Darüber hinaus gibt es auch wieder zusätzliche Mehrwerte bei einzelnen Partnern direkt vor Ort. Einfach die Karocard beim Plärrerbummel dabeihaben und auf die Vorteilsschilder achten.

www.karocard.de




Ab in die Bäume
Seltsame Behausungen für Verlorene und Verliebte im Garten des Architekturmuseums

13. August In Zusammenarbeit mit dem Architekturmuseum Schwaben und der Arno-Buchegger-Stiftung veranstaltet die Künstlervereinigung »Die Ecke« im Buchegger-Garten hinter dem Museum die Schau »Ab in die Bäume«. Noch bis 17. Oktober gibt es dort Arbeiten des Friedberger Künstlers Petrus zu sehen: »ver-rückte« Behausungen für Verlorene und Verliebte, für Lebende und Tote, für Vögel und anderes Getier – ungeniert gezimmert, gehäkelt, geschweißt und bemalt.

www.architekturmuseum.de/augsburg


Versuchsballon Kreativquartier
Peter Bommas über Umwidmung der ehemaligen Ballonfabrik in ein neues Kreativzentrum
13. August Mit der Umwidmung der ehemaligen Ballonfabrik in ein Kreativzentrum schreiben die Kulturpark-West-Macher Thomas Lindner und Peter Bommas ein neues und spannendes Kapitel zum Thema »kreative Stadt«

»Creative industries«, »Kreativwirtschaft« und »kreative Klasse« sind gerade in aller Munde, wenn es um Zukunftsperspektiven für Stadtentwicklung und nachhaltige Kulturarbeit geht. Kreative Milieus werden für die lokale Ökonomie, das städtische Image und die Diskussion um zukunftsfähige Potenziale zunehmend interessant, Marketingfachleute sprechen von »sexy«. Und nicht zufällig sind diese Orte der Kreativität bzw. der »Kreativen« städtische Räume, die über Jahrzehnte von der Stadtentwicklung ausgeblendet wurden. Orte der urbanen Brache, von Zwischennutzungsoptionen, von Bauten, die nicht ins Raster der Immobilienverwertung passen. Weitgehend unbemerkt von diesem Diskurs wird in Augsburg nun ein kleiner Schritt in diese Zukunft getan. Ein Industriedenkmal der Vorkriegszeit wird zum Kreativzentrum auf Zeit, weil die Besitzerfamilie und die neuen Pächter mit kreativer Fantasie, viel Goodwill und Engagement, angereichert mit ein bisschen Abenteuerlust, hier ein für Augsburg einmaliges Projekt entwickeln, wohlwollend begleitet von der Verwaltung und der Politik, wie immer in Augsburg kritisch beäugt von Teilen der Szene.

Das Produktionsgebäude der ehemaligen Ballonfabrik, gelegen zwischen Wertach und Riedingergelände am Eingang zur Wolfzahnau, wird gerade von der gemeinnützigen Kulturpark West GmbH saniert und zur Nutzung für Kreativbüros, Ateliers, Werkstätten etc. umgebaut. Die mehrstöckige Produktionshalle wird ab Oktober Heimat für Bildhauer, Silberschmiede, Töpferinnen, Maler, Philosophen, Grafiker, Kunstpädagoginnen, Journalisten und andere Kunst- und Kulturakteure. Es entsteht ein selbst verwaltetes soziokulturelles Veranstaltungszentrum, konzipiert und getragen von Awaka e.V., einem Zusammenschluss von studentischen und szenekulturellen Aktivisten und Aktivistinnen mit dem Schwerpunkt auf Lesungen, Performances und Konzerten aus den Bereichen des neuen und des alten Underground. Ein Stockwerk höher ein Kontrastprogramm: die reale Vision eines kreativwirtschaftlichen Pilotprojekts als Kooperation mit dem Popkulturbeauftragten und dem Wirtschaftsreferat. Über eine Ausschreibung mit Jurierung wird eine kreativwirtschaftliche Spielwiese für Start-ups ausgewiesen. Noch eine Etage weiter residieren die Junge Presse Bayern und die Agentur studio a (u.a. Herausgeber des Kulturmagazins a-guide) mit neuen Medienprojekten, ein Tanzstudio und ein Airbrushatelier. Insgesamt knapp 2.000 qm Kreativfläche, die Dinge möglich macht, welche auf den 6.000 qm des ehemaligen Kasernenareals im Kulturpark West wegen baulicher und rechtlicher Einschränkungen nicht realisierbar wären. München kündigt gerade großsprecherisch die beabsichtigte Entwicklung von »10.000 Quadratmetern für die Kunst« als Kreativquartier an. Augsburg hat diese Quartiere schon.

Im Fall der Ballonfabrik großflächige, hohe und mit einem Lastenaufzug versehene Arbeitsräume, die Loftatmosphäre in einer »dead end street« bieten, im Blick aus den Fenstern das Naturbiotop Wolfzahnau vor Augen und im Rücken ein volles Haus mit kreativem Milieu. Die an der Austraße im Augsburger Norden entstehende Mischung aus innovativen Ideen, kreativen Nerds, erfahrenen Kunstfreaks, kulturwirtschaftlichen Existenzgründern und soziokultureller Boheme könnte eine weitere kleine Erfolgsgeschichte im Diskurs um die »kreative Stadt« werden. Ein Modell für partizipatives, bürgerschaftliches Engagement und zum wiederholten Mal die ganz praktische Antwort auf die politisch-akademisch gern gestellte Frage: »Wem gehört die Stadt?«



Der aktuelle Wasserstand von Roman Fischer, ehemals Augsburger, heute Berliner: am 23. Juli Veröffentlichung seines dritten, selbstbetitelten Albums, erstmals bei einer großen Plattenfirma (Universal), erstmals mit dem schwedischen Produzenten Patrick Berger, erstmals im ganz großen Pop-Breitwandformat. Das Video zur Vorabsingle »Into Your Head« hat Kim Frank (Ex-Echt) produziert, Rock am Ring/Rock im Park wurden bespielt und zurzeit heißt die Hauptbeschäftigung: Interviews geben, im Akkord – zum Beispiel dem a-guide. Wir wollten wissen:
Wie fühlt sich das denn bitte alles an?
6. August Ist das nicht ein schwieriger Spagat – Musik machen und dauernd darüber reden?
Als ich vor drei Jahren mit dem Album angefangen habe, dachte ich nicht, dass mal so viele Fragen dazu gestellt werden. Ich hatte nichts zu verlieren, deshalb sind sehr innige Lieder entstanden.

Und diese Innigkeit wird nun dutzendfach öffentlich kommentiert.
Dem bin ich natürlich ausgesetzt. Ich versuche innerlich immer wieder einen ruhigen Ort anzusteuern, an dem zwar Selbst-Reue herrscht, aber auch Selbst-Verzeihung. Es gibt immer Dinge, die man hätte besser machen können, und man muss verhindern, dass man deswegen emotional durchdreht. Komplett ausblenden lässt sich das aber nicht.

Schon mal in einem nervigen Interview patzig geworden?
Umso länger man das alles macht, desto mehr Momente gibt es natürlich, wo man sich denkt: Es gibt doch Wichtigeres auf der Welt. Aber solange ich sehe, dass es zu etwas führt, was ich befürworten kann, ist das schon okay. Das ist ja eine Voraussetzung dafür, immer ausgeglichen und präsent zu sein, auch wenn das Gegenteil ab und zu nur menschlich wäre.

Ist dir bewusst, dass jedes Interview sehr bald Schnee von gestern ist?
(lacht) Das ist das Beruhigende in dieser schnelllebigen Zeit, dass auch Wunden schneller heilen. Der Fokus kann sich so schnell von einem Thema auf das nächste richten. Manchmal ist das ganz gut.

Hebst du Zeugnisse deines Musikerlebens auf?
Ich sammle eigentlich nicht, außer ich entdecke mal etwas durch Zufall. Was ich habe, versuche ich zu behalten, aber insgesamt bin ich eher so »Let it go«-mäßig … (lacht – so heißt ein Song des Albums)

Wie gehst du mit Ratschlägen um, die permanent an dich herangetragen werden?
Naja, jeder hat so seine Meinung, oder? (lacht)

Die Meinung deines Produzenten hat offenbar gezählt.
Weil er sich als der Mensch, der er ist, einen Platz bei mir gesichert hat. Da war schon am ersten Tag so ein Gespür.

Pflegst du noch jugendliche Popstarträume?
Ich habe viele Träume und versuche auch, sie bewusst zu visualisieren. Dann passieren Dinge wie die schöne Erfahrung bei Rock im Park – und da meine ich die Stimmung an diesem Tag, nicht nur die Zuschauerzahl.

Bekommst du auch die hässlichen Seiten des Musikbusiness zu spüren?
Alles in allem ist es ein sehr angenehmes Business. Es gibt unangenehme Seiten, aber die gibt es in jeder anderen Branche auch.

Dein Videoregisseur Kim Frank könnte sicher mehr über solche Erfahrungen berichten.
Ich habe mit ihm nie über die Zeiten gesprochen, als Echt erfolgreich waren. Man lernt sich ja kennen, um zusammen zu arbeiten.

Wenn du dich mit »dummen« Leuten auseinandersetzen musst, die gedanklich auf einer ganz anderen Schiene unterwegs sind als du – wie gehst du damit um?
Falls eine Aggression aufkommt, versuche ich aus der Anspannung herauszufinden und danach zu visualisieren, was schlecht gelaufen ist. Oft hat es mehr mit der eigenen »Beschränktheit« zu tun. Man kann sich eben schwer vorstellen: In welcher Situation steckt dieser Mensch, was hat er erlebt? Den Begriff »dumm« hätte ich früher vielleicht verwendet. Heute achte ich darauf, ob jemand ein Herz hat und wie groß es ist. Nichtsdestotrotz ist das Herz auch manchmal reserviert. (lacht)

Wie schaffst du es, dich immer wieder deinem eigenen Image zu entziehen?
Ich habe kein Problem damit, unterschätzt zu werden, und ich habe oft das Gefühl, dass mir Leute wenig zutrauen. Das finde ich reizend, weil es mich innerlich antreibt. Ich bin teilweise anders, als ich mich selbst platziere und auch platziert werde. Ich habe recht spät realisiert, dass es im Musikerleben diesen befreienden Konsens gibt, etwas sein zu dürfen, was man nicht ist.

Denkst du viel darüber nach, wer du hinter diesem Image bist?
Ich beschäftige mich immer auch mit der Welt abseits der Musik, um eine Relation zu meinem Leben zu finden. Manchmal sind dann plötzlich alle Probleme lächerlich. Aber es gibt diese Ängste, diese Selbstreflexion, diese Gedanken, auch weil die Gesellschaft viele unnötige Ängste streut. In meiner Musik steckt durchaus viel Verzweiflung und ich versuche Leute anzusprechen, die diese Verzweiflung kennen.

In einer Firma arbeiten, als eine Nummer unter vielen – kannst du dir das noch vorstellen?
Das könnte passieren und ich hoffe, es stimmt, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist. Ich mache ja teilweise nebenher andere Jobs und finde das auch gut. Ich möchte mich in diese Gesellschaft und dieses System so weit wie möglich integrieren, aber ohne mich von ihm versklaven zu lassen.



Divine Connections
Eine Ausstellung 16 internationaler Künstler zur Zukunft der Spiritualität

6. August Seit 30. Juli und noch bis zum 30. September präsentiert das Kulturamt im Rahmen des Hohen Friedensfestes die Gruppenausstellung »Divine Connections «, die zeitgenössische Positionen zur Glaubensvielfalt durchspielt. Im Fokus stehen das Verhältnis einer globalen Gesellschaft zur Religion und die Zukunft der Spiritualität. 16 international agierende Künstler und Künstlerinnen zeigen in ihren Werken persönliche Perspektiven auf verschiedene Religionen und hinterfragen deren Symbole, Rituale und Figuren.

www.augsburg.de

ABBA-Night
06. August / Die Freilichtbühne im Herzen der Stadt wird diesen Sommer Heimat für mehr als nur ein Highlight sein. Einer dieser schönen Termine ist der von der Coverband »Waterloo« gestaltete Abend im Zeichen der Musiklegende Abba. Mit einem reichen Schatz an Kostümen, Choreografien und Hits sind die Besucher eingeladen in die Zeit der Plateausohlen und Glitzeroveralls.

www.kulturgipfel.de

La Strada
Das farbenfrohe Fest der Straßenkünstler
aus aller Welt in der Altstadt

19. juli Farbenfrohe Abende in der Altstadt beschert uns auch in diesem Jahr das Fest der Straßenkünstler La Strada. Aufgefordert wurden Artisten aus der ganzen Welt, auf Straßen und Plätzen ihr unterhaltsames Handwerk zu zeigen. Besonders ist vor allem die ungezwungene Atmosphäre des Fests: kaum eine Darbietung, bei der nicht ein Zuschauer als Hochradhalter, Fackelzuwerfer oder Tanzpartner mit auf die Bühne darf.

23. bis 25. Juli / Altstadt Augsburg

www.lastrada-augsburg.de

Heldenspektakel
6 Konzerte mit Musikern von internationalem
Rang und das vor malerischer Kulisse
19. juli Seit nunmehr zwölf Jahren veranstaltet die Theatergemeinde Augsburg die Open- Air-Konzerte im Fronhof der Regierung von Schwaben. Musiker von internationalem Rang präsentieren vor malerischer Kulisse im Rahmen von sechs Konzerten als Schwerpunkt Ouvertüren, Arien und Sinfonien von Wolfgang Amadeus Mozart. Auch in diesem Jahr liegt die künstlerische Leitung beim Ersten Geiger der Augsburger Philharmoniker Wilhelm F. Walz. Seit Jahren prägt der beliebte Künstler die Fronhof-Konzerte und gilt zu Recht als konstante Größe der erfolgreichen Reihe. Unter seiner Leitung wird die SUKSymphony Prag dem Publikum beim Galaabend am 24. Juli u.a. die Ouvertüre zu "Don Giovanni" präsentieren.

23. bis 25. Juli / Fronhof Augsburg

www.konzerte-im-fronhof.de

abraxas-Sommerfest
Sommerlich-fröhlicher Aktionstag zum Saisonabschluss
für die kleinen und noch kleineren Besucher

14. Juni Einen sommerlich-fröhlichen Aktionstag zum Saisonabschluss, der die kleinen und noch kleineren Besucher mit attraktiven Workshops, Kreativwerkstätten und Spielstationen lockt, versprechen die Verantwortlichen des abraxas. Das bunte Programm reicht vom Mitmach-Mini-Theaterstück über das Mitgestalten eines Konzerts bis zum Märchenerzählen in gemütlicher Runde ums knisternde Feuer. Derweil sind die Großen beim traditionellen Fußballturnier gefragt, können sich die Ergebnisse des Drucksymposions in der BBK-Galerie anschauen oder ganz entspannt den Sonnenuntergang genießen. Der Eintritt ist frei.

18. Juli, 13 Uhr / abraxas

www.abraxas.augsburg.de

Festival der Kulturen
Eine Einladung zu einer interkulturellen Reise
durch die Augsburger Innenstadt

14. juli - Inspiriert von den Ideen des Hohen Friedensfests, lädt auch das Festival der Kulturen zu einer interkulturellen Reise durch die Augsburger Innenstadt ein. Zum zweiten Mal wird das Festival 2010 als Zusammenarbeit von Migrantenvereinen, der Werkstatt Solidarische Welt und dem Integrationsbeauftragten der Stadt organisiert. Angefangen mit dem Karneval der Welten, ist ein breites Angebot zu erwarten: Neben musikalischen Schwerpunkten wird es Lesungen, Tanz- und Theateraufführungen geben. Gute Kunst, die die vielkulturelle Wirklichkeit der Friedensstadt erfahrbar macht. Ein Höhepunkt ist der Auftritt des türkischen Künstlers Zülfi Livaneli und seiner 15-köpfigen Band am 18. Juli auf dem Rathausplatz.

17. und 18. Juli / Rathausplatz Augsburg

www.augsburg.de
Jazzsommer

Die 18. Auflage des sommerlichen Jazzvestfivals
mit vielen internationalen Größen

12. juli - Was Sommerlichkeit und Naturnähe angeht, bietet der Botanische Garten einen der schönsten Veranstaltungsorte Augsburgs. Wenn dazu noch wirkliche Größen des internationalen Jazz-Circus zu Gast sind, bekommt man es schnell mit einem Sommertraum zu tun. Der wird im Juli zum 18. Mal wahr, in diesem Jahr u.a. mit dem in Japan geborenen Fusion-Jazz-Trompeter Tiger Okoshi, der bulgarischen Violinistin Biliana Voutchkova und dem Augsburger Vibrafonisten Wolfgang Lackerschmid.

14. Juli bis 15. August / Botanischer Garten

www.augsburger-jazzsommer.de
A5
"Umbruch.Abbruch.Aufbruch."
So lautet das Motto der diesjährigen fünften Architekturwoche
12. juli "Umbruch.Abbruch.Aufbruch." - so lautet das Motto der diesjährigen Architekturwoche in Augsburg vom 17. bis 23 Juli. Im Fokus der A5 stehen das Textilviertel und die Innenstadt, die beide tiefgreifenden Veränderungsprozessen unterliegen. Diskussionen, Installationen, Rundgänge, Musik, Theater und Kunst drehen sich um die Fragen: Wie gehen wir mit unserer (städte)baulichen Vergangenheit um? Welchen Weg in die Zukunft wählen wir? Zentraler Veranstaltungsort ist die alte Schlosserei auf dem Gelände der AKS. Dort wird die Architekturwoche am Samstag, 17. Juli um 20 Uhr mit der Verleihung des thomaswechspreis 2010 eröffnet. Das vollständige Programm steht ab Mitte Juni auf der Website der A5. Ein Programmheft ist in der Ecke-Galerie und vielen Buchhandlungen erhältlich. Veranstalter der Architekturwoche ist der Bund Deutscher Architekten, Kreisverband Augsburg-Schwaben.

17. bis 23. Juli - Augsburg, Schwerpunkte Textilviertel & Innenstadt

www.architekturwoche.org

www.a5-augsburg.blogspot.com


Heldenspektakel
Uraufführung unter freiem Himmel

12. juli Zum dritten Mal schickt Autor und S'ensemble-Theater-Chef Sebastian Seidl Theo und Bernhard in den Einsatz. Nach ihren Erfolgen mit "Der Messias" und "Hamlet for You" knöpfen sich die beiden nun die Helden der Literaturund Filmgeschichte vor. Während Theo gewissenhaft der Frage nachgeht, ob Siegfried oder Faust wirklich Helden gewesen waren, interessiert sich Bernhard mehr für Superman, Batman oder Conan, den Barbaren. Das S'ensemble Theater präsentiert die neue Produktion als Auswärtsspiel unter freiem Himmel in der Anlage am Jakoberwallturm.

Uraufführung, 17. Juli, 20:30 Uhr, Jakoberwallturm

www.sensemble.de

Friedberger Zeit
Zehn Tage lang zurück in die
goldene Epoche des 18. Jahrhundert

05. juli In diesem Sommer findet in der Friedberger Altstadt bereits zum achten Mal das Stadtfest "Friedberger Zeit" statt. Zehn Tage lang versetzen die Bürgerinnen und Bürger ihre altbairische Kleinstadt zurück in die goldene Epoche des 18. Jahrhunderts und hüllen sich in historische Gewänder. Lassen Sie sich in die Blütezeit der ehemaligen Uhrmacherstadt entführen und treffen Sie auf Handwerker, Soldaten und prachtvoll gekleidete Bürgerinnen. Es erwartet Sie ein umfangreiches Angebot an altertümlichen Waren und zeitgemäße, deftige Kost. Das abwechslungsreiche Festprogramm gibt Einblicke in die Aktivitäten der ehemaligen Handwerkszünfte und lässt alte Traditionen und Bräuche erneut aufleben. Bei den Besuchern besonders beliebt ist die berüchtigte Bäckertaufe, vollführt von der erbarmungslosen Stadtwache, bei der die Angeklagten so lange in eiskaltes Wasser getaucht werden, bis sie schließlich ihre Schandtaten gestehen.

9. bis 18. Juli / Altstadt Friedberg

www.friedberg.de

Schöner Kitsch
Rund 1000 Exponate aus fast 80 deutschen
Porzellan-Manunfakturen aus dem 17. und 18 Jhd.
05. juli Ein sympathisches Tier: Er ist kompakt, hat kleine Ohren und eine flache Schnauze - der Mops. Zu Recht wurde er zum Wappentier des Museums Deutscher Fayencen in Schloss Höchstädt an der Donau, denn so wie der Mops aus China nach Bayern kam, sind auch die hier gezeigten Fayencen von der chinesischen Art der Porzellanfertigung inspiriert. Auf der im Frühjahr eröffneten Dauerausstellung auf Schloss Höchstädt sind rund 1.000 Exponate aus fast 80 deutschen Manufakturen zu sehen. Ergänzend zu diesem umfangreichen Einblick in die Keramikkunst des 17. und 18. Jahrhunderts kommen auch die Fayenciers selbst zu Wort und berichten über die Herstellung von Alltagsgeschirr sowie über die Geschichte kostbarer Prunkstücke. Außerdem wird am 20. Juni im Schloss die Ausstellung "Engelskinder in Schwaben - Die Welt der Putten " eröffnet, die somit einen weiteren Einblick in die regionale Keramikkunst bietet.

seit 29. April Museum Deutscher Fayencen / Schloss Höchstädt


www.schloss-hoechstaedt.de


AfroSommer

Afrikanische Musik und Kultur auf dem
Freigelände des Kulturhauses abraxas

05. juli - Tauchen Sie ein in die Welt afrikanischer Musik und Kultur. Auf dem Freigelände des Kulturhauses abraxas findet auch dieses Jahr wieder das Afrikafestival "Afrosommer" statt und gewährt spannende Einblicke in die reiche und exotische Kultur des Kontinents, der in diesem Jahr zum ersten Mal Gastgeber der Fußball-WM ist. Neben Konzerten und akrobatischen Tanzvorstellungen bieten afrikanische Künstler Trommel- und Tanzworkshops für alle Altersgruppen an. Zusätzlich lädt ein aufgebauter Basar mit Kunsthandwerk, Schmuck und exotischen Spezialitäten zum Flanieren und Entdecken ein.

9. bis 11. Juli, 12 Uhr / abraxas

www.afrosommer.de

Der Vogelhändler
Eine Operette beim Festspielsommer auf
der imposanten Freilichtbühne in Altursried

05. juli - Im Rahmen des Operettensommer am Festspielort Altusried wird auf der imposanten Freilichtbühne in diesem Sommer der "Vogelhändler" von Carl Zeller gezeigt. Gespickt mit allseits bekannten Melodien, zählt dieses Stück zu den Klassikern der Operettengeschichte. Die Handlung ist die einer raffinierten Liebeskomödie: Der Vogelhändler Adam verliebt sich in die Christel von der Post und sie sich in ihn - und doch geht alles schief und durcheinander, falsche Grafen und echte Kurfürstinnen inklusive.

16. bis 31. Juli / Freilichtbühne Altusried

www.freilichtbuehne-altusried.dee
Karl-May-Festspiele
Winnetou und Old Surehand reiten und
kämpfen wieder Recht & Gerechtigkeit

28. Juni Erleben Sie, wie Winnetou und Old Surehand bei den Karl- May-Festspielen in Dasing für Frieden und Gerechtigkeit im Wilden Westen sorgen. Dieses Jahr wird der Hauptcharakter Old Surehand von Intendant Fred Rai gespielt, der, nachdem er in den vergangenen Jahren immer die Rolle des Gegners verkörperte, nun erstmals in der Rolle des Guten zu sehen ist. Vorführungen finden jeweils samstags und sonntags statt.

3. Juli bis 19. September / Western-City Dasing

www.karlmay-festspiele.de

Comedian Harmonists
Nach einem knappen Jahr steht die "erste Boygroup der Welt"
wieder auf der Freilichtbühne
28. Juni Nur ein knappes Jahr hat es gedauert, nun stehen die Comedian Harmonists nach ihrem großen Erfolg im letzten Sommer wieder singend und swingend auf der Augsburger Freilichtbühne. Die Inszenierung um die erste "Boygroup" der Welt begeisterte bereits 2009 viele Tausend Zuschauer. Hits wie "Wochenend und Sonnenschein", "Veronika, der Lenz ist da!" oder "Ein Freund, ein guter Freund" eroberten Ende der 20er-Jahre die Herzen des Publikums in ganz Europa. Doch ab 1935 durften die Musiker, die drei "Nichtarier" in ihren Reihen hatten, in Deutschland nicht mehr auftreten, sie trennten sich. Geblieben sind ihre unsterblichen Lieder, geblieben ist der Mythos, geblieben ist ihre Geschichte, die auf der Freilichtbühne dank der großartigen Inszenierung des Theaters Augsburg wieder lebendig wird!

Wiederaufnahme 3. Juli, 20:30 Uhr / Freilichtbühne Augsburg


www.theater.augsburg.de


Different Trains
Ein Fest der Neuen Musik und gleichzeitig
Höhepunkt der innovativen Konzertreihe

22. Juni Ein Fest der Neuen Musik und gleichzeitig Höhepunkt der innovativen Konzertreihe "Zukunft(s)musik" wird dieser besondere Abend in der Dampflokhalle auf dem Bahnpark. Solisten und Ensembles aus Reihen des Philharmonischen Orchesters werden verstärkt durch hervorragende Kollegen und wagen sich an höchst unterschiedliche Beiträge zum Thema "Trains": Michael Gordons "Industry" für elektrisch verstärktes und verzerrtes Solo-Cello, "Railroad Turnbridge" von Jörg- Peter Mittmann mit dem gleichnamigen Film von Richard Serra, eine Uraufführung von Stefan Schulzki sowie den modernen Klassiker "Different Trains" von Steve Reich. Aber damit nicht genug: Bataillon Modern und Kayfidelity versprechen einen Jazzbeitrag vom Allerfeinsten zu liefern.

5. Juli, 20 Uhr / Bahnpark

www.zukunft-musik.de

Aichacher Kulturtage
Drei Tagen Open-Air-Festival "Kultur am Schloss"
im Sisi-Schloss in Unterwittelsbach

22. Juni An drei Tagen veranstaltet die Aichacher Kulturszene im Sisi-Schloss in Unterwittelsbach das Open-Air-Festival "Kultur am Schloss". Ein breit gefächertes Angebot vereint unterschiedlichste Genres, wie Rock, Klassik und bayerische Blasmusik. Neben jungen Bands, wie der Münchner Hip-Hop-Formation "Flüsterton", performen auch einige viel versprechende Nachwuchskünstler aus der Region.

25. bis 27. Juni / Sisi-Schloss Unterwittelsbach

www.aichach.de

max10

Zwischen Ulrich- und Moritzplatz wird auch dieses
Jahr mit viel lebhaftem Partyvolk gefeiert

22. Juni - Schwabens größtes Open-Air-Festival "max10" wird auch in diesem Jahr die Augsburger Innenstadt zwischen Ulrichs- und Moritzplatz mit lebhaftem Partyvolk füllen. Schon in den vergangenen Jahren begeisterte das Festival die Besuchermassen aus der gesamten Region mit seinen Angeboten an Essen und Trinken sowie diversen Live-Acts und Shows. Zahlreiche Gastrostände und mehrere Live-Bühnen verwandeln die Maxstraße drei Nächte lang in eine riesige Partymeile und schaffen ein Event, das viele so schnell nicht vergessen werden.

24. bis 26. Juni / Augsburg

www.cia-augsburg.de
Ballett (and more)
Das Parktheater in Göggingen lädt am letzten
Juli-Wochenende zu zwei Familiennachmittagen

22. Juni - Ballett (and more) im Park Das Parktheater in Göggingen lädt am letzten Juli-Wochenende zu zwei Familiennachmittagen unter dem Motto "Ballett (and more) im Park" ein. Geboten wird ein abwechslungsreiches Open-Air-Programm mit Vorstellungen des Zirkus Pantomimi, mehreren Tanzworkshops (Anmeldung vorab im DanceCenter No1) und gastronomischer Betreuung. Um 18 Uhr führen die Schüler der Tanzschule DanceCenter No1 die Sommerinszenierung "BallettSommerNachtstraum" auf, die Kinderballett, Jazz, Musical und Hip-Hop-Elemente verbindet.

24. und 25. Juli, 13:30 Uhr / Parktheater

www.parktheater.de
Turandot
Premiere von Giacomo Puccinis Meisterwerk
auf der Freilichtbühne - Wir verlosen Karten!
22. Juni Ende Juni feiert Giacomo Puccinis Meisterwerk von 1926 "Turandot" Premiere unter freiem Himmel. Drei Rätsel auf Leben und Tod sind zu lösen. Die schöne und eiskalte Turandot, eine chinesische Prinzessin, stellt alle, die es wagen, um ihre Hand anzuhalten, vor diese tödlich Prüfung. Prinz Calaf, unsterblich in sie verliebt, nimmt die lebensgefährliche Herausforderung an - und gewinnt. Er löst nicht nur tapfer alle ihm aufgegebenen Rätsel, sondern versucht außerdem das Herz der verbitterten Prinzesin zu erobern und Turandots Hass in Liebe zu verwandeln. Da Calaf die Liebe Turandots nicht erzwingen will, gibt er ihr selbst ein Rätsel auf. Er riskiert alles und legt sein Leben in die Hand seiner Angebeteten - unter der Bedingung, dass sie seinen wahren Namen nennen kann. Eine Geschichte, wie sie einer Oper angemessen ist: Es geht um nichts weniger als die Liebe und den Tod, inszeniert mit mächtigen Chorgesängen und Arien. Puccini zeigt mit diesem seinem letzten Werk, dass er zeitlebens offen und empfänglich geblieben ist für neuere, moderne Strömungen der klassischen Musik. Seit mehr als zwei Jahrzehnten war "Turandot" in Augsburg nicht mehr zu hören. Wer will bei diesem Spektakel noch einmal 20 Jahre warten? Aber damit nicht genug Freilichtbühne: Das diesjährige Galakonzert wartet mit einem ganz besonderen Gast auf: Musicalstar Anna Maria Kaufmann, die vor allem in den Hauptpartien von "Das Phantom der Oper" und "Evita" europaweit glänzende Erfolge feierte. Gemeinsam mit Solisten des Opernensembles des Theaters Augsburg wie Seung-Gi Jung, Kerstin Descher und Jan Friedrich Eggers wird sie Highlights aus der Operngeschichte und dem Musical präsentieren. Unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Dirk Kaftan wird dieser Konzertabend am 17. Juli in eine unvergessliche Sommernacht verwandelt!

ab 26. Juni, 20:30 Uhr / Freilichtbühne


www.theater.augsburg.de


Theaterfestival
Das S'ensemble Theater feiert 10 jähriges Bestehen.
Unter anderem mit einem Theaterfestival im Martini Park
22. Juni Sein zehnjähriges Bestehen darf das S'ensemble Theater in diesem Jahr feiern. Eine schöne Möglichkeit, eben dies gemeinsam mit den Theatermachern zu begehen, bietet das dreitägige Theaterfestival im Martini-Park. Der erste Tag wird vor allem im Zeichen der "Lieder vom Leben" stehen, einem Chansonabend mit der Stimme Daniela Nerings und dem Akkordeon Frank Aumanns. Gesungen wird über eine individuelle Sicht auf die Welt, oft hintergründig und makaber, aber ebenso witzig und skurril.
Am Tag darauf, einen Freitag, steht ein Marathon des Improvisationstheaters auf dem Plan. Fünf Spieler, ein Musiker und dreieinhalb Stunden Zeit sind alles, was nötig ist für unzählige absurde Szenen und Geschichten, die nicht selten auf die schiefe Bahn geraten können.
Am dritten Tag, einem hoffentlich sonnigen Samstag, ist als krönender Abschluss des Geburtstagsmonats und des Festivals im Martini-Park die große Theaternacht geplant. Von 17 Uhr an und bis weit in die Nacht hinein wird der Park zur Freilichtbühne: "Die Stelzer" machen Theater auf mannshohen Stelzen, Jakob Fugger besucht zusammen mit der S'ensemble-WG das Gelände und eine Late-Night-Version von Eric Zwang Erikssons Reihe "Multisensual" steht auf dem Programm.

24. bis 26. Juni, 20:30 Uhr / Martini-Park


www.sensemble.de


Theaternacht Altomünster

4 Theaterstücke gleichzeitig an vier verschiedenen Orten -
das verspricht ein interessantes Experiment

16. Juni - Im Juni heißt es in Altomünster wieder Theater pur. Dann steigt dort die 2. Open- Air-Theaternacht. Klassiker, modernes Sprechtheater, bayerische Dramatik und eine Uraufführung versprechen die Veranstalter von der Theatergruppe Altomünster e.V. Mit Einbruch der Dunkelheit kommen vier Stücke gleichzeitig zur Aufführung. Die Dauer ist auf jeweils 30 Minuten begrenzt. Die Spielorte sind dabei so abwechslungsreich wie die aufgeführten Werke vor imposanter, historischer Kulisse. Thematisch lassen sie sich auf den Nenner "Macht & Mobbing, List & Lüge" bringen. Die Stückauswahl setzt auf eine Kombination aus Klassik und Moderne und bietet packende Dramatik für Jung und Alt.

19. Juni, 22 Uhr / Altomünster
Wettertelefon: 0151 - 206 208 35

Lange Kunstnacht
Augsburg öffnet die Türen und feiert
eine italienische Nacht der Kunst

16. Juni - Zur Langen Nacht der Kunst, die in diesem Jahr anlässlich der Landesausstellung "Bayern - Italien" als lange italienische Nacht stattfindet, öffnet Augsburg bis tief in die Nacht alle Bühnen, Museen, Kirchen und Konzertsäle, Hinterhöfe und Cafés, Straßen und Plätze, um die schönen Künste zu feiern. Künstler aus Augsburg und dem Rest der Welt sind geladen, um ein musikalisches und literarisches Programm vom Orchesterkonzert bis zur großen Open-Air-Performance auf die Beine zu stellen. Tickets kosten 10 Euro im Vorverkauf. Zum Start um 19 Uhr gibt es Opernarien von Mozart und Rossini im Goldenen Saal des Rathauses.

19. Juni, ab 19 Uhr - in ganz Augsburg

www.langekunstnacht.de
Saxophone and voice
Der Spitzensaxophonist Hans-Christian Dellinger
mit neuen Programm in der Kirche St. Anton

16.Juni - Hans-Christian Dellinger gilt als einer der vielseitigsten und virtuosesten Instrumentalisten neuer und alter Musiker in der gesamten Region. Im Juni präsentiert der Spitzensaxofonist in der Kirche St. Anton das Programm "The Spirit of Saxophone and Voice".

19. Juni - 20 Uhr / Kirche St. Anton Augsburg

www.hans-christian-dellinger.de

Lava
Markus Mehr präsentiert sein neues Album im H2 im Glaspalast

13. Juni - Nicht nur als Booker des beliebten Ostwerks macht sich Markus Mehr verdient, auch als Musiker hat er einiges hinter sich und noch vor. Am 15. Juni erscheint sein neuestes Album "Lava", es ist das erste unter eigenem Namen. Seine Musik bewegt sich bedächtig und wabernd zwischen Ambient und Drones. Grenzen gibt es keine, gerade live: Zum Einsatz kommen Rechner, Effektpedale und Gitarre, aber auch Rasierapparat, Zahnbürste und Handventilator. Die beste Möglichkeit, diese Performace zu erleben, gibt es diesen Herbst im H2 im Glaspalst.

15. Juni Release / 23. Oktober live im H2

www.markusmehr.de
Mozartiade
Die 5. Ausgabe feiert den Komponisten mit Highlights in ganz Schwaben

13. Juni- Mozart wird in diesem Sommer wieder in ganz Schwaben gefeiert: Im Rahmen der Mozartiade, die heuer zum fünften Mal stattfindet, wird es ab Mai und bis in die Weihnachtszeit hinein Konzerte an den unterschiedlichsten Orten der Region zu hören geben. Wo heute Konzerte der Mozartiade stattfinden, waren auch die Wurzeln der Mozarts, denn der Name Mozart ist im Augsburger Land seit dem Jahr 1331 bekannt. In über 30 Orten konnten Mozarts belegt werden, so auch in Fischach und Aretsried, Diedorf und Leitershofen. Die Konzertreihe überzeugt sowohl durch ein spannendes Repertoire als auch ein freundliches Ambiente. In diesem Jahr konzertieren u.a. die Geigerinnen Julia Fischer und Alina Ibragimova (Foto), die von 16. bis 18. Juli mit Werken von Bach über Smetana bis zu Kodaly auftreten wird.

9. Mai bis 17. Dezember - Bayerisch Schwaben

www.mozartia.de

Trommelkinder
Nach den Plattenaufnahmen folgen nun zwei Konzerte im Abraxas

13.Juni - Kinder trommeln gerne, nur Eltern lassen sie nicht immer. An diesem Wochenende ist das anders. Unter der Leitung von Heiko Tuch laden die Trommelkinder - nach den Aufnahmen für ihr Album - zu zwei Konzerten ins Kulturhaus abraxas ein. Auf donnernde Trommelgewitter folgen lyrische Minimal-Musik-Improvisationen, die an Steve Reich und Philip Glass erinnern.

19. und 20. Juni / abraxas

www.trommelkinder.de
www.theater.augsburg.de


Schatzinsel des Wissens
40 Jahre Universität
13. Juni Die Augsburger Uni wird 40 und alle sollen dabei sein: Anlässlich des Jubiläums öffnen sich die sieben Fakultäten, viele Institute, Labors, Forschungs- und Studienprojekte sowie zahlreiche Lehrveranstaltungen für Interessierte - Erwachsene wie Kinder.

Unter dem Motto "Schatzinsel des Wissens" will die Uni mit einem zugleich interaktiven wie informativen Programm zeigen, dass sie nicht nur für Studenten gut, sondern ebenso ein lebendiger Bestandteil der Stadt ist. Angeboten werden Konzerte, Ausstellungen, Diskussionen, Führungen und Sportangebote: Der aus dem Bayerischen Rundfunk bekannte und unterhaltsamste aller Fernsehphysiker Harald Lesch fragt, ob es in der Welt mit rechten Dingen zugeht. Eine der vielen Ausstellungen zeigt, wie schön Mathematik sein kann, wenn sie geschickt visualisiert wird. Wirtschaftswissenschaftler und Ethiker diskutieren die brennende Frage, welche Wirtschaft wir wollen und brauchen. Und der herausfordernde Parcours des Hochseilgartens steht allen offen, die mutig genug sind, an ihre Grenzen zu gehen. Natürlich darf auch die Musik nicht fehlen: Auftakt der Feierlichkeiten wird eine von den Musikern des Leopold-Mozart-Zentrums begleitete Begrüßung sein. Ein Konzert der Uni-Bigband soll den vielfältigen Tag beschließen.

15. Juli / Universität Augsburg


www.uni-augsburg.de


Schwabentag
Die Stadt am Lech bietet zum Schwabentag
ein umfangreiches Kulturprogramm

10. Juni- Die Stadt Füssen will als Veranstalter des diesjährigen Schwabentags Offenheit für Neues und Innovationen als Merkmal der schwäbischen Mentalität insbesondere an der zeitgenössischen Kunst verdeutlichen. So sind u.a. eine Ausstellung der beiden schwäbischen Verbände bildender Künstler im Festspielhaus geplant, Sonderführungen durch die bayerische Landesausstellung und Stadtführungen in Füssen sowie Hohenschwangau auf den Spuren italienischer Einflüsse, Exkursionen entlang der Via Claudia, Konzerte und eine Präsentation der zahlreichen schwäbischen Städte und Gemeinden, die Partnerschaften mit italienischen Kommunen pflegen

13. Juni / Füssen

www.bezirk-schwaben.de
www.füssen.de
WM im Park

Alles im grünen Bereich - WM Feeling beim
Public Viewing im Parkbiergarten

09. Juni - Zum großen Fußballfest im Grünen lädt zum fünften Mal in Folge das Team um Parkbiergarten-Wirt Torsten Schiemann in den Wittelsbacher Park. Auf einer Großbildleinwand im See werden in den vier heißen WM-Wochen alle Spiele aus Südafrika live übertragen. Um dem Ansturm der Fans auch in diesem Jahr gerecht zu werden, verstärkt und erweitert der beliebte Biergarten unter dem Hotelturm für die Spitzenbegegnungen sein Angebot. Neben Fußball, Bier und Bratwurst wird es auch ein kulturelles Rahmenprogramm für Groß und Klein geben. Informationen und Reservierungen im Internet.

11. Juni bis 11. Juli

www.parkbiergarten.de
JuFinale
Das Finale des Bayerischen Jugendfilmfestivals findet heuer in Augsburg statt

09. Juni - Auch im Sommer darf man mal was drinnen im Dunkeln machen: Eine Möglichkeit böte das Bayerische Jugendfilmfestival JuFinale. In allen sieben Regierungsbezirken und München finden Nominierungsfestivals statt, bis alle bei den Bezirks-JuFinalen gekürten Preisträger gefunden sind, die beim bayernweiten Finale antreten dürfen. Dieses findet alle zwei Jahre in einer anderen Stadt statt und beglückt in diesem Jahr Augsburg. Neben den Finalistenfilmen gibt es während der drei Tage außerdem Workshops und Kurse für junge Filmbegeisterte zu besuchen.

11. bis 13. Juni / CinemaxX Augsburg

www.jufinale.de
Architektur und Musik
Ausstellung mit Zeichnungen und Partituren von
Iannis Xenakis - Architekt und Komponist

09.Juni - Die Mitarbeit im Büro von Le Corbusier verhalf Iannis Xenakis zu beruflicher Reputation; international bekannt wurde der Architekt und Komponist durch seine Klangkunst. In der Symbiose von Architektur und Musik, die beide auf mathematischen Gesetzen beruhen, fand seine Vision einer multimedialen Kunst ihren Ausdruck. Die Ausstellung der Bayerischen Architektenkammer zeigt Zeichnungen und Partituren von Iannis Xenakis wie auch das Modell des 1958 für die Weltausstellung in Brüssel entworfenen Philips-Pavillons.

ab 10. Juni Architekturmuseum Schwaben

www.architekturmuseum.de
Tanzen in der Sonne
auto.matic.open am 12. Juni rund um das Kesselhaus.
Ein feines line-up lädt zum Tanzen ein - und das mit einem
gutem Plan für schlechtes Wetter!

09. Juni Tanzen in der Sonne - vielleicht das Sommerlichste, was man tun kann. Beste Voraussetzungen dafür bietet das Open Air der Jungs von auto.matic.music. Alleine aber wollen und können sie dieses Ding nicht durchziehen. Feinste Verstärkung aus Augsburg und weit darüber hinaus haben sie eingeladen, um das Kesselhaus und die nähere Umgebung in einen elektronischen Sommernachmittagstraum zu verwandeln. Weit mehr als ein Dutzend Techno-, Houseund Minimal-Plattenexperten geben sich an diesem langen Abend den Tonarm in die Hand. Tanzen in der Sonne - vielleicht das Sommerlichste, was man tun kann. Beste Voraussetzungen dafür bietet das Open Air der Jungs von auto.matic.music. Alleine aber wollen und können sie dieses Ding nicht durchziehen. Feinste Verstärkung aus Augsburg und weit darüber hinaus haben sie eingeladen, um das Kesselhaus und die nähere Umgebung in einen elektronischen Sommernachmittagstraum zu verwandeln. Weit mehr als ein Dutzend Techno-, Houseund Minimal-Plattenexperten geben sich an diesem langen Abend den Tonarm in die Hand.

Ein eindeutiger Headliner lässt sich ob der Qualität der Gäste nicht ausmachen: Neben Klassikern aus der Hauptstadt der geraden Bassdrum wie Sascha Funke aus Berlin haben die Veranstalter ebenso wenig den poppigen Sound Kölns vergessen: Der weibliche DJ Ada (Bild) verspricht gar eine Liveshow. Wer es ein wenig abstruser, wenn auch nicht weniger treibend mag, verpasst besser nicht Robag Wruhme, der als Ex-Wighnomy-Bother zum Besten gehört, was Techno an Spaßbomben zu bieten hat. Den vollendeten Sommertanzspaß gibt es dann spätestens mit Wruhmes Labelkollegen Marek Hemmann und seinem jazzig-akustischen Flussufer-House. Eine Schande, dass der Mensch nur zwei Arme zum In-die-Luft-Werfen hat.

12. Juni, ab 14 Uhr / Kesselhaus

www.automaticmusic.de

Sommerkonzert des Tonkünstlerverbands



02. Juni - Beim Sommerkonzert des Tonkünstlerverbands Augsburg-Schwaben in der Barfüßerkirche am Perlachberg präsentieren der Trompeter Thomas Seitz und der Organist Federico Del Sordo sowohl eigene Werke als auch Arbeiten anderer zeitgenössischer Komponisten wie Guy Bovet oder Peter Planyaky.

10. Juni / Barfüßerkirche

www.tkva.de
Künstler helfen Obdachlosen
Ein Benifizkonzert zu Gunsten der Obdachlosenhilfe

02. Juni - Nach einer Verkaufsausstellung im Mai zugunsten der Wohnungslosenhilfe des SKM unter Beteiligung von 65 bildenden Künstlern äußert sich der gute Zweck im Juni musikalisch. Jürgen Frantz vom Kunstverein Augsburg hat zahlreiche Künstler wie Fred Brunner, Daniel Mark Eberhard, Bernd Haselmann, Stephanie Knauer, Tom Gratza, Sabine Süß-Seiffert, Ute Sagawa, Geoffrey Abbott, Isabell Münsch, Franz Schlecht und die Band Nice Blue Swing sowie die Theatergruppe Panoptikum mit dem Stück "Die Zoogeschichte" von Edward Albee für einen Auftritt im Annahof gewinnen können.

9. Juni, 18 Uhr / Annahof

www.annahof-evangelisch.de



175 Jahre deutsche Eisenbahnen
Großformatige Schwarz-Weiß-Fotografien von Burkhard Wollny

02. Juni - Anlässlich des großen Jubiläums "175 Jahre deutsche Eisenbahnen" hat sich der Bahnpark Augsburg etwas Besonderes einfallen lassen. Im Juni zieht die große Zeit der Dampflokomotiven in die Toskanische Säulenhalle ein. Erstmals werden großformatige Schwarz-Weiß-Fotografien von Burkhard Wollny - dem Meister der Eisenbahnfotografie - gezeigt. Zu bestimmten Terminen wird der Fotograf persönlich durch die Ausstellung führen. Im Ausstellungsshop laden die schönsten Bücher und Kalender über die Dampflokära zum Schmökern ein

ab 1. Juni / Zeughaus

www.bahnpark-augsburg.de
Rap4Peace #3
Ein Tanz-Theater-Projekt und kreativer
Kunstrozess mit mehr als 50 Beteiligten

21. Mai / Am 7. Juni gehört die große Bühne im Stadttheater für eine Nacht den Künstlern von Rap4Peace. Das Tanz-Theater-Projekt der Augsburger Hip-Hop-Szene entstand aus einem kollektiven Kreativitätsprozess, an dem über 50 Tänzer, Sänger, Beatboxer und Sprayer aus verschiedenen Jugendvereinen mitwirken. Hauptthema bei Rap4Peace ist in diesem Jahr die Frage, ob Hip-Hop als Lebenseinstellung die eigene Jugend bis ins Erwachsenenalter überdauern kann. Das Projekt ist eine Kooperation des Theaters Augsburg mit dem Stadtjugendring, dem Kulturhaus Kresslesmühle und dem Bundesprojekt "Mehr Musik!".

7. Juni, 19:30 Uhr / Theater Augsburg

www.theater.augsburg.de
Park-Novellen

Willi Weiners Skulpturen aus rostigem Cortenstahl im
Park des ehemaligen hessingschen Kurhauses

19.Mai - Willi Weiners Skulpturen aus rostigem Cortenstahl könnten sich an keinem besseren Ort präsentieren als dem zurzeit in frischem Grün aufblühenden Park des ehemaligen hessingschen Kurhauses. Die Plastiken, für Parklandschaften und Gärten geschaffen, entfalten ihre Poesie und ihr ambivalentes Spiel zur Freude der Betrachter. Beispielhaft sei genannt: "Ich liebe alles Spekulative ", ein vierteiliges Werk (Ohr, Herz, Seele, Träne), das trotz seiner Ausmaße intim bleibt und die musischen Sinne anspricht. Die von der Ecke -Galerie organisierte Schau zeigt Werke aus den Jahren 1994 bis 2010.

Seit 15. Mai / Park des Kurhauses

www.ecke-galerie.de
3 Nächte Salsa
Das Tanzfieber wird wieder enfacht

Salsafestival mit Workshops & Party

27. Mai Natürlich entfacht das Salsafestival in der Stadthalle Gersthofen auch dieses Jahr wieder das Tanzfeuer in der Region a3. Zahlreiche namhafte Tänzer und Choreografen aus aller Welt bieten Workshops für Anfänger und Fortgeschrittene an und liefern an drei durchtanzbaren Nächten atemberaubende Shows. Lassen auch Sie sich vom Salsafieber mitreißen!

4. bis 6. Juni / Stadthalle Gersthofen

www.salsafestival-augsburg.de


Grätscher, Terrier, Wasserträger
oder: Wer hat in der Bundesliga
die meisten Gelben Karten gesammelt?

21. Mai / Stefan Mayr, Ex-FCA-Jugendspieler, hat zusammen mit seinem Kollegen Dominik Prantl von der Süddeutschen Zeitung sein neuestes Fußball-Werk herausgebracht. Es ist betitelt mit "Grätscher, Terrier, Wasserträger " und besingt die "wahren Helden der Fußarbeit", die Vorstopper, Manndecker, Treter, Tackler und Dauerläufer. Während alles in der Welt von den Künstlern wie Messi, Robben oder Ribéry schwärmt, beleuchten die beiden Autoren die stummen Diener ihrer Mannschaften, die nur selten im Mittelpunkt der Medien stehen und niemals die Wertschätzung erfahren, die ihren stürmenden Kollegen zuteil wird. In dem illustren Werk findet man z.B. die Defensivformationen aller Weltmeistermannschaften, bekommt die elf schlimmsten Fouls geschildert und erfährt charmante Details über die weltbesten Defensivarbeiter wie z.B. Roy Keane, Claudio Gentile oder Karl-Heinz Förster. Es ist kein Buch zum einmaligen Durchlesen, sondern eher eine amüsante Sammlung von Anekdoten, Daten und Fakten, zu der man immer wieder gerne greift, um über die nächste Halbzeitpause zu kommen, und die mit Sicherheit elfmal spannender ist als Günter Netzers Analysen. Der war ja auch so ein offensiver Schönspieler.
Die Antwort auf unsere Frage im Titel lautet übrigens: Stefan Effenberg

"Grätscher, Terrier, Wasserträger" von Stefan Mayr und Dominik Prantl, Eichborn Verlag, 12,95 Euro

www.eichborn.de
Ein originelles Spektakel
Hanna Buchert besuchte für uns
den vierten Augsburger Philosophy-Slam

21. Mai / Veranstalter Dr. Gerhard Hofweber hat allen Grund zur Zufriedenheit: Zahlreiche Denkwillige haben sich am 9. Mai 2010 zum vierten Augsburger Philosophy-Slam im tim versammelt. Zehn Minuten stehen jedem der fünf angetretenen Slamer zur Verfügung. Zwischen Scharfsinn und Schabernack entfaltet sich ein Panorama bestaunenswerter Denkprozesse. „Die Leute vögeln heute weniger als zu Zeiten, in denen die religiös-konservative Moral noch intakt war.“ Gianluca Crepaldi analysiert die Tendenz unserer Gesellschaft, eine Spezies selbstverliebter und asexueller „Neo-Menschen“ hervorzubringen. Seine düstere, gleichwohl aber unterhaltsam vorgetragene Zukunftsvision begeistert nicht nur das Publikum. Auch die Jury lässt sich von Gianluca Crepaldis Vortrag überzeugen und so kann der Philosoph und Politologe aus Innsbruck gleich zwei „Schierlingsbecher“ als Preise mit nach Hause nehmen.

Einen offenen und inspirierenden Raum finden die Philosophen im Foyer des historischen Industriegebäudes. Im Hintergrund drehen sich überlebensgroße Frauengestalten, auf die ein Beamer wechselnde Stoffmuster aus der Sammlung der Neuen Augsburger Kattunfabrik projiziert. „Philosophie im Neuen Gewand“, so lautet der Titel des „öffentlichen Ringes um Wahrheit“. Einen thematischen„roten Faden“ sucht man im Programm der Slambeiträge jedoch vergebens. Den Auftakt gestaltet Dr. Karl Borromäus Murr, Leiter des Textil- und Industriemuseums. Als Historiker beschäftigt er sich mit vertrauter Materie: der Vergangenheit. Augenzwinkernd zitiert er Donald Rumsfeld, „einen bedeutenden Philosophen unserer Zeit“, mit den Worten „Die Vergangenheit war nicht vorhersehbar, als sie begann“. Die Zukunft sei jedoch vorhersehbar, wenn sie in der Vergangenheit liege. Als Ausweg aus dem „Dilemma Zeit“ empfiehlt Dr. Murr die Geschichte als Fundament der Zukunft und den eifrigen Gebrauch des niederbayerischen Konjunktivs. Mit diesem könne man – frei nach dem Motto: „I wär dann do“ – einer eindeutigen Zuordnung zu Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft entgehen.

Die Jury, bestehend aus dem Philosophen Dr. Gerhard Hofweber, der Theologin Dr. Birte Platow und dem Philosophen Prof. Dr. Helmut Pape, übt im Anschluss an jeden Vortrag fachliche Kritik. Die Band Bataillon Modern untermalt die Pausen mit Tuba (Josef Reiter), Saxophon (Johannes Liepold) und Drumset (Harry Alt). Der Augsburger Philosophiestudent Florian Hieber versucht sich an einer Abhandlung über die Liebe aus der Sicht eines Biergartens, die jedoch eher in ein Lamento über einen lausigen Studentenjob umschlägt, als zu philosophischen Einsichten zu führen. Dr. Werner Hanselitsch, Philosoph aus Innsbruck und Gründer des Vereins „Rationalpark“ liefert einen Vortrag über den Tod und dessen Sinn für das menschliche Leben. Der Tod, so Hanselitsch, sei die Grundvoraussetzung für jegliche Entscheidungsfähigkeit. Ein Referat über die Liebe hält der Dillinger Landwirt Bernhard Sailer und geht dabei von der Frage aus, was denn die Liebe bringe, wenn der Mensch sie durchdenke. Nach zahlreichen Zitaten aus Bibel und Gedichten kommt er zu dem Ergebnis: „Der Glaube ist die Steigerung der Liebe.“

Moderatorin Izabela Zerebjatjew misst für jeden Slamer die Dezibelzahl des Applauses und als am Ende des Abends von Jury und Publikum jeweils ein Preis vergeben wird, entscheiden philosophische Qualität und Spaß-Faktor gleichermaßen. Insgesamt: ein originelles Spektakel! Wir sind gespannt auf den fünften Philosophy-Slam.


www.philosophy-slam.com
Kleider machen Mode
Entdecken Sie den extravaganten Stil der
österreichischen Kaiserin Sissi

19. Mai Tauchen Sie ein in die prunkvolle Zeit des 19. Jahrhunderts und entdecken Sie den extravaganten Stil der österreichischen Kaiserin Elisabeth, die mit ihren pompösen Kleidern nachhaltig die Mode ihrer Zeit prägte. Bis 1. November zeigt das Museum im Unterwittelsbacher Schloss bei Aichach die Sonderausstellung "Kaiserin Sisi - ihre Kleider machen Mode". In stilgerechter Kulisse präsentiert diese originalgetreu nachgearbeitete Roben, exklusiven Schmuck und Porzellan der modebewussten Monarchin.

14. Mai bis 1. November im Sisi-Schloss Unterwittelsbach

www.aichach.de

Rosa Loy
Das Auge sieht mit
Bis 4. Juli in der Galerie Noah im Glaspalast

19.Mai - Die Galerie Noah im Glaspalast präsentiert bis zum 4. Juli die Ausstellung "Rosa Loy - Das Auge sieht mit". Die in Kaseintechnik gemalten Werke zeigen größtenteils weibliche Wesen in farbenfrohen mystischen Traumräumen und Realwelten. Ihre Arbeiten rechnet die Malerin der Leipziger Schule zu. Dort hat auch ihr malender Ehemann sein künstlerisches Zuhause. Sein Name ist Neo Rauch.

www.galerienoah.com


Amerikanische Meister
Meister amerikanischer Landschafts- und
Architekturfotografie im Kunsthaus Kaufbeuren

14. Mai / Das Kunsthaus Kaufbeuren versammelt zahlreiche Meister amerikanischer Landschafts und Architekturfotografie. Zehn Künstler preisen in siebzig Werken in Schwarzweiß die einzigartige Schönheit der Natur Amerikas ebenso wie die Atmosphäre der pulsierenden Metropole New York. Im Zeitalter der digitalen Fotografie gewinnen diese Arbeiten zusätzlich an Reiz, indem sie von den Anfängen und der Durchsetzungskraft des Mediums als eigene Kunstform berichten.

www.kunsthaus-kaufbeuren.de
Beats von den Bergen
Die Band um Rainer von Vielen vereint scheinbare Widersprüche -
am 21. Mai in der Kantine

14. Mai / Die vierköpfige Band um Rainer von Vielen hämmert zusammen, was zusammengehört, aber nicht immer zusammen will: Hip Hop, Dancehall und elektronischen Rock mit Heimat und Haltung. Der Blick schweift vom Allgäu aus in die Welt und vereint scheinbare Widersprüche. Auf der einen Seite sind es Tuba und Quetschkommode, auf der anderen tibetanischer Obertongesang und Clubbeats. Rainer von Vielen am 21. Mai in der Kantine.

www.musikkantine.de
Gitarren in Gut
Neuer Augsburger Exportschlager?
Dear John Letter gehen mit neuem Album auf Tour

11.Mai / fap Was mir aber gut gefällt, als Augsburger Band gezählt werden darf und sich noch mehr als bisher schon zum Exportschlager auswachsen könnte, ist die fünfköpfige Band "Dear John Letter". Die kommt in den nächsten Monaten gut rum zur Vorstellung ihres nächsten Album: Luzern, München, Hamburg und Braunschweig sind nur einige ihrer Anlaufstellen. Beginnen soll aber alles - wie auch die Bandgeschichte - hier in Augsburg: Erster Termin der Tour ist am 12. Mai die Albumrelease-Party der Band im Theater des abraxas. Als Support sind Kitty Empire und Tapso gemeldet, außerdem gibt es bandeigene Visuals zu den meandernden Gitarrenflächen der Headliner. Also gleich am Mittwoch in Augsburg sehen und hören oder später in einer Stadt der Wahl. Wenn es am Ende nichts wird mit dem neuen Augsburger Exportschalger, dann nur weil die Band vor dem ganz großen Erfolg nach Berlin oder Brooklyn geht. An der Musik wird es nicht scheitern.

www.dearjohnletter.de
Digital Cosmetic
Gerd Meissner präsentiert in der
Cosmetic Gallery seine Ausstellung "Digital Art"

11. Mai Die "Cosmetic Gallery" in Augsburgs Altstadt präsentiert noch bis 15. Mai die Ausstellung ‚‚Digital Art'' des Mediendesigners Gerd Meissner.
Der Begriff ‚Digital Art' beschreibt eine relativ junge Form der darstellenden Kunst, die erst durch die private Nutzung des Computers und der Lancierung des Internets möglich wurde. Sie zählt sich zu dem Bereich der Medienkunst und verarbeitet vormals analoge Kunst, wie Fotographie oder Malerei in der digitalen Ebene weiter. Der Computer als künstlerisches Mittel erlaubt, u.a. auf Basis des Internets, eine immense Vielfalt an Gestaltungs- und Visualisierungseffekten und erhöht somit die künstlerischen Möglichkeiten enorm.
Der gebürtige Augsburger Mediendesigner Gerd Meissner beschäftigt sich seit 2006 mit der Kunstform ‚‚Digital Art''. Nach seinem Diplomabschluss im Fachbereich Illustration arbeitete er u.a. als Art-Direktor bei diversen Werbeagenturen um sich dann 1998 mit der Gründung der Firma ‚‚Meissners Com Office'' in die Selbstständigkeit zu begeben. Seine Bilder, hochwertige Digitaldrucke auf Leinwand, wurden schon mehrfach in Augsburg und in Diessen am Ammersee ausgestellt und widmen sich verschiedensten Themen: Zwischen Kaleidoskopartigen, bunten Musterflächen und digital veränderten Fotos, die mithilfe der Ebenentechnik verschiedene Bilder ineinander greifen lassen, zeigt der Künstler eine enorme Bandbreite an gestalterischen Möglichkeiten.

Die zum Dr. Grandel Unternehmen gehörende Cosmetic Gallery befindet sich in der Weißen Gasse 11 in Augsburg und ist dienstags bis freitags jeweils von 09.30 bis 18.30 Uhr und samstags von 09.30 bis 16.00 Uhr geöffnet. Die MitarbeiterInnen freuen sich über Ihren Besuch.

www.cosmetic-gallery.de
www.www.meissnerscomoffice.com
Empfindungen vom Körper
Maria Lassnig zeigt Werke der letzten
10 Jahre im Münchner Lenbachhaus

07. Mai / Die 1919 in Kärnten geborene Künstlerin Maria Lassnig nannte schon ihre in den 40er- Jahren entstandenen Werke "Körperbewusstseins- Zeichnungen" und setzt sich nunmehr seit über sechs Jahrzehnten in Malerei und Zeichnung mit der Wahrnehmung und Darstellung von inneren Körperempfindungen auseinander. Die von der Künstlerin mitgestaltete Schau im Lenbachhaus in München gibt einen Überblick über Lassnigs Arbeit der letzten zehn Jahre. Unter den mehr als vierzig, teilweise großformatigen Bildern befinden sich auch noch nie gezeigte Werke. Außerdem sind in der Ausstellung sämtliche filmischen Arbeiten Lassnigs zu bestaunen, das Ganze noch bis bis 30 Mai.

www.lenbachhaus.de
Fragen über Fragen
Wo fängt Wahnsinn an und wo hört Normalität auf?
Eine Eigenproduktion des Jugendclub des Jungen Theater Augsburg

07. Mai / Wo fängt Wahnsinn an und wo hört Normalität auf? Nach welchen Richtlinien kann man das beurteilen? Sind wir nicht alle ein bisschen meschugge, nicht ganz dicht, haben ein Rad ab oder nicht alle Tassen im Schrank? Der Jugendclub des Jungen Theaters Ausgburg begibt sich in seiner Eigenproduktion in irrsinnige Sphären und hat einen wahnsinnigen Spaß dabei. Erleben kann man alles das am 14. und 15. Mai um jeweils 19 Uhr im Jungen Theater Ausgburg beim abraxas.

www.www.jt-augsburg.de
Klassisches Auswärtsspiel
Stadthalle Gersthofen: Alice im Wunderland und
das Philharmonische Orchester Augsburg zu Gast

04. Mai Das Philharmonische Orchester Augsburg spielt am 10. und 11. Mai seine ersten Konzerte in der Stadthalle Gersthofen. Die marode Kongresshalle macht den Umzug nötig. Neben diesem Klassiker hat Kulturamtschef Helmut Gieber ein Programm getreu dem Motto "Kultur für alle" auf die Beine gestellt. Bekannte Akteure wie Hagen Rether, Ludwig Hirsch oder eine Adaption von "Alice im Wunderland" finden sich ebenso darunter wie Künstler, Stücke oder Vorträge, deren Besuch sich auch ohne prominente Namen lohnt.

www.stadthalle-gersthofen.de
Sake statt Bier
Deutsch-Japanisches Frühlingsfest
am 9. Mai im Botanischen Garten

Ob OB Gribl am 9. Mai, also am Muttertag, beim Aufschlagen eines original japanischen Sakefasses "Ozapft is!" rufen wird, ist noch unbekannt, aber dieses uns Bayern vertraute Ritual bildet den Auftakt zum Japanischen Frühlingsfest im Botanischen Garten. Danach können die Besucher japanische Kultur in Form von Tanzvorführungen, Ikebana, Teezeremonie, Origami, Shijatsu, Taiko-Trommelkonzert, Kimonopräsentation, Manga und japanischer Küche kennenlernen. Das Japanische Frühlingsfest beginnt um 10 Uhr und wird gemeinsam veranstaltet von der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Augsburg und Schwaben e.V. sowie dem Japanischen Generalkonsulat München. Bereits ab 1. Mai kann man im Botanischen Garten die Ausstellung "Kreatives Japan" mit historischen Farbholzschnitten, zeitgenössischen Keramiken und Arbeiten aus Schilf besuchen.

www.djg-augsburg.de
Wer ist Jean Stein?
Neuer Veranstaltungsort für Kunst und Popkultur in der Kapuzinergasse

30. April Neu-Augsburger soll man freundlich begrüßen - erst recht, wenn sie der Stadt so Vieles zu geben haben wie Jean Stein. Er verspricht einiges, er ist ein Idealist. Doch wer ist dieser Jean Stein? Woher kommt er? Wo lebt er? Und nicht zuletzt: Was will er von uns?

Jean Stein ist das brandneue, temporäre Projekt ein Gruppe kreativer Augsburger. Der innere Kreis besteht aus Daja Zachow, Georg Heber, Manfred Hörr und Ivo Mannheim, doch Beteiligte und Helfer gibt es viele mehr. Sie haben sich zum Ziel gesetzt einen offenen und freien Raum im Herzen der Stadt zu betreiben. Dessen Namen, eben Jean Stein, ist inspirieret von dem Schornstein, der das Gelände des Veranstaltungsorts ziert. Georg Heber war auch schon an der Durchführung der Galerie Muhackl oder Blutwurst beteiligt, deren kurzes Leben nichts anderes als ein Gewinn war, mindestens für den Kalender der Augsburger. Jean Stein sieht sich also durchaus von den Erfahrungen mit der Galerie Muhackl oder Blutwurst inspiriert und will doch einiges anders machen.

Jedenfalls wollen und können die Organisatoren das Projekt nicht alleine stemmen: In Aufrufen über Facebook und die eigene Internetseite wurden seit dem 1. April Künstler, Musiker, Erzähler, Köche, Handwerker, Maler und Tüfftler - kurzum alle Interessierten gebeten, sich am Aufbau des gemeinsamen Raums zu beteiligen. Und auch die Eröffnung am Samstag, den 1. Mai soll ein solches Gemeinschaftsding werden: Wer Lust hat an diesem ersten Abend dabei zu sein, braucht nichts anderes als einen Stuhl. Damit bewaffnet trifft man sich auf dem Rathausplatz und geht gemeinsam im Rahmen dieses "Ersten Augsburger Stuhlgangs" zu den Räumen des Jean Stein in der Kapuzinergasse. Für unterwegs sind improvisierte Kultureinlagen nicht auszuschließen, die mitgebrachten Stühle finden am Ziel angekommen im Jean Stein ihr neues Zuhause.

Die zweieinhalb Monate, die das Jean Stein geöffnet haben will, sehen schon jetzt rosig aus: Die Theorie ist, als möglichst offene Plattform für jede Form von Kreativität - von Kochen bis Singen - den passenden Ort zu bieten. In der Praxis finden sich Konzerte, Lesungen und kulinarische Experimente - sogar ein Ausflug zu einem Konzert in die Kradhalle ist geplant.


www.jean-stein.de

30.April 1933 wurden im nationalsozialistischen Deutschland in über siebzig deutschen Städten Bücherverbrennungen inszeniert. Augsburg steht nicht auf dieser Liste. Viele der damals verfemten Autoren sind seither nahezu unbekannt. Ein Vortrag des Aktionskünstlers Wolfram P. Kastner aus München versucht, kein Gras über die Geschichte wachsen zu lassen und die verfemte Literatur zurückzugewinnen. Wolfram P. Kastner macht Kunst, die stört und sich einmischt; Kunst, die sichtbar macht, was sonst nicht zu sehen ist. Seine Kunst provoziert zum Nachdenken und Diskutieren, mitunter sogar Widerspruch, Verbote und Strafanzeigen. Der Vortrag "Die Spur der verbrannten Bücher" ist zu hören am 5. Mai ab 19 Uhr im Jüdischen Kulturmuseum an der Halderstraße.

www.jkmas.de
Holz vor der Hütt´n
Olli Marschalls Gartenatelier-Ausstellung - Gesamtwerk mit über 100 Holzobjekten

30. April Auf der Gartenatelier-Ausstellung von Olli Marschall ist sein Gesamtwerk von über 100 Holzobjekten in einer Größe zwischen 2 und 400 cm zu sehen. Neben den neuen Werken legt Olli Marschall diesmal vor allem Wert auf den Bereich Schmuck und seine im Wachsen begriffenen neuen Skulpturenpfad. Musikalische Überraschungen und Kaffee sind bei der Ausstellung ebenso selbstverständlich wie spontane Bildhauervorführungen. Das Gartenatelier liegt in Vogelsang bei Diedorf und ist ab 30. April jeden Sonntag von 15-20 Uhr geöffnet.

www.marsart.de
VW unterstützt Zukunft(s)musik
Gute Nachrichten in Zeiten enger Etats: Im zurzeit recht umtriebigen Bereich der Neuen Musik gibt es eine erste größere Sponsoringvereinbarung zu vermelden

25. März/pif Die VW-Niederlassungen Volkswagenzentrum, Schweizer und Wagner unterstützen das Projekt "Zukunft(s)musik" ab sofort mit einem großzügigen Kultursponsoring und sicherten sich gleichzeitig eine Option für die kommende Spielzeit. "Zukunft(s)musik", eine Veranstaltungsreihe der Theatergemeinde Augsburg in Zusammenarbeit mit dem bundesweiten Projekt "Mehr Musik! ", finanziert mit dem Etatgewinn Marketingkampagnen der laufenden Saison und Mehraufwendungen, die aus dem aktuellen Programm entstehen. Sowohl der künstlerische Leiter der Reihe Johannes Gutfleisch vom Philharmonischen Orchester Augsburg als auch der Geschäftsführer der Theatergemeinde Augsburg Edward Wolf freuen sich über die neuen Partner und fühlen sich in Ihrer Arbeit bestätigt. In der Region ist es für VW das erste Engagement im Bereich Musik der Gegenwart. Geplant wurde diese neue Verbindung von der Kulturmarketingagentur studio a. Drei Veranstaltungen des Projekts "Zukunft(s)musik" stehen in dieser Saison noch aus: Am 6. Mai im MAN-Museum "Von Kurtag bis Ligiti" mit dem Philharmonischen Bläserquintett, am 15. Mai in der Goldschmiedekapelle von St. Anna ein Streichquartett von Lang, Terry und Oettl und am 5. Juli im Bahnpark Augsburg ein Konzert des Philharmonischen Orchesters u.a. mit Werken von Steve Reich bis Stefan Schulzki.

www.zukunft-musik.de

Dummer Junge
"Die Abenteuer von Tom Dumm"
Ein einzigartiges Musikprojekt Augsburger Schüler

Dummer Junge Seit Herbst letzten Jahres beschäftigen sich Augsburger Schülerinnen und Schüler mit Neuer Musik - sie alle sind Mitwirkende in "Die Abenteuer von Tom Dumm", einem einzigartigen Musiktheaterprojekt. Drei deutsche Komponisten - Gordon Kampe, Juliane Klein und Fredrik Zeller - haben im Auftrag von "Mehr Musik!" ein Werk geschrieben, das auf den Texten der Schüler/-innen basiert und an drei Orten im Kulturpark West aufgeführt wird.

www.mehrmusik-augsburg.de
Django Reinhardt Memorial
Zum 100. Geburtstag der Gypsy Legende mit besonderem Programm

19. April Seine Musik hat nichts von ihrer Magie verloren. Im Gegenteil: Alljährlich wächst die Begeisterung für den Gipsy-Swing. Seinen Teil dazu beigetragen hat das mit großem Aufwand und prominenten Gruppen in rundum legerer Clubatmosphäre gefeierte "Django Memorial Festival" im Parktheater. Wer einmal zu Gast bei dem großartigen 3-Tage-Festival war, weiß, dass diese Maitage (30. April - 2. Mai) jetzt schon rot im Kalender angestrichen werden müssen. Workshops, die Ausstellung der Gitarrenbauer sowie das Konzertprogramm, das Routiniers perfekt mit Newcomern kombiniert, decken alle Wünsche der Jazzfans ab. Zum 100. Geburtstag der Gypsy-Legende kann man dieses Jahr ganz besondere Künstler erleben.

www.parktheater.de
Ballett für Alle
Ballettmeister Daniel Otevrel hat das
Tanzstudio seiner Eltern übernommen

12.Apr/hol Daniel Otevrel übernahm am 01. März zusammen mit seinem Partner Oscar Cordoba das namhafte Augsburger Ballett- und Tanzzentrum seiner Eltern, das sich seit 1967 um den Nachwuchs kümmert und für seine Arbeit mehrfach prämiert wurde. Seine jahrelange Erfahrung bei weltweiten Engagements, z.B. beim Englischen Nationalballett und an der "Met" in New York, wird Otevrel sicher in seine neue Aufgabe einfließen lassen. Der ehemalige 1. Ballettmeister der Oper Leipzig möchte in Augsburg "Ballett für Alle" anbieten. Es gibt Kurse für Hobby- und Freizeittänzer, aber auch eine eigene Ausbildung mit individueller Förderung für eine professionelle Karriere. Neben klassischem Ballett setzt man auf moderne und zeitgenössische Tänze, Charaktertanz oder auch Spielarten wie Yoga oder Gyrokinesis. Das Alter spielt dabei keine Rolle: ob Kind oder Greis, es gibt für alle Altersstufen passende Angebote.
Bei der Schul-Gala "Talente im Tanz" am 23. Mai im Theater Augsburg zeigt der Nachwuchs sein Können. Neben anderen Augsburger Ballettschulen wirken auch Schüler der Akademie Otevrel bei der Aufführung unter Leitung von Ballettdirektor Robert Conn mit.

www.otevrelschule.de
Roll and Walk to Mozart in Love
Menschen mit Handycap zeigen hochkarätiges Klassikprogramm

Das "Roll and Walk" Projekt wurde im Jahr 2007 ins Leben gerufen und feierte im April desselben Jahres mit seinem Mozartprogramm im Kleinen Goldenen Saal unter der Leitung des in Wien diplomierten Dirigenten Benedikt Lika seinen ersten Erfolg. Zwei Aspekte zeichnen das Projekt "Roll and Walk to Mozart in Love" aus: zum einen das hohe künstlerische Niveau der Mitwirkenden jungen Musiker, die allesamt deutschsprachige Musikhochschulen besuchen. Zum anderen ist es für Benedikt Lika, der selbst Rollstuhlfahrer ist, ein besonderes Anliegen, die Augsburger Kulturwelt für behinderte Mitmenschen zu öffnen. Die Konzerte finden an behindertengerechten Orten statt und bieten einen Eintrittsrabatt für Behinderte.

www.rollandwalk.de

Perspektive Landschaft
12 Künstler - drei Generationen

09. April/fap Vom 28. März bis zum 9. Mai zeigt der Kunstverein Augbsburg in der Toskanischen Säulenhalle im Zeughaus unter dem Titel "Perspektive Landschaft" Arbeiten von zwölf Künstlern aus drei Generationen.

www.kunstverein-augsburg.de

72 gesunde Rezepte
Die Augsburger Ayurveda-Köchin Gudrun Glock hat ihr erstes Kochbuch veröffentlicht

09. April/fap Die Augsburger Ayurveda-Köchin Gudrun Glock hat ein Buch geschrieben. "Nachdem ich so oft gefragt wurde, ob es ein Kochbuch mit meinen eigenen Rezepten gäbe, habe ich nun der Nachfrage Rechnung getragen", sagt Gudrun Glock. Ayurveda ist die altindische Lehre vom physisch und psychisch gesunden Leben. Falsche Ernährung und schlechte Verdauung werden dort als Hauptursache für Krankheit erachtet. Dieses Ratgeberkochbuch für Einsteiger erklärt die Grundlagen der ayurvedischen Gesundheitslehre. Der Leser bestimmt zunächst seine individuelle Konstitution, zu der er dann konkrete Tipps und Hinweise für eine seinem Typ entsprechende Ernährung erhält. Dazu gibt es erprobte Rezepte aus der Küche der Ayurveda-Expertin, die leicht nachzukochen sind. Gudrun Glocks "Sanft heilen mit Ayurveda" ist im März erschienen.

www.ayurveda-augsburg.de


Alltag in Schwarzweiß

25. März/fap Die Fotografin Erika Groth-Schmachtenberger ist bekannt für ihre Schwarzweiß-Aufnahmen des ländlichen Lebens in all seinen Facetten: Landschaft, Architektur, Arbeitsalltag, Feste, Bräuche und Trachten. Aus ihrer langen Tätigkeit erwuchs ein umfangreiches Bildarchiv, das heute einmalige Einblicke in das ländliche Alltagsleben seit den 1930er-Jahren gewährt. Ein Grund mehr für einen Ausflug ins Rieser Bauernmuseum in Maihingen.

www.rieser-bauernmuseum.de

Maler des Lichts
Johann Evangelist Holzer - im Diözesanmuseum St. Afra
und im Schaezlerpalais

25. März/pif Johann Evangelist Holzer gehört zu den Meistern des 18. Jahrhunderts. Er schuf großformatige Altarblätter, sakrale Gemälde, Porträts und grafische Blätter, aber auch lichtdurchflutete Fresken in süddeutschen und österreichischen Kirchen sowie Fassadenmalereien. Ihm ist die Ausstellung vom 28. März bis 20. Juni "Ein Maler des Lichts - zweimal Johann Evangelist Holzer in zwei Museen" gewidmet. Holzer, der schon zu seinen Lebzeiten berühmte Barockkünstler, wird erstmals in diesem Umfang mit über 150 Exponaten gewürdigt. Im Schaezlerpalais zeigt die Ausstellung "Maler des Lichts" den Freskanten Holzer. Seine Entwürfe zu Fresken an Bürgerhäusern in Augsburg belegen die vergangene Fassadenpracht. Zudem wird er als Meister des Porträts vorgestellt. Im Diözesanmuseum St. Afra sind Holzers großformatige Altarblätter und spektakuläre Thesenblätter zu sehen.

www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de
Extreme Landschaften

30. März/ Hartmut Pfeuffer aus Höchstädt, ein über Schwaben hinaus bekannter Künstler, arbeitet seit 20 Jahren in der Wüste, von Algerien über Marokko bis in den Tschad. Dort entstanden Zeichnungen und großformatige Ölbilder von Urlandschaften und unbekannten Gegenden. Diesen Werken zur Seite stehen die Arbeiten Gerhard Rießbecks, der als Expeditionsmaler auf dem Schiff "Polarstern " eine Antarktisexpedition begleitete. Die Ausstellung zeigt einen Dialog zweier künstlerischer Handschriften und Themenbereiche, zu sehen im Schloss Höchstädt im Landkreis Dillingen.

www.bezirk-schwaben.de

Es nützt nichts
Das Architekturmuseum zeigt neue Nutzungsmöglichkeiten für alte
Industriebauten in Augsburg und Deutschland

25. März/fap Nicht nur die brandneue Ausgabe des a-guide widmet sich dem Thema "Industriekultur" und der Neugestaltung alter Industriebauten: Auch das im schönen Thelottviertel gelegene Architekturmuseum Schwaben befasst sich mit dieser urbanen Realität. In ganz Deutschland bemühen sich die Denkmalpfleger um den Erhalt und kreative Nutzungskonzepte hochrangiger Industriearchitektur. Das Architekturmuseum präsentiert nun im Rahmen seiner Ausstellung "Neuer Nutzen in alten Industriebauten" geglückte Umnutzungen und zeigt so eindrucksvoll, wie solche Gebäude für Investoren attraktiv und für Städte zu neuen Bereicherungen werden können. Dieser Wandel im Umgang mit Industriedenkmälern wird auch an Beispielen aus Augsburg erkennbar..

25. März bis 16. Mai / Architekturmuseum Schwaben
www.architekturmuseum.de/augsburg

Flüssiges Brot

28. März/fap Das Schwäbische Volkskundemuseum Oberschönenfeld widmet dem Bier in Bayerisch-Schwaben eine umfangreiche Sonderausstellung. Nicht nur weil Bayern Bierland ist, sondern weil trotzdem die schwäbische Kulturgeschichte des Biers als weitgehend unerforscht gelten kann. Einzigartige Objekte wie etwa ein prunkvoller Silberpokal der Augsburger Brauer erzählen von der Zunft der Bierbrauer, originale Gerätschaften und historische Fotografien veranschaulichen den Brauprozess. Die Ausstellung läuft seit 21. März.


www.schwaebisches-volkskundemuseum.de


MISS PLATNUM
Pop von seiner besten Seite

25. März/fap Miss Platnum kombiniert spielerisch den Hochglanz-R'n'B-Sound der Beyoncés und Rihannas dieser Welt mit der Kantigkeit der Klassiker von Chaka Khan bis Aretha Franklin. Die in Siebenbürgen geborene Sängerin mixt charakteristischen Balkan- Folk mit Hip-Hop und Dancehall und singt mit Temperament und falschem rumänischem Akzent gegen Schlankheitswahn und andere Klischees an. Die tanzbare Weltverbesserung des Monats gibt es am 8. April im Ostwerk zu sehen.

www.ostwerk.de


50 Jahre Pop-Art

25. März/ Gleich zwei Jubiläen sind Anlass für diese Ausstellung: der 75. Geburtstag Mel Ramos‘ sowie das mehr als 50-jährige Bestehen der Pop-Art-Bewegung, zu deren Hauptvertretern er zählt. Der repräsentative Querschnitt durch sein von der Aktmalerei geprägtes Lebenswerk umfasst hauptsächlich Gemälde, aber auch Entwurfsskizzen und Skulpturen. Dabei sind alle Phasen von den späten 1950ern bis zur Gegenwart mit Hauptwerken vertreten, in besonderer Breite aber die »Commercial Pin-ups«, mit denen Ramos Ende der 60er-Jahre berühmt wurde. Noch bis 25. April in der Kunsthalle Tübingen. www.

www.kunsthalle-tuebingen.de.de



Die 2. Staffel der 50 Jahre Kunstförderpreisausstellung läuft
Protest Augsburger Künstler organisiert sich weiter - nun auch als Blog

17. März/kaj Anlässlich der Eröffnung "50. Kunstförderpreis" äußerten Künstler Protest an der Augsburger Kulturpolitik. Die erste Forderung der Künstler - den diesjährigen Kunstförderpreis nicht wie geplant auszusetzen - wurde erfüllt. Darüber sind wir dem Kulturreferenten dankbar und sehen dies als klaren Erfolg. Zwei weitere Punkte bleiben indes bestehen: 1. Das H2-Zentrum für Gegenwartskunst, wie auch das Höhmannhaus, wurden unverhältnismäßig in seinem Ausstellungsetat gekürzt! Wir bleiben daher bei der&xnbsp; Forderung dies zurückzunehmen! Gerade aufgrund seiner eigenen Vita als Bildender Künstler müsste Bürgermeister Peter Grab die Sorgen und den daraus resultierenden Unmut verstehen. 2. Das Projekt Kuspo ist sofort zu stoppen. Unsere Forderungen zielen inhaltlich auf grundlegende und langfristige Entscheidungen für diese Stadt. Herr Grab sieht die einzig zulässige Erklärung für Zweifel an seiner Kulturpolitik in Unwissenheit und Unaufgeklärtheit begründet. So zum Beispiel, indem er uns Protestierende vom Kollegen Mardaus parteipolitisch "angestachelt" sieht. Es ist geradezu entlarvend, wie der Kulturreferent versucht, den Protest in eine partei-politische Auseinandersetzung zu drängen. Unter diesen Umständen betrachten wir Peter Grabs Angebot eines Dialoges als sehr schwierig. Wir fordern Taten anstatt politischer Ablenkungsmanöver! Um einen noch größeren Kreis an Künstlern und Interessierten zu erreichen, stellen wir diesen Dienstag auf der Vernissage der zweiten Staffel der Kunstförderpreisträger im H2 eine digitale Plattform vor, welche zur Diskussion auffordert und neben den etablierten Möglichkeiten von Institutionen und Vereinen interessante Informationen liefert. Alle sind dann herzlich eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen.

Anja Güthoff, Christopher Kochs, Frank Mardaus, Karen Irmer und Achim Stiermann.


www.Kunstleute.Wordpress.com


50 Jahre Kunstförderpreis im H2
Ein Museumsführer von Florian Pittroff

9. März/pif Anlässlich des 50. Kunstförderpreises der Stadt Augsburg im Jahr 2009 präsentiert das H2 - Zentrum für Gegenwartskunst in Kooperation mit dem Kulturamt noch bis 16. Mai Arbeiten der bisherigen Preisträger aus den Sparten Architektur, Ballett, Bildende Kunst, Literatur sowie Musik.

Der a-guide stellt das H2 Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast etwas genauer vor.

Ort: Der Glaspalast in Augsburg, nach Plänen des Stuttgarter Architekten Philipp Jakob Manz erbaut, war das Werk IV (Aumühle) der Mechanischen Baumwollspinnerei und Weberei Augsburg (SWA) und wurde 1910 in Betrieb genommen. Die Produktion endete 1988 mit dem Konkurs der Firma. Der "Glaspalast" ist ein früher deutscher Stahlskelett-Großbau. Der Bau erhebt sich in fünf Geschossen mit je 13 Fensterachsen. Diese großflächig und vor allem allseitig durchfensterte Fassade gab der Spinnerei ihren Namen. Manz verwirklichte hierbei das Prinzip der Tageslichtfabrik im Geschossbau. Umfangreiche Berechnungen des Architekten zu Lichteinfall und Lichtstreuung gingen dem Entwurf voraus, immerhin sollten Raumtiefen von 45 Metern ausgeleuchtet werden

Vita: Viele der auf höchstem architektonischen Niveau errichteten Anlagen, die Wohlstand und Stolz der prosperierenden Industriemetropole Augsburg symbolisierten, galten nach dem Niedergang der Textilindustrie als "schwierige Immobilien". So auch der Glaspalast. Mehr als zehn Jahre stand der Industriebau leer, bis ihn Professor Ignaz Walter im Jahr 2000 erwarb und auf eigene Kosten für kulturelle und gewerbliche Nutzung renovieren ließ. Das H2 - Zentrum für Gegenwartskunst wurde am 23. Mai 2006 im Glaspalast Augsburg eröffnet

Konzept: Hier gibt es nicht nur wechselnde Ausstellungen, sondern auch den Bestand der Augsburger Kunstsammlungen und Museen zu besichtigen. Um jedoch die neue Raumsituation im H2 so spannungs- und abwechslungsreich wie möglich zu machen, folgen in regelmäßigen Abständen auf Präsentationen der eigenen Bestände spektakulären Sonderausstellungen. Die angegliederte Staatsgalerie Moderne Kunst, eine Filialgalerie der Pinakothek der Moderne München, zeigt Highlights aus dem Bestand der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen nach 1950.

Service: Zeitgenössische Kunst für die eigenen vier Wände - das macht u.a. die Gesellschaft für Gegenwartskunst mit Sitz in Augsburg möglich. Der Verein bietet jedem Kunstinteressierten mit Wohnsitz in Augsburg und Umgebung die Gelegenheit, sich zeitgenössische Kunst auszuleihen. Die Bibliothek des H2 ist eine öffentlich zugängliche Spezialbibliothek zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie steht Museumsbesuchern sowie interessierten Bürgern bei freiem Eintritt zur Verfügung.


Geöffnet: Dienstag 10.00 - 20.00 Uhr, Mittwoch - Sonntag: 10.00 - 17.00 Uhr
Adresse: H2 - Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast, Kunstsammlungen und Museen Augsburg, Beim Glaspalast 1 / Amagasakiallee 86153 Augsburg, Tel: +49 (0) 821 324-4102, Mail: kunstsammlungen.stadt@augsburg.de,

www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de


Geld für Moderne
VW unterstützt Zukunftsmusik.
Gute Nachrichten in Zeiten enger Etats

16. März/kaj Im momentan recht umtriebigen Bereich der neuer Musik gibt es eine erste größere Sponsoringvereinbarung zu vermelden. Die VW Niederlassungen Volkswagenzentrum, Schweizer und Wager unterstützen das Projekt Zukunftsmusik ab sofort mit einem großzügigen Kultursponsoring und sicherten sich gleichzeitig eine Option für die kommende Spielzeit. Zukunftsmusik, eine Veranstaltungsreihe der Theatergemeinde Augsburg in Zusammenarbeit mit dem bundesweiten Projekt Mehr Musik, finanziert mit dem Etatgewinn Marketingkampagnen der laufenden Saison und Mehraufwendungen, die aus dem aktuellen Programm entstehen. Sowohl der Künstlerische Leiter der Reihe Johannes Gutfleisch vom Philharmonischen Orchester Augsburg als auch der Geschäftsführer der Theatergemeinde Augsburg Edward Wolf freuen sich über die neuen Partner und fühlen sich Ihrer Arbeit bestätigt. Für VW ist es das erste Engagement im Bereich Musik der Gegenwart in der Region. Geplant wurde diese neue Verbindung von der Kulturmarketingagentur studio a.

An drei Terminen kann in dieser Saison Zukunftsmusik noch erleben werden:
6. Mai, MAN Museum, von Kurtag bis Ligiti mit dem Philharmonischen Bläserquintett
15. Mai, St. Anna/Goldschmiedekapelle, Streichquartette von Lang, Terry und Oettl
5. Juli, Bahnpark Augsburg, Musiker des Philharmonischen Orchesters u.v.a. mit Werken von Steve Reich bis Stefan Schulzki

www.zukunft-musik.de


Mufuti Twins zu Mufuti Four

4. März Angefangen hat alles mit Noten und einem Tonband, gefunden in einem Haufen Sperrmüll. Die Mufuti Twins Christofer Kochs und Markus Mehr haben diese Fundstücke betextet, re-arrangiert und ergänzt. Raffiniert rettet der Mufuti- Sound die Swingsongs vom Gestern ins Heute. Live verdoppeln sich die Mufuti Twins zu den Mufuti Four, um ihre »Sperrmüll Tapes« vorzuführen.

Zu hören, zu sehen und zu bejubeln sind die vier am 12. März im Popklub des Jungen Theaters im Kulturhaus abraxas.


www.myspace.com/mufutitwins


WM Kick Off
Der Dia-Vortrag von Dirk Bleyer in höchster digitaler Qualität ist ein guter Einstieg in das WM-Jahr

4. März/fap "Südafrika" ist ein beeindruckender Vortrag von Dirk Bleyer in neuer, höchster digitaler Qualität, ergänzt durch Filmsequenzen, witzige Originaltöne und eigens zur Schau komponierte Musik. Verborgene Elefantenpfade führen den Fotografen aus Kapstadt hinaus zu der unwiderstehlichen Schönheit der landschaftlich grandiosen Gartenroute bis in den wildreichen Krüger-Nationalpark hinein. Bleyers erfrischende Vorführung überrascht mit skurrilen Beziehungen zwischen Mensch und Vierbeiner, die Fragen aufwerfen wie "Was haben Erdmännchen gegen neue Autos?" oder "Sollten Nilpferde fernsehen oder nicht?". Dieser Abend ist ein guter Einstieg in das WM-Jahr 2010, gespickt mit Insiderinformationen und wertvollen Reisetipps.

Travelogue Südafrika, Augustanasaal, 22. März, 20 Uhr

www.dirk-bleyer.de
Beweglich bleiben
Das Theater Mobilé im Parktheater

4. März/ Das Programm »BeWeGung« des Theaters Mobilé zeigt am 11. März die Evolution der Bewegung von den ersten Anfängen bis in die Moderen. Dabei werden alle Register gezogen: Die fünf »Ganzkörpersprecher« präsentieren Tanz, Skulpturen, Akrobatik und Pantomime – alles zusammen in einer Inszenierung, die zugleich unterhalten und rühren soll. Ein interessantes Experiment zwischen den Stühlen.

www.parktheater.de
Brüderlichkeit 2010

4. März/ Der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit hat für die Woche der Brüderlichkeit 2010 das Motto »Verlorene Maßstäbe« ausgegeben. Bundesweit geht man in Theatern, Konzerten, Ausstellungen und Vorträgen der Frage nach, welche Maßstäbe für ein gleichberechtigtes Miteinander gelten müssen. In diesem Jahr wird Augsburg eine besondere Ehre zuteil: In der Friedensstadt findet die zentrale Eröffnungsfeier mit Verleihung der Buber-Rosenzweig- Medaille an den Architekten Daniel Libeskind statt.

Woche der Brüderlichkeit, von 7. bis 14. März


www.gcjz-augsburg.de
Was noch fehlt

4. März/fap Endlich, endlich hat Augsburg seine neue Stadtbücherei. Zwar steht sie schon eine Weile, doch noch viel länger musste man auf sie warten. Natürlich ist sie auch heute noch nicht ganz komplett. Was ihr noch fehlt ist unter anderem Kunst am Bau. Dafür waren ursprünglich, d.h. noch 2008, 150.000 € vorgesehen. Heute sind es noch 50.000 €. Wenn man bedenkt, dass davon nicht nur die gesamte Organisation der Ausschreibung bestritten werden musste, sondern auch alle Kosten, die die ausgewählten Werke verursachen würden, wirkt die Summe von 50.000 € schnell sehr klein.

Eigentlich sollten die durch einer Jury ausgewählten Werke schon seit Januar diesen Jahres installiert sein, doch bisher wurde nicht einmal angemessen öffentlich gemacht, welche Künstler und Arbeiten den Zuschlag erhalten haben. Persönlich per Brief über den Zuschlag informiert wurden Felix Weinold, sowie die Künstlergruppe lab binaer, die dies beide auf Anfrage bestätigten. Von Seiten der Bibliothek wollte man das bisher nicht bestätigen, eine Antwort des zuständigen Kulturreferats steht noch aus. Das Geld, um mit ihren Arbeiten zu beginnen, haben die Künstler jedenfalls noch nicht erhalten. Man kann nur hoffen, dass dies bald geschieht.

Es handelt es in beiden Fällen um außerordentlich spannende Arbeiten, und das schon deshalb, weil den Künstlern nicht viel (Spiel-)Raum in und an der Bücherei zugestanden wurde. Felix Weinold plant an den Geländern der Treppenausgänge einen Text in Brailleschrift anzubringen und damit ein Kunstwerk in der Bücherei zu verwirklichen, das zunächst nur Blinden zugänglich ist. Die Arbeit der Gruppe lab binaer soll den Vorplatz der Bücherei schmücken, trägt den Namen „Delete“ und beschäftigt sich mit dem Speichern, Aktualisieren und Vergessen von Informationen.
OP und POP
Das Museum Friedberg präsentiert eine Werkschau der kürzlich verstorbenen Popartkünstlerin Marie-Luise Heller
22. Februar/ Farbenfrohe, dynamische Werke bestimmen die Ausstellung "Lust der Linie. Marie-Luise Heller zwischen Op und Pop" im Museum im Wittelsbacher Schloss. In den gewölbten Sälen des Schlosses begegnen dem Besucher raffinierte "Dia-Objekte", bestehend aus mehreren hintereinander montierten, in einem aufwendigen Verfahren mit Lackfarbe besprühten Plexiglasscheiben. Die leuchtenden Farben sind ganz im Stil der Pop Art gewählt. Durch minimalen Standortwechsel des Betrachters verändert sich das Bild, und es stellen sich Effekte der Op-Art ein.

Diese Arbeiten aus den 1960er/70er Jahren stammen von der Künstlerin Marie-Luise Heller (1918-2009), die seit ihrem Studium bei Professor Willi Geiger 1948 in München lebte und arbeitete und vor wenigen Jahren nach Augsburg zog. In den 1950er Jahren - nach einer Phase der Inspiration durch Matisse und Picasso - entfernte sich Heller von der Gegenständlichkeit. Nach und nach fand sie zu einem eigenen Stil und nutzte neue Materialien: Filzstift, Acrylglasguss und Plexiglas. Neben den so genannten "Dia-Objekten" - der Name leitet sich von "diaphan/durchsichtig" ab - sind in der Ausstellung auch Werke aus gegossenem Acrylglas vertreten.

Mehrfach stellte Heller mit der "Neuen Gruppe" im Münchner Haus der Kunst aus. Sie war u.a. 1972 an der großen Olympia-Ausstellung "Weltkulturen und moderne Kunst" beteiligt. Da sich ein großer Teil ihres Werkes seit einiger Zeit in Friedberg befindet, ergreift das Museum im Wittelsbacher Schloss nun die Chance, ausgewählte Arbeiten der Künstlerin zu präsentieren.

Für Kinder hält die Ausstellung eigene Stationen zum Experimentieren bereit. Es wird darüber hinaus ein abwechslungsreiches Rahmen- und Kinderprogramm angeboten. (Phillipp Köhler)

Lust der Linie. Marie-Luise Heller zwischen Op und Pop
Museum im Wittelsbacher Schloss Friedberg
25. Februar - 5. September 2010


www.friedberg.de

VVK Mozart

23. Februar/ Beim Augsburger Mozartfest 2010 vom 7. bis 16. Mai kommen jene Werke zu Gehör, die Wolfgang Amadé auf seinen drei Italienreisen komponierte oder kennenlernte und die sein weiteres Werk beeinflussten. Das Publikum darf sich auf spannende Wieder- und Neuentdeckungen ebenso freuen wie auf interessante Uraufführen.

Der Ticketprospekt liegt aus.
Karten gibt es ab 22. Februar im Theater Augsburg, Tel. 324-4900.

www.mozartstadt.de
Fehler passieren
Slugabed und 1000 Names in der Mahagoni Bar

23. Februar/ Die Partyreihe »Glitch happens« schreibt sich mit ihren gutgewählten Bookings schon seit einer ganzen Weile in die Terminkalender derer, die ihren wirren elektronischen Hiphop mit viel Synthies mögen.

Weiter geht es auf genau diesem Weg am 27. Februar mit »Slugabed« (Bild) aus England und einen Monat später am 27. März mit 1000 Names aus Bulgarien. Beide Abende finden statt in den Katakomben der Mahagoni Bar, die zu diesen Partys mit Hilfe mehrere Videobeamter in buntes Licht getaucht werden.

www.12junkies.de
Stadthalle Gersthofen
Kulturprogramm in unsicheren Zeiten

25. Februar/kah Helmut Gieber ist seit mehr als 20 Jahrem im Kulturgeschäft und der Chef des Kulturamts Gersthofen weiss natürlich, dass in kommenden Monaten auch in seiner Stadt die Spardiskussionen geführt werden. In dieser Diskussion geht um nichts anderes, als den Stellenwert der Kultur und er beklagt zu Recht das Denken und Handeln verantwortlicher Politiker, die Kultur nicht als notwendige und gleichgestellte Aufgabe der öffentlichen Hand sehen, sondern sich in der Rolle der Mäzene sehen, die der Kultur mal eben etwas Gutes tun und etwas Geld bereitstellen. Man möge sich diese Haltung beim Straßenbau oder anderen öffentlichen Aufgaben vorstellen.

Das Programm in der Stadthalle Gersthofen für den Sommer ist von dieser Debatte (noch) nicht betroffen und es wurde wieder ein Programm mit Kultur für alle Schichten zusammengestellt. Am 10. und 11. Mai spielt erstmals das Philharmonische Orchester Augsburg in der Stadthalle, nachdem die Kongresshalle auf Grund der Sanierung nicht zur Verfügung steht. Kabarett-Freunde werden sich den 23. April vormerken, wenn Hagen Rether (Bild) uns charmant plaudernd, zynisch und respektlos den Gesellschaftspiegel vorhält. Ebenfalls mit leisen, aber nicht weniger nachdenklichen Tönen, wird uns der Liedermacher Ludwig Hirsch am 27. April “Vielleicht-zum letzten Mal” besuchen kommen.

Nebenan im Ballonmuseum wird es wieder Literatur- und Musikprojekte sowie Ausstellungen geben, die weniger mit bekannten Namen locken können, aber dafür viele interessante Inhalte mit sich bringen.

Ein Blick ins Programm rentiert sich allemal. Wer weiß wie reichhaltig die kommenden Veranstaltungsprogramme werden.


www.stadthalle-gersthofen.de
Erstaufführung

18. Februar/ Ruth Berlau, die Brecht als Geliebte und Mitarbeiterin durch alle Stationen des Exils begleitet hat, wird in »Verbrannt« zur Hauptfigur. Die Beziehung zu Brecht ist eng, doch gibt es daneben auch die Ehefrau Helene Weigel. »Verbrannt« zeigt Widersprüche zwischen der Utopie einer gerechteren Gesellschaft, für die Berlau kämpft und die Brecht beschreibt, und dem Leben, das er als Ehemann und Liebhaber führt. Mit Tinka Kleffner, Daniela Nering und Ronald Hansch, Regie: Sebastian Seidel.

Verbrannt, 19., 26., 27. Februar und 5., 6., 12., 13., 19., 20., 26. März, 20.30 Uhr, S’ensemble Theater
www.sensemble.de


Kabarett Tage in der Mühle
Zwischen Aschermittwoch und Ostern
werden die Lachmuskeln stapaziert
18. Februar/pif Von Andreas Rebers bis Sigi Zimmerschied
Mit den Kabarett-Tagen beginnt am 18. Februar in Augsburg das wichtigste bayerische Kabarett-Festival. Scharfzüngige Wortakrobatik, draufgängerischer Witz, böser Spott, abgedrehtes absurdes Theater und natürlich philosophisches Kabarett. Seit nunmehr zwölf Jahren wird in Augsburg zwischen Aschermittwoch und Ostern gelacht. Die Augsburger Kabaretttage wurden 1997 zum 20jährigen Bestehen des Kulturhauses Kresslesmühle gegründet. Seitdem haben sie sich - neben der Leipziger Lachmesse und Köln Comedy - zum größten deutschen Kabarettfestival entwickelt, bei dem in der Fasten- und Starkbierzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern an den unterschiedlichsten Spielorten in Augsburg die Highlights, Shooting-Stars und Topacts, aber auch die Newcomer des Kabaretts präsentiert werden. 2010 sieht das dann so aus:
Neben den angestammten Größen der Szene wie Eckart von Hirschhausen, Karsten Kaieoder Sigi Zimmerschied präsentieren sich auch die spannenden Shooting-Stars des Kabaretts, wie z.B. das GlasBlasSingQuintett spielt bei "Keine Macht den Dosen!" fast ausschließlich auf Flaschen - da wird die Glasflasche zur Flöte und der Kronkorken zur Kastagnette. Das Ergebnis: Gute-Laune-Musik und A-capella-Gesang vom Feinsten mit einem Repertoire von den Beatles bis "Don't worry, be happy".

18.02.-28.03.2010 AUGSBURGER KABARETT TAGE
www.kresslesmuehle.de



Mit dem Herzen sehen –
»Der kleine Prinz«

18. Februar/ Die Bühnenversion des Klassikers von Antoine de Saint-Exupéry kommt am 21. Februar in die Stadthalle Gersthofen. Die Inszenierung der Theatercompany Drehbühne Berlin ist eine raffinierte Kombination aus Theater, Puppenspiel und Film. Die Schauspielerin Nanda Ben, die den kleinen Prinzen spielt, interagiert live mit Schauspielern auf der Leinwand, darunter Bruno Ganz, Horst Krause und Florian Lukas. Von jeder Eintrittskarte kommen zwei Euro einem Projekt des Kinderhilfswerks UNICEF zugute.

Für Erwachsene und Kinder ab 8. www.stadthalle-gersthofen.de


"My god, it's so amazing"

12. Februar/ Derzeit zeigt der Fotograf Gerard Saitner im Holbeinhaus, Vorderer Lech 20, 86150 Augsburg seine Werke. "My god, it's so amazing", diese Standardfloskel hört Gerard Saitner ständig, wenn er in Asien unterwegs ist. Unterwegs an Orten, die er ohne Kamera nie betreten hätte, die er - nicht nur fotografisch - aufnimmt, für die er ein Gefühl entwickelt.

In thematischen Serien ergründet er dokumentarisch das Verhältnis von Realität, Wahrheit und Fiktion, sucht das Rätselhafte im Alltäglichen. Fotografie als Abgleich von Imagination und Wahrnehmung.

Größere Aufnahmeformate und Stativ verwendet Saitner, wenn er in sorgfältiger Komposition und teilweise langen Belichtungszeiten Serien wie "Pingyao" oder die Landschaften mit den Lautsprechern in Vietnam aufnimmt. Licht und Farben spiegeln seine Emotionen, wenn er so einen Zeitraum nicht nur optisch sondern auch in seinen komplexen immateriellen Dimensionen erfasst. Gerard Saitner "My god, it's so amazing".

Holbeinhaus
noch bis 21. März 2010
Dienstag bis Sonntag, 11 - 17 Uhr


Daktarimba-Projekt in der Kiste

18. Februar/ Die afrikanischen und amerikanischen Wurzeln des Jazz lustvoll aufeinanderprallen zu lassen, das ist das Ziel von Wolfgang Lackerschmids DaktarimbaProjekt. Statt Vibraphon spielt er in dieser Formation ausschließlich Marimbaphon. Hervorragend korrespondiert damit die Stimme von Sänger und Multiinstrumentalist Njamy Sitson. Der international erfolgreiche Pianist Walter Lang begeistert das Publikum mit seiner subtilen Begleitung und immer wieder überraschenden Soli.

Daktarimba, 22. Februar, 20.30 Uhr, Foyer der Puppenkiste

www.diekiste.net


Gemalte Geschichten
Malerei und Videokunst von Ruth Strähhuber

15. Februar/ Anlässlich des Debütantenpreises des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst sind noch bis 21. Februar in der BBKGalerie des Kulturhauses abraxas Arbeiten von Ruth Strähhuber zu bestaunen.

Ihre Werke sind Momentaufnahmen alltäglicher Begegnungen, die erfreuen und erschüttern können. Die Künstlerin zeigt Kinder und Alte und immer auch deren Verletzlichkeit, um den Betrachter für Werte jenseits von Belanglosigkeit und Gewohnheiten zu sensibilisieren.

noch bis 21. Februar in der BBKGalerie des abraxas

www.straehhuber.de


Kultur geht baden
50. Kunstförderpreis der Stadt Augsburg - Bildende Künstler
schlagen beim Festakt Alarm
12. Februar/kaj Als Maskottchen haben sie das Seepferdchen gewählt. Nicht schlecht! Der Zusammenschluss Augsburger Künstler, der sich vor einigen Tagen in einem offenen Brief an die Öffentlichkeit gewannt hat, um gegen die Kulturpolitik der Stadt zu demonstrieren, setzt auf die Kraft der charmanten Symbolik. Auch Ort und Zeit ihres Aufbegehrens waren gut gewählt. Beim Festakt am vergangenen Donnerstag zum 50. Jahrstag des Kunstförderpreises im H2 war Showtime. Vor Programmbeginn wurden schicke Seepferdchensticker mit dem Slogan "Kultur geht baden" unters Volk gebracht und Unterschriften für die gemeinsame Sache gesammelt. Satt einem Grußwort des Kulturreferenten Grab wurden von Christofer Kochs, Mitinitiator der Initiative und auch er Kulturpreisträger der Stadt wie viele seiner Mitstreiter, in einer kurzen Rede die wichtigsten Punkte des Schreibens verlesen. Im Wesentlichen sprechen sich die Künstler gegen die aktuelle Kulturpolitik der Stadt aus. Insbesondere protestieren sie gegen die einseitigen Etatkürzungen auf Kosten der Gegenwartskunst und die Fortführung gescheiterter und kostspieliger Projekte, wie zum Beispiel Grabs Lieblingsbaby kuspo. Der angegriffene Kulturreferent sucht im Anschluss an Kochs Auftritt vergeblich nach den richtigen Worten und dem angemessenen Tonfall. Seine Ankündigung, die Streichung des Preisgeldes für den Kunstförderpreis im Jubiläumsjahr zurückzunehmen klang zu diesem Zeitpunkt nur noch nach Kalkuhl. Nach einigen Musikalischen Beiträgen und weiteren Reden, u.a. einem sehr bemerkenswerten Beitrag vom Hausherrn Thomas Elsen, konnte die erste von drei Ausstellungsstaffeln zum Kunstförderpreis eröffnet werden. Die Diskussion zur Entwicklung der Kulturpolitik in unserer Stadt war zu diesem Zeitpunkt schon, dem Seepferdchen sei Dank, voll im Gange.


Kultur geht baden – Ein offener Brief von Christofer Kochs, Karen Irmer, Anja Gütthoff uva

Der Auftakt der Jubiläumsschau "50. Kunstförderpreis der Stadt Augsburg" steht unter einem schlechten Stern: Die Kassen sind leer - die Hemmungen der Verantwortlichen fallen. Kürzungen im lokalen Kulturbereich können nun durchgesetzt, kulturelle Aufgaben und Verpflichtungen gekappt werden.
Das Interesse und die Zuwendung für die regionale Kulturlandschaft bestimmt ein Stadtmarketing, welches grundsätzlich lieber "verwertungsfähige" Projekte fördert und mit wohlgefälliger Kultur Standort-kommerz betreibt um Umsatz und Quote zu machen. Es ist sicher nicht verdächtig, wenn Kultur viele Menschen erreicht. Resonanz zu haben bedeutet aber nicht zwangsläufig immer auch wirtschaftlich erfolgreich zu sein; beziehungsweise basiert wirtschaftlicher Erfolg meistens auf einer entsprechenden Unterstützung. Ein Beispiel dafür ist die Schau "Irdische Paradiese" für die 400.000 Euro zur Verfügung standen. Die Kunstsammlung spricht stolz von einer Ausstellung in einer Kulturstadt von europäischem Rang und zusammen mit zehn weiteren Städten wird sich Augsburg am Netzwerk "National Heroes - Deutsche Kulturstädte" beteiligen.
Eine Kulturstadt mit einem Museum für Gegenwartskunst. Ein Museum, welches bisher mit einer schmalen Finanzierung von 75.000 Euro wirtschaften musste und dem nun wohl endgültig der Hahn zugedreht werden soll: das Jahresbudget wird auf unzumutbare 25.000 Euro zusammengestrichen! Hier geht nicht nur eine Bilderschau verloren, hier wird eine Sparte der Kunst nicht wertgeschätzt - eine bekannte Problematik auch schon zu Zeiten voller Kassen.

Dieses Jahr bekommen das ganz deutlich Augsburgs Talente zu spüren. Der Kunstförderpreis in Höhe von insgesamt 17.000 Euro wird von der Stadt kurzerhand nicht mehr vergeben. Eine Aussage mit Symbol-charakter! Diejenigen Künstler, welche in besseren Zeiten den Preis erhalten haben, sollen sich nun geehrt fühlen und aus der verfahrenen Situation das Beste machen. Hektisch hat man versucht diese Schau schon letztes Jahr "aus dem Boden zu stampfen" um sie dann auf dieses Jahr zu verschieben - unter noch schlechteren Bedingungen. Diese kurzsichtige Planung seitens des Kulturamtes ist mit Finanz-löchern nicht zu entschuldigen sondern lässt eher mangelnde Erfahrung und ein geringes kulturpolitisches Engagement für die lokalen Künstler vermuten. In diesem Zusammenhang fragt man sich auch, in welcher Funktion sich "alte" Kunstförderpreis-Jurymitglieder wie der Berufsverband und der Ecke-Verein sehen? Die Künstler auf jeden Fall sollen gute Miene zum bösen Spiel machen; das mit dem Jubilieren scheint sich nur mangelhaft zu erfüllen…

Auf mündliche Vereinbarungen sollte man sich in diesen Zeiten besser nicht mehr verlassen. Nur Projekte mit geltenden längerfristigen Verträgen bleiben vorerst verschont; die Unterstützung freier Projekte wird zusammengestrichen. Kurz gesagt, alles was keine mächtigen Fürsprecher hat, wird gekürzt. Die Einspar-summen stehen in keinem Verhältnis zum kulturellen Flurschaden der damit entsteht. Kulturreferent Peter Grab fördert dagegen sein Prestigeobjekt "KUSPO" ungeniert mit 100.000 Euro.

"Sehr geehrter Herr Grab, setzen Sie sich für die zeitgenössische Kunst aller Sparten ein! Loben Sie den Kunstförderpreis auch für das Jahr 2010 aus! Nehmen Sie die unverhältnismäßigen Kürzungen zurück! Stellen Sie KUSPO ein - das Geld wird im Moment anderswo dringender gebraucht!"

Wir Kulturschaffenden sind uns einig in den Forderungen und lassen uns nicht durch Neiddebatten entzweien. Über alle Unterschiede der künstlerischen Ausdrucksformen hinweg werden wir in gemeinsamen Aktionen Kleingeist und Großmannssucht einer "Kulturpolitik des 21. Jahrhunderts" öffentlich machen. Die Kultur darf nicht baden gehen!


Die Jubiläumsausstellung
Anlässlich des 50. Kunstförderpreises der Stadt Augsburg im Jahr 2009 präsentiert das H2 - Zentrum für Gegenwartskunst in Kooperation mit dem Kulturamt vom 12. Februar bis 16. Mai 2010 Arbeiten der bisherigen Preisträger aus den Sparten Architektur, Ballett, Bildende Kunst, Literatur sowie Musik.

Seit seinem Bestehen ist der Kunstförderpreis der Stadt Augsburg an 158 Künstler vergeben worden. Anfänglich als Nachwuchspreis für Bildende Künstler konzipiert, umfasst er mittlerweile fünf Sparten: Architektur, Ballett, Bildende Kunst, Literatur und Musik. Die Sparte Musik ist wiederum in die Bereiche Interpreten Gesang, Instrumental, Komposition und Jazz gegliedert. Der Großteil der Preisträger sind Bildende Künstler, an die der Preis seit 1958 vergeben wird.

1970 kam die Sparte Musik hinzu und seit 2005 werden Nachwuchsmusiker der Richtung Jazz unterstützt. 1980 folgten die Sparten Literatur und Architektur. Der Kunstförderpreis der Sparte Ballett wird seit 1987 vergeben. Nur in einem Jahr - 1975 - wurde der Preis aufgrund der wirtschaftlich problematischen Situation der Stadt ausgesetzt. Die Bewerbungsvoraussetzungen sowie Verwendungszweck und Höhe des Stipendiums haben sich seit 1958 mehrmals verändert. Heute ist die Altersgrenze für die Bewerbung 40 Jahre, der Bewerber muss entweder in Augsburg geboren sein oder mindestens drei Jahre in Augsburg oder Umgebung leben.

Die Anzahl der Bewerbungen ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen. Der Preis in Höhe von anfangs 1.500 DM für jeden Preisträger war zunächst mit einem Reisestipendium verbunden, seit 1970 konnte das Preisgeld auch als "wirtschaftliche Hilfe" genutzt werden. 2009 war für den Kunstförderpreis ein Betrag von 17.000 Euro vorgesehen. Dieses Jahr soll das Preisgeld eingespart werden.


50 Jahre Augsburger Kunstförderpreis, H2, 12. Februar bis 16. Mai Dienstag, 10 bis 20 Uhr Mittwoch bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr


www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de



Berlin ist Hype

9. Februar/max Unser Berlin-Korrespondent Max Stumpf traf sich in Berlin-Mitte mit einem der laut Zeit-Magazin 2/2010 erfolgreichsten deutschen Maler. Auch der stammt – natürlich – aus Augsburg. Martin Eder (41) malt surrealistisch-naive Bilder voll Finsternis, Nacktheit und latenter Gewalt. Der Durchbruch kam auf dem amerikanischen Markt, heute zählt er zu den wichtigsten deutschen Gegenwartskünstlern – und sein Alter Ego »Richard Ruin« singt düstere Songs.

Eder stammt aus Batzenhofen. Er absolvierte in Augsburg die FH für Gestaltung, studierte Kunst in Nürnberg und Kassel, war Meisterschüler bei Eberhard Bosslet in Dresden. In Berlin lebt er seit 15 Jahren. Seit zwölf Jahren ist er mit der aus Ottmarshausen stammenden Kostümbildnerin Dinah liiert, seit einem Jahr auch Vater. Zum Interview lädt er nach Mitte in sein geräumiges Atelier und erweist sich als freundlicher Zeitgenosse, der trotz beachtlicher Körperlänge im Kleinauto anrollt. Und schwäbelt.

Ein rundum positives Bild zu malen – wäre das eine lösbare Aufgabe für dich?
Meine Bilder sind positiv!

Ich meine etwas durchweg Schönes, eine Idylle, die nicht gestört ist.
Ich glaube, jede Idylle ist gestört. Weil eine Idylle arrangiert ist, das macht sie zur Fassade.

Hat das Bedrohliche in deinen Bildern mit der Kindheit in Augsburg zu tun?
Bilder entstehen, wenn man Erlebnisse reflektiert und ordnet, insofern spielt die Kindheit und Jugend in Augsburg eine große Rolle. Meine Bilder handeln immer von der Sehnsucht nach einer Idylle, die es gar nicht gibt. Da wären wir schon am richtigen Ort …

Bist du einfach aus Augsburg gegangen oder bist du geflohen?
Geflohen nicht, ich musste mich ja nicht verstecken. Ich bin aus Langeweile gegangen und weil mir klar wurde, dass ich vieles, was mir vorschwebte, nicht realisieren konnte. Das hatte mit diesen Ameisen-Machtstrukturen zu tun, die zwar funktionieren, wo man sich aber fragt: Brauche ich das? Ordne ich mich ein? Was keine Kritik an der Stadt ist, die Tore sind ja offen.

Wäre Augsburg ein besserer Ort, wenn nicht ständig junge Kreative die Stadt verlassen würden?
Das mag sein. Ich kenne, wenn es reicht, hundert Kreative, die gegangen sind. Umso mehr Respekt vor denen, die ausharren und sich immer wieder was einfallen lassen! Es gibt aber auch Gestalten in Augsburg, die leider an der falschen Haltestelle aus dem UFO gestiegen sind und in jeder anderen Stadt längst Superstars wären. Das wird verhindert von diesem furchtbaren Blei, das sogar die Verrückten magnetisch innerhalb der Stadtgrenzen hält.

Woher kommt das?
Meine Generation wurde noch von der Kriegs- und Aufbaugeneration erzogen. Da gab es viel Demut und diese Haltung: »Das habt ihr jetzt davon.« Anpacken, aber nicht aus dem Fenster lehnen. Brav sein. Wer aus der Reihe tanzt, wird nicht verachtet, sondern wie eine Amöbe durch den Organismus geschleust und spurlos ausgeschieden. Das gibt es in vielen Kleinstädten.

Fährst du gelegentlich noch nach Augsburg?
Klar, ich besuche die Familie, meine Großmutter lebt noch, und Freunde. Dort gibt es gute Leute, die versuchen kulturell was zu bewegen und auf die Beine zu stellen. Da habe ich größten Respekt vor. Es deprimiert mich aber zu sehen, wie manche Typen immer an derselben Stelle sitzen, das Bierglas etwas leerer, der Bauch etwas dicker, ein paar Haare weniger. Kein Grund für Vorwürfe, aber mich würde das auf Dauer aggressiv machen. Teile der Aggression, die ich in meinen Bildern verarbeite, stammen gewiss aus diesem lauwarmen Stumpfsinn, diesem »anderen Leuten den Arsch auf der Bank halten«.

Und in Berlin?
Als ich ankam, merkte ich, dass es hier wesentlich einfacher ist, etwas zu organisieren. Man lässt dich machen, und wenn du nackt durch die Straßen hüpfst, ist das den Leuten auch egal. Was man auch vorhat, es geht einem von der Hand. Es gibt sofort einen Kreis von Unterstützern. Früher dagegen war ich extrem allein. Was mich natürlich auch gestärkt hat.

Du fühlst dich in Berlin wohl?
Nein! Ich fühle mich nie wohl. Sagen wir: etwas schöner unwohl als woanders. Berlin ist die einzige Stadt, die – na, sagen wir: Es gefällt mir hier.

Ist Berlin nun so toll, wie es immer heißt?
Nein. Berlin ist ein Hype, eine virtuelle Stadt. Es gibt zwei Berlins: das Bild von außen und der geografische Ort. Beide haben nichts miteinander zu tun.

Hast du vor, hier zu bleiben?
Auf keinen Fall.

Was hat Augsburg, was Berlin nicht hat?
Einen sehr speziellen Charme.

Und würdest du noch einmal zurückgehen nach Augsburg?
Vielleicht in einem anderen Leben. Als Reh.



www.eigen-art.de


Leben nach Drehbuch/The Scripted Life
Arbeiten von Candice Breitz

9. Februar/ Das Kunsthaus Bregenz zeigt aktuell Arbeiten der Künstlerin Candice Breitz aus Johannesburg, sowohl bekannte großformatige Videoinstallationen als auch neue, in Europa erstmals ausgestellte Werke. Charakteristisch für ihre Installationen sind Techniken der Montage und Collage, in denen sie ihre technisch ausgefeilten und inhaltlich komplexen Videoarbeiten produziert. Meist geht es Breitz um die klischeehaften Erzählstrukturen des klassischen Hollywoodkinos oder um das Leben von Fans. Immer ist ihre Kunst eine eindrucksvolle Dokumentation der Position des Individuums in der modernen Mediengesellschaft.

Bis 11. April im Kunsthaus Bregenz

www.kunsthaus-bregenz.at



Aufmischen
Die Organisatoren des Brechtfestivals scheitern an ihren eigenen Ansprüchen und der OB demonstriert welchen Stellenwert bei ihm Kultur und Gastfreundschaft einnimmt

10. /14. Februar/kaj Für weltweites Aufsehen wollte Joachim Lang mit seinem ersten Brechtfestival in Augsburg sorgen. So offenbarte sich der Fernsehmann aus Stuttgart noch vor einem Jahr dem BR. Wie so oft, wenn der persönliche Anspruch hoch, die Möglichkeiten aber bescheiden sind, bleibt vom angekündigten Sturm nur ein Lüftchen, mal erfrischend mal lau.

Man wollte den Dichter als Universalisten präsentieren. Ein neues Brechtbild wurde angekündigt, weg vom Stereotyp des Dichters als "Kommunisten und Frauenfressers". Ein netter Versuch, aber nur wenn man Ausblendet, das in drei vorangegangenen abc Festivaljahren unter Albert Ostermaier dieses Bild schon längst ad acta gelegt wurde und ein frisches Brechtbild von Augsburg aus erfolgreich in die Welt gesendet wurde. Zurück bleibt nach dem Festival 2010 der schale Geschmack des Versuchs, Brecht kompatibel für ein konservativ, bürgerliches Lager zu machen. Diese Bemühungen fanden ihren Höhepunkt in der Brechtgala und fanden nach Angaben der Veranstalter rund 7000 Besucher.

Wir erinnern uns: Viele der von Joachim Lang für sein Festival gewählten Formate, waren bei abc schon längst erfolgreich erprobt, ohne das der neue Intendant an Akzeptanz und Strahlkraft des Vorreiters anzuknüpfen vermochte. So kam das "Brecht Festival Augsburg 2010" oft hölzern und ungelenk daher und verstand es in 13 viel zu langen Festivaltagen nicht, echte Leuchtkraft zu entwickeln. Brecht im Kontext Film und Medien war als Basisthema wohl zu aufgeblasen um als Klammer für ein echtes Festival zu funktionieren. Hinzu kommen einige organisatorische Patzer und Entgleisungen von Seiten der Programmmacher.

So wurden zum Beispiel für die groß angekündigte Sonderveranstaltung in Utting am Ammersee zu viele Karten in den Verkauf gebracht, was zu tumultartigen Szenen vor Ort und einer bitterbösen Attacke des anwesenden Uttinger Bürgermeisters gegen die nicht anwesenden Augsburger Veranstalter führte. In der Abschlusspressekonferenz des Festivals hieß des dazu nach Angaben von Anwesenden lapidar, man habe Utting aufgemischt. Auch dem kanadischen Regisseur Larry Weinstein blieb auf sich selbst gestellt, als es darum ging, sich an seinem Programmabend mit der defekten Technik im Thalia Kino auseinander zu setzen und dem verdutzten Publikum als Programmalternative zu Brecht eine nachgestellte Hirnoperation präsentiert wurde. Unter dem kuspo Phänomen litten die Diskussionsangebote im Programm. Die thematisch gut aufgestellten Runden im Theaterfoyer, dem AZ Medienzentrum und im Augustanasaal wurden durchweg vor sehr lichten Stuhlreihen abgehalten. Nicht nur der eine oder andere Gastgeber stellt sich dabei die Frage nach der Verhältnismäßigkeit, Podiumsgäste aus England einzufliegen um in verlassenen Räumen sprechen zu lassen. Jedoch nicht nur die schlecht besuchten Programmteile lösten bei einigen Verantwortlichen Nervosität aus. Welche Substanzen zum zeitweiligen Kontrollverlust der jungen Popkuratorin des Festivals beim bejubelten Konzert von Gustav im vollen Café Viktor führten, soll ihr Geheimnis bleiben.

Höhepunkt des Festivals war die Verleihung des Brechtpreises an Albert Ostermaier. Insbesondere die Laudatio von Friedrich Arni und Ostermeiers Dankesrede gehört zum Besten was in den letzten Tagen in Augsburg zu hören war. Das Kulturreferent Peter Grab, übrigens gegen den erklärten Wunsch des Preisträgers wie beim Empfang nach dem Festakt zu hören war, bei der Preisverleihung überhaupt zu Wort kam, hat der Pro Augsburg Mann dem Bayerischen Ministerpräsidenten zu verdanken. Seehofer rief OB Gribl kurzerhand vom Festakt im Goldenen Saal ab, noch ehe dieser dem Ehrengast das goldene Buch zum Eintrag reichen konnte. Auch das ist ein Signal für den Stellenwert der Kultur und Gastfreundschaft in unserer alten Stadt.


Männergespräche
Gastspiel der Kult Inszenierung aus dem Theater im Palais in Berlin

8 .Februar/pif Ein komisch-ernster Brecht-Abend war das, in der Komödie am vergangenen Freitag: Zwei Schauspieler und eine Pianistin rezitierten Originaltexte - und zwar nur Originaltexte von Brecht im Dialog. Widersprüchliche Meinungen und Ideen des Autors standen sich gegenüber. Zu Beginn der Aufführung trugen die beiden Schauspieler das alte Brecht-Bild feixend in einem schwarzen Sarg zu Grabe. Der eine lang (Carl Martin Spengler), der andere kurz (Frank Buchwald), sind zwei hinreißend tragikomische Geschöpfe. Ute Falkenau begleitet nicht nur am Klavier - sie spielt und singt mit. Und so reiht sich Gedicht an Gedicht, Dialog an Dialog und Rezitation an Rezitation - es erwächst ein "Duell" der beiden Schauspieler und es entsteht Satz für Satz ein neuer, anderer und ungewohnter Brecht. Regie führte übrigens keine Geringere als die Brecht-Enkelin Johanna Schall. Die ist fasziniert - und das betont sie im Anschluss an die Aufführung- dass Brecht "im Laufe seines Lebens öfter seine Meinung geändert" hat, weil "die Zeiten seines Lebens widersprüchlich, teilweise entsetzlich" waren. Höhepunkt der Inszenierung in der Komödie war der "Surabaya-Jonny". Nie wurde er ungewöhnlicher und witziger gesungen als hier. Allein diese fünf Minuten lohnten einen Besuch.

Foto: Beate Nelken


www.brechtfestival.de


Sieg der Gefühle

2. Februar/fap Eine schöne Veranstaltung des laufenden Brecht-Festivals war der Kurzfilmwettbewerb zu Brechts Verfremdungseffekt am Sonntag. Ausgerufen waren Filme, die den Zuschauer auf Distanz halten sollten. Eine Freundin hat mir wegen dieser Programmvorschau gleich mal die Begleitung verweigert, so abschreckend anstrengend klang das für sie.

Der erste der vier gezeigten Finalistenfilme hat dann aber gleich das Gegenteil bewiesen: »Emozioniere« ist ein Pseudo-Dokumentarfilm über die Entstehung eines Dokumentarfilms über den Tod. (Hier kann man den Film sehen.) Grandios witzig ist dieser 15-Minüter, und das trotz dem Selbstreferenzialitätsmassaker. Die zwei Macher verraten zwar, dass ihnen Brecht nicht direkt als Vorbild gedient hat, ihr Film aber ist – unglaublich und doch wahr – trotzdem großartig. Zurecht haben die beiden Schweizer das Preisgeld für den ersten Platz gewonnen. 1000 Euro für lauter Lügen.


Brecht für Kinder

Viel Brecht für die Erwachsenen und ein Brecht für die Kinder. a-guide online hat den Kinderreporter Jakob Rotter aus Augsburg zur Aufführung "Brecht für Kinder" am Sonntag Vormittag (31.1.) ins Theater Augsburg geschickt:

Pünktlich um 11.00 Uhr, was für uns Kinder sehr wichtig ist, begann die gut moderierte und auch witzige Aufführung. Die zwei beliebten Moderatoren des Kinderfernsehens Kika Malte Arkona, der aus der Sendung Tigerentenclub bekannt ist und die Moderatorin Karen Markwardt, auch aus dem Sender Kika, unterhielten das Publikum über die 90 Minuten im Theater sehr gut. Sie lachten mit dem Publikum und Malte Arkona ging sogar zu den Zuschauern ins Parkett, wo er sich mit Kindern und Erwachsenen über Brecht und seine Werke unterhielt. Karen Markwardt musste sich zur Freude des Publikums auch schauspielerisch etablieren indem sie eine Kellerassel vormachen musste und dann dazu ein Gedicht von Brecht vorlas.
Auch die kleinen Filme, die Aufführungen und das ganze Theaterstück hatte für alle im Saal die richtige Länge. Trotzdem musste Malte Arkona einen schlafenden Jungen mit einem " Ist es den wirklich so langweilig mit uns " aus seinen Träumen reißen.
Sehr gut war auch, dass Brecht Experte Jan Knopf Rede und Antwort für die vielen und auch guten Fragen von Groß und Klein, stand. Aussagen einiger Kinder aus der St. Georg Schule in Augsburg, über Brecht mit seiner Zigarre und dass, das ungesund sei, führten zu einem mit lachenden Menschen übertönten Applaus.
Der Höhepunkt der Aufführung war aber "Der Kinderkreuzzug" von Brecht, den 18 Kinder aufführten. Nur einmal kam es zu einem Aussetzer, als ein Mädchen nicht wusste wie ihr Text ging. Das kleine Missgeschick behob der hilfsbereite Kika Moderator, indem er den Text des circa 12 Jährigen Mädchens holte. Dann kam noch das Lied von Mackie Messer , dass vom tollen Publikum und den 18 Kindern begleitet wurde.
Ich fand die Aufführung super witzig und cool gemacht und freue mich schon auf den nächsten Geburtstag vom großen und berühmten Eugen Bertolt Brecht.


www.brechtfestival.de


Ich habe Stereo Total gesehen

30.Januar/fap Man muss ein Schauspieler sein, auf einem Stereo-Total-Konzert. Nichts ist ernst. Wenn Frau Cactus und Herr Göring ihren Plastik-Rocknroll aufführen, werfen sie ihre Musik wie Spielzeuge in den Saal. Stereo Total waren eine der ersten Bands, die auf dem gestern gestarteten Brechtfestival aufgetreten sind.

So haben sie ihre Vorstellung begonnen mit drei Interpretationen bekannter Brecht-Songs. Nicht nur diese Lieder, sondern auch einge ihrer eigenen, müssen sie mehrmals beginnen, weil irgendetwas nicht passt. Frau Cactus verabschiedet sich dann auch schon mal, nur um gleich zurückzukommen und noch eine gefühlte Stunde weiterzuspielen. Währende sie noch, warum auch immer, etwas genervt auf ihr Schlagzeug trommelt, macht Herr Göring schon erfolgreich crowd surfing. Nach vielen Hits, der 10 Verabschiedung und 25 Unterbrechung hat es Stereo Total dann endlich geschafft: Man denkt nicht mehr recht daran, dass hier gerade ein Konzert stattfindet. Man tanz oder schunkelt, wenn die Musik es erlaubt, man redet, man schaut, was auf der Bühne passiert, auf der Zuschauer tanzen und mitsingen. Ich habe Stereo Total gesehen und es hat Spaß gemacht.


Brechtfestival 2010 - Die Eröffnung

30.Januar/pif Soviel vorweg - allen Unkenrufen zum Trotz - es war eine schöne Eröffnung des Brecht-Festivals 2010 am Freitagabend (20.01) im Goldenen Saal. Einzig, die Wichtigen in Augsburg ließen sich ein bisschen hängen - der Saal war nicht voll besetzt, aber das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Oberbürgermeister Kurt Gribl betonte, dass heutzutage wohl niemand mehr daran zweifelt, dass Brecht als einer der bedeutendsten deutschsprachiger Dramatiker den Namen Augsburg in die Welt hinaus trägt. "Wir wissen heute, dass Brecht viel stärker an seiner Heimatstadt hing, als bisher angenommen wurde", ergänzte Wolfgang Heubisch, Minister für Wissenschaft und Kunst. Für zwei Wochen kommt Brecht nun zurück in seine Heimatstadt und die Eröffnungsveranstaltung lässt interessante Tage erwarten.
Filmzuspielungen, Songs und Rezitationen stimmen auf den diesjährigen Festivalschwerpunkt ein. Da wäre zum Beispiel die Sängerin Annett Louisan, die sich erstmals, wie sie sagte, mit Brecht beschäftigte. Das ist ihr allemal gelungen: mit zarter, fast zerbrechlicher Stimme trug sie ihre Interpretation der "Erinnerung an Marie A." vor. Und auch die Seeräuber-Jenny aus der Dreigroschenoper ließ sie in ganz neuem, anderen Licht erscheinen.
Regine Lutz kennt man noch vom letzten Jahr. Die 82jährige, als junges Mädchen in Zürich von Brecht engagiert, hatte wahrlich nichts Neues, aber sehr Persönliches aus dem Leben Brechts zu berichten. Wenn sie erzählt, Brecht wurde ihr "Meister", der ihr alles beigebracht habe, dann ist der Zuhörer durchaus be- und gerührt.
Nach der knapp zweistündigen Eröffnung gab es einen Empfang - da konnten dann alle ihre ersten Eindrücke vom diesjährigen Festival verarbeiten. Und das können nur gute gewesen sein.


www.brechtfestival.de


Das Tagebuch der Anne Frank

9. Februar/ Im Juni 1942 bekommt Anne Frank zu ihrem 13. Geburtstag ein Tagebuch geschenkt. Kurz danach versteckt sich ihre Familie aus Furcht vor den Nazischergen in einem Amsterdamer Hinterhaus, in dem die Franks auf engstem Raum zwei Jahre ausharren, bis ihr Versteck im August 1944 verraten wird.

Anne Frank und ihre Familie werden nach Auschwitz deportiert, kurz vor Kriegsende stirbt sie fünfzehnjährig im Konzentrationslager Bergen-Belsen an Typhus und Unterernährung.

Das Tagebuch der Anne Frank ist eines der bekanntesten Dokumente über die Verfolgung und Vernichtung der europäischen Juden während des zweiten Weltkrieges. Darin berichtet Anne Frank in einer für ihr Alter erstaunlichen Reife von der beklemmenden Isolation im Hinterhaus und von der ständigen Angst, entdeckt zu werden. Gleichzeitig vertraut sie ihrem Tagebuch ganz alltäglichen Sehnsüchte, Wünsche und Konflikte an, die ein heranwachsendes Mädchen mit sich und seiner Welt zu bewältigen hat. So entsteht ein bis heute eindrückliches Bild von der Lebenslust eines jungen Menschen in einer unmenschlichen Zeit, zwischen Liebestaumel und Selbstzweifeln, zwischen Identitätssuche und Selbstbehauptung.

Inszenierung: Ramin Anaraki
Bühne und Kostüme: Tatjana Kautsch
Dramaturgie: Roland Marzinowski

Anne Frank: Karoline Reinke


Termine: 10./11./18./27. Februar, 6./24./28. März im Hoffmann-Keller


Seltsames Amerika – Porträts von queerem Leben in den USA

03. Februar/ In der Ausstellung »Embodiment – A Portrait of Queer Life in America« zeigt das Amerika Haus in München Fotografien von Molly Landreth und Videos von Amelia Tovey, die allesamt »queere«, das heißt quer zu den gesellschaftlichen Normen stehende Menschen vorstellen wollen. Die sorgfältig durchdachten Inszenierungen präsentieren ein Amerika, das wandlungsfreudig und oft widersprüchlich ist – spannende Dokumente der Freiheit.
noch bis 12. März im Amerika Haus, München

Mehr Infos:
www.amerikahaus.de


Postkartenmotiv gesucht – Jugendkulturfestival steckt mitten in den Vorbereitungen

03. Februar/ Wie schon im vergangenen Jahr verspricht das Modular auch 2010 drei Tage lang an 24 Locations Musik, Literatur und Popkultur satt. Voraus gehen dem Festival zahlreiche Workshops: Jugendliche bekommen in mehr als einem Dutzend Kursen professionelle Einblicke in die Augsburger Szene. Es wird fotografiert, geschrieben und gemalt. Als besondere Aktion in diesem Jahr sucht das Modular ein frisches Design für die künftige Postkarte zum Festival. Noch bis zum März hat jeder die Möglichkeit, ein selbst gestaltetes Motiv auf die Internetseite des Festivals zu stellen. Dort können alle Beiträge von Besuchern bewertet werden. Das Siegermotiv wird 5.000-mal gedruckt und zwei Wochen lang in den wichtigsten Augsburger Kneipen zu sehen sein.

Mehr Infos:
www.modularfestival.de


»Wohlig warmer Winter«
Ausstellung im Rieser Bauernmuseum

27. Januar/ Im Meteoritenkrater des Nördlinger Rieses liegt das Rieser Bauernmuseum Maihingen. Das Thema der dortigen aktuellen Ausstellung passt wie ein Kachelofen zur Winterzeit: Unter dem Titel »Wohlig warmer Winter« ist in dem traditionsreichen Museum zu sehen, wie frühere Generationen der kalten Jahreszeit begegnet sind. Gezeigt werden Kleidungsstücke und wie man durch Essen und Getränke für die innere Wärme gesorgt hat.

noch bis 21. Februar im Rieser Bauernmuseum Maihingen

Mehr Infos:
www.rieser-bauernmuseum.de


Neues von den Kunstsammlungen

27. Januar/ Allzu viel ist über das Jahresprogramm der Kunstsammlungen ja noch nicht in Erfahrung zu bringen, aber eines steht fest: Das Top-Highlight 2010 dürfte die bayerische Landesausstellung »Bayern – Italien« (21. Mai bis 10. Oktober) sein, deren Augsburger Beiträge im tim und im Maximilianmuseum zu sehen sind. Die Beziehungen zwischen Augsburg und Italien sind ja bekanntlich äußerst vielfältig: Das Maximilianmuseum zeigt in der Ausstellung »Künstlich auf Welsch und Deutsch – Kunstaustausch zwischen Bayern und Italien im 15./16. Jahrhundert« die Einflüsse Italiens auf die süddeutsche Kunst, u.a. mit Werken von Tizian und Dürer. Im tim werden die bayerisch-italienischen Beziehungen vom 19. Jahrhundert bis heute dokumentiert – von den frühen Reisenden über italienische Gastarbeiter in Bayern bis zu Importen wie Pizza, Versace und trinkbarem Kaffee.

Das H2 präsentiert ab dem 11. Februar ein vielseitiges Programm zum Thema: »50 Jahre Kunstförderpreis der Stadt Augsburg«. Im Höhmannhaus heißt die Devise »oder oder auch«. Sind Florian Balzes Arbeiten (Foto) funktional oder skulptural? Kunst oder Design? Auch Alltagsgegenstand? Diese Grenzen verschwimmen in der Ausstellung »oder oder auch« des in Augsburg geborenen Künstlers Balze, die noch bis einschließlich 28. Februar in der Neuen Galerie im Höhmannhaus zu sehen ist. Ab dem 5. März zeigt das Höhmannhaus Arbeiten von John Pawsun.

Vom 28. März bis 20. Juni wird ein großer und fast vergessener Sohn der Stadt in Erinnerung gerufen: »Ein Maler des Lichts – zweimal Johann Evangelist Holzer in zwei Museen«. Holzer, zu seinen Lebzeiten ein berühmter Maler und Grafiker des Barock, wird – erstmals in diesem Umfang – mit über 150 Exponaten gewürdigt. Im Schaezlerpalais zeigt die Ausstellung »Maler des Lichts« den Freskanten Holzer. Seine Entwürfe zu Fresken an Bürgerhäusern belegen die vergangene Fassadenpracht. Zudem wird er als Meister des Porträts vorgestellt. Im Diözesanmuseum St. Afra sind Holzers großformatige Altarblätter und spektakuläre Thesenblätter zu sehen, die Augsburg als einstiges Zentrum der Druckerkunst ausweisen.

Mehr Infos:
www.bayern-italien.de
www.kunstsammlungen-augsburg.de


Viel Applaus für multimediale Revue
Brechts "Puntila" hat im Augsburger Theater Premiere

21. Januar/pif Der finnische Gutsbesitzer Puntila ist nüchtern ein Ausbeuter und betrunken ein Menschenfreund. Nüchtern will Puntila seine Tochter mit einem Aristokraten verheiraten, betrunken mit seinem Chauffeur Matti.

Der amerikanische Regisseur Jay Scheib, laut der Zeitschrift Time Out einer der angesagtesten Regisseure interessiert sich nicht so arg für das Brechtsche Anliegen von Kapitalismus und Proletariat. Er setzt in einer sehr guten Inszenierung ein bisschen auf Komödie und ein bisschen auf Multimedial. Und das ist gut gelungen richtig gut gelungen, man könnte auch sagen "mal was anderes" vom alten Brecht.
Musik die an Lou Reed oder an Rockmusik erinnert und eine Videotechnik, die die Schauspieler simultan zum Bühnengeschehen frontal, nah, groß und hart in Szene bzw auf die Leinwand setzt.. Darüber hinaus fliegen in der Augsburger Inszenierung Flaschen, es spritzt Bier und ein nasser Matti flieht vor seinem Herrn in Unterhosen und pudelnass ins Publikum - recht so! Stark auch das Ensemble, allen voran Chauffeur Matti, alias Toomas Täht. Klaus Müller als Puntila, kommt als betrunkener Gutsbesitzer nicht ganz so überzeugend daher - umso überzeugender geben sich Ute Fiedler als Fina - besonders vor der Videokamera - und Christine Diensberg, als Puntila Tochter Eva. Nicht zu vergessen das Bühnenbild. Von Susanne Hiller als moderne Drehscheibe inszeniert.

Der Puntila entstand 1940 im finnischen Exil in Zusammenarbeit mit Margarete Steffin und der Schriftstellerin Hella Wuolijoki, auf welche die Grundidee des Stücks zurückgeht. Herr Puntila und sein Knecht Matti wurde im Juni 1948 in Zürich uraufgeführt.

Foto: Nik Schölzel

Weitere Termine:
Do 28.01.10 · Sa 30.01.10 · Fr 05.02.10 · Fr 12.02.10 · Sa 13.02.10 · Fr 26.02.10
Di 02.03.10 · Mi 03.03.10 · So 21.03.10 · Sa 03.04.10 · Mi 14.04.10


Lettl zum 90.
Gedenkausstellung in der Toskanischen Säulenhalle

21. Januar/ "Deinen Schatten vergesse ich, dich aber nicht". Am 18.12.2009 wäre Wolfgang Lettl 90 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass widmet der Lettl-Verein in Kooperation mit der Stadt Augsburg dem großen Augsburger Surrealisten eine Gedenkausstellung. Auch das Rahmenprogramm liefert reiche Einblicke in Lettls Schaffen: Hier sind surreale Filme zu sehen und Texte von Wolfgang Lettl zu hören.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Werken von 1999-2007.

Geöffnet: Di 10-21 Uhr, Mi - So 10-18 Uhr, Führungen: So 11 Uhr, Do 16 Uhr
Eintritt frei, noch bis 28. 2.2010, Toskanische Säulenhalle im Zeughaus


Mehr Info: www.lettl.de


Neue Zeitschrift für Augsburg
"Lauthals" ist neu - die Macher schon etwas älter!

21. Januar/ Januar Sie erinnert ganz stark an "sprachlos" . ja die Zeitschrift für Literatur und Grafik , die vor 30 Jahren in Augsburg erschien. Aber "Lauthals" ist neu - nur manche Macher sind älter! In Augsburg gibt es eine neue Zeitschrift für Literatur und Kunst. Im Dezember 2009 erschien die erste Ausgabe von "Lauthals". Sie wird von Dr. Richard Gammel herausgegeben. Die Macher dürften den älteren unter den Augsburger Literaturinteressierten keine Unbekannten sein. Leute wie Pit Kinzer, Michael Friedrichs oder Michael G. Symolka geben Kostproben ihres literarischen Schaffens ab.

"Lauthals - Zeitschrift für Literatur und Kunst" - erscheint Vierteljährlich, 5 Euro


"Dreiblick : Fotografische Positionen"
Monika Schultes, Josef Breuer, Dietrich Wagner zeigen in der Ecke Galerie ihre Werke

20. Januar/ Bei der Eröffnung war die Kunsttherapeutin, Professorin Flora Gräfin von Spreti anwesend. Sie zitierte in ihrer Laudatio auf die drei Künstler den großen Künstler Man Ray. Er sagte einmal: "Ich male das, was ich nicht fotografieren kann, ich fotografiere das, was ich nicht malen kann." Dies setzten die Künstler Schultes, Breuer, Wagner in der Ausstellung in der "Ecke" gekonnt um.

Ecke Galerie bis 20. Februar 2010
Öffnungszeiten: Mo - Do 14 - 19 Uhr, Freitag 14 - 17 Uhr, Samstag 11 - 13 Uhr


Mehr Info: www.ecke-galerie.de


Der Messias ist da
Weihnachtskomödie im sensemble

15. Dezember/ Theo und Bernhard spielen die Weihnachtslegende selbst - und das mit großem Elan. Sie spielen alle Rollen selbst - den Erzengel Gabriel, die Hausfrau Maria, den Zimmermann Josef, römische Tribunen und Hirten. Und wie könnte es anders sein, es kommt i zu diversen Pannen, die die Darsteller ungewollt zur Improvisation zwingen. Alle Jahre wieder - und das seit 8 Jahren.

Der Messias Weihnachtskomödie von Patrick Barlow mit Birgit Linner und Jörg Schur Regie: Sebastian Seidel

17., 18., 19., 20. Dezember 09, Beginn jeweils 20.30 Uhr

Mehr Info: www.sensemble.de


Akustische Weihnacht
Zwei Konzerte mit lieblichem Folk

10. Dezember/fap Passend zur Vorweihnachtswoche wird gleich zweimal lieblich gesungen und gezupft. Nicht nur gezwungenermaßen und hinter verschlossenen Türen von Enkelkindern, sondern auch ganz öffentlich. Zwei Konzerte voll akustischem Folk dürfen besucht werden.

Am sonst eher ruhigen Dienstag lässt das Junge Theater alle Verbindungen nach Dänemark und Berlin spielen. Von dort aus operiert nämlich das Labels Divine, das gleich drei Acts nach Augsburg schickt. Namentlich sind das Marie Dahl, Cody und Labrador.

In der temporärsten aller Augsburger Galerien, im Muhackl oder Blutwurst, spielen am Donnerstag Yuki und Nonti mit Gitarre, Ukulele und Gesang. Ausdrücklich keine "Asian-Folk-Girl-Band" wollen sie sein. Aber was dann? Man wird hingehen und zuhören müssen, um das herauszubekommen.

Dienstag, 15. Dezember // Let the Dans play //
abraxas/Junges Theater www.jt-augsburg.de

Donnerstag, 17. Dezember // Eine Liebeserklärung an die Akustik //
Muhackl oder Blutwurst // www.muhackloderblutwurst.de


Mozart und Italien
Das Mozartfest 2010 orientiert sich gen Süden und bringt die alten und neuen Meister zusammen

8. Dezember/kaj SMit über 400.000 Euro, verteilt auf die kommenden drei Jahre, fördert die EU das Augsburger Mozartfest. Voraussetzung dafür ist die inhaltliche und programmatische Vernetzung des wichtigsten Klassikfestivals der Region mit mindestens zwei Partnern in anderen EU Ländern. Die Mozartstadt Augsburg hat ihre Projektpartner am King´s College in London und in Mailand sowie Bologna gefunden. Das verknüpfende Element trägt den zwar etwas sperrigen Titel "Maozart und Italien, eine zeitgemäße Reflexion des interkulturellen Dialogs im 18. Jahrhundert" und wird in der Kooperation Europäischer Mozartwege realisiert, landet aber bei näherem hinsehen 2010 aber punktgenau in der Friedensstadt Augsburg. Schließlich startet hier sozusagen im Anschluss an das Mozartfest die Landesausstellung Bayern - Italien und die Pflege des interkulturellen Dialogs hat man sich hier schon seit langem auf die Fahnen geschrieben. Im Focus des Mozartfestes stehen also seine Reisen über den Brenner und die damit verbunden musikalischen Einflüsse, die auf das Genie wirkten und seine daraus resultierenden kompositorischen Werke. Eine gute Auswahl dieser Arbeiten werden in Augsburg zu hören sein, kontra punktiert von Werken, seiner italienischen Vorbilder wie Lorenzo Maria Petronio Gibelli, Pietro Gnocchi, Carlo Monza und Venanzio Rauzzini. Der womöglich nicht nur zeitgenossische Höhepunkt des Mozartfestes könnte die deutsche Erstaufführung von Bernd Langs Oper "I hate Mozart" im Theater Augsburg werden. Das 2006 mit großem Erfolg am Theater an der Wien zur Uraufführung gekommene Werk, hat das Potential zu einer erfrischend kurzweiligen, als auch naturgemäß aktuellen Betrachtung zu Themenkomplex Mozart im 21 Jahrhundert. Auf alle Fälle beweißt das Kulturbüro als Veranstalter des Festivals Weitsicht und Rückrad beim Bekenntnis zu diesem Werk. Das Augsburger Mozartfest bietet vom 7. bis 16. Mai 2010 Programm an unterschiedlichen Orten in der Stadt.


www.mozartstadt.de


Hol Dir den Augsburger Medienpreis 2010
Der Startschuss ist gefallen

8. Dezember/pif Ab jetzt kann jeder teilnehmen und beim Wettbewerb um den ersten Augsburger Medienpreis unter dem Motto "Bringe Augsburg in die Welt - Bringe die Welt nach Augsburg!" des Medienforums Augsburg e.V. dabei sein.
Im CinemaxX stellte jetzt das Organisationsteam um die beiden Vorstände Eiko Trausch und Thomas Grund den Wettbewerb und die Teilnahmebedingungen vor.

Ziel des Preises ist es, jeden Medienschaffenden, aber auch jeden Augsburger Bürger aufzufordern, Ideen zu entwickeln, die den Standort "Region Augsburg" mit Hilfe der Nutzung medialer Instrumente direkt oder indirekt fördern. Die Idee kann sowohl ein Produkt, ein Konzept oder auch eine Dienstleistung sein. Wichtig ist allein, dass die Idee oder die bereits tatsächlich realisierte Idee eine positive Auswirkung auf die Strahlkraft der Region Augsburg haben wird oder bereits hat.

Auch fünf der insgesamt neun Jury-Mitglieder kamen zur Pressekonferenz und stellten sich den zahlreichen Interviews: Cornelia Kollmer (Stadtsparkasse Augsburg), Götz Beck (Regio Augsburg Tourismus GmbH), Andreas Thiel (Regio Augsburg Wirtschaft GmbH), Heinz Stinglwagner (CIA Augsburg) und Prof. Ulrich Harsch (Fachhochschule Augsburg) sind begeistert von der Idee und unterstützen die Macher gerne.
Der Medienpreis wird im Jahr 2010 zum ersten Mal vom Medienforum Augsburg e.V. verliehen. Bewerben kann sich jede Person, jede Organisation und jedes Unternehmen - soweit der Bewerber in seiner Präsentation bzw. Einreichung die Region Augsburg eindeutig in den Fokus stellen.

Die Bewerbungsfrist endet am 17.05.2010 (um 18 Uhr)

www.medienforumaugsburg.de
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