Museumsführer:
Kulturwege:
Lechmuseum Bayern im Wasserkraftwerk Langweid
Ein Museumsführer von Florian Pittroff

27. August/pif Ort: Initiator und Betreiber des Lechmuseums Bayern in Langweid – übrigens ein wunderschöner Klinkerbau – ist die Lechwerke AG (LEW). Seit 1903 sind die Lechwerke als Energieversorgungsunternehmen in Bayern engagiert und mit der Region tief verbunden. Heute zählen sie zu den bedeutenden Stromdienstleistungsunternehmen im Süden Deutschlands. Nachdem die Lechwerke vor einigen Jahren die Turbinen im Maschinenraum erneuert und Modelle mit höherer Effizienz eingebaut hatten, war Platz gewonnen und das Unternehmen richtete daraufhin im und um das Kraftwerk das Lechmuseum ein, das sich mittlerweile großer Beliebtheit erfreut. Insgesamt 300.000 Euro investierte man in die Realisierung des Projekts.

Vita: Die schnell wachsende Industrie im 19. Jahrhundert verlangte immer mehr Strom für ihre Anlagen. Im Kaiserreich stieg die Zahl der elektrifizierten Betriebe zwischen 1895 und 1907 von 2.000 auf über 70.000. Die Fertigstellung des Kraftwerks fällt ebenfalls auf das Jahr 1907. Und auch ein Jahrhundert später speist es mit neuen Maschinensätzen jährlich 50 Millionen Kilowattstunden in das Versorgungsnetz der Lechwerke ein. Das Wasserkraftwerk Langweid wird von der Bayerischen Elektrizitätswerke GmbH (BEW) betrieben, die ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Augsburger Lechwerke AG ist.

Konzept: Auf drei Ebenen des Wasserkraftwerks und im Außenbereich werden der Lech und das Lechtal den Besuchern aus verschiedenen Blickwinkeln nähergebracht. Das Museum ist in vier Hauptbereiche gegliedert. Der Kraftwerkslehrpfad erklärt das Kraftwerk und sein Umfeld an acht Stationen. Im Maschinenraum im Erdgeschoss startet der Turbinenlehrpfad um die begehbare Schauturbine aus dem Jahr 1904. Im ersten Obergeschoss wird der Lech als Naturraum, Wirtschaftsfaktor und Geschichtsschauplatz beschrieben, das Dachgeschoss befasst sich mit den Themen LEW, Wasserkraft, elektrische Energie und alternative Energieformen. Ein 25-minütiger Dokumentarfilm stellt den Lech vom Quellgebiet bis zur Mündung dar – geografisch wie geschichtlich.

Service: Besondere Attraktionen sind die trocken gelegte historische Schauturbine, die in zwei Ebenen begehbar ist, und der Nachbau eines historischen Lechfloßes. Darüber hinaus kommen Kinder in den zum Mitmachen animierenden Ausstellungsbereichen voll auf ihre Kosten: Wissensvermittlung mal nicht schulmeisterlich-ernst, sondern spielerisch-interessant!

Geöffnet: Jeden ersten Sonntag im Monat von 10 bis 18 Uhr oder im Rahmen von angemeldeten Führungen.

Adresse: Wasserkraftwerk Langweid, Lechwerkstraße 19, 86462 Langweid E-Mail lechmuseum@lew.de, Tel. 0821 328-16 58



50 Jahre Kunstförderpreis im H2
Ein Museumsführer von Florian Pittroff

9. März/ Anlässlich des 50. Kunstförderpreises der Stadt Augsburg im Jahr 2009 präsentiert das H2 - Zentrum für Gegenwartskunst in Kooperation mit dem Kulturamt noch bis 16. Mai Arbeiten der bisherigen Preisträger aus den Sparten Architektur, Ballett, Bildende Kunst, Literatur sowie Musik.

Der a-guide stellt das H2 Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast etwas genauer vor.

Ort: Der Glaspalast in Augsburg, nach Plänen des Stuttgarter Architekten Philipp Jakob Manz erbaut, war das Werk IV (Aumühle) der Mechanischen Baumwollspinnerei und Weberei Augsburg (SWA) und wurde 1910 in Betrieb genommen. Die Produktion endete 1988 mit dem Konkurs der Firma. Der "Glaspalast" ist ein früher deutscher Stahlskelett-Großbau. Der Bau erhebt sich in fünf Geschossen mit je 13 Fensterachsen. Diese großflächig und vor allem allseitig durchfensterte Fassade gab der Spinnerei ihren Namen. Manz verwirklichte hierbei das Prinzip der Tageslichtfabrik im Geschossbau. Umfangreiche Berechnungen des Architekten zu Lichteinfall und Lichtstreuung gingen dem Entwurf voraus, immerhin sollten Raumtiefen von 45 Metern ausgeleuchtet werden

Vita: Viele der auf höchstem architektonischen Niveau errichteten Anlagen, die Wohlstand und Stolz der prosperierenden Industriemetropole Augsburg symbolisierten, galten nach dem Niedergang der Textilindustrie als "schwierige Immobilien". So auch der Glaspalast. Mehr als zehn Jahre stand der Industriebau leer, bis ihn Professor Ignaz Walter im Jahr 2000 erwarb und auf eigene Kosten für kulturelle und gewerbliche Nutzung renovieren ließ. Das H2 - Zentrum für Gegenwartskunst wurde am 23. Mai 2006 im Glaspalast Augsburg eröffnet

Konzept: Hier gibt es nicht nur wechselnde Ausstellungen, sondern auch den Bestand der Augsburger Kunstsammlungen und Museen zu besichtigen. Um jedoch die neue Raumsituation im H2 so spannungs- und abwechslungsreich wie möglich zu machen, folgen in regelmäßigen Abständen auf Präsentationen der eigenen Bestände spektakulären Sonderausstellungen. Die angegliederte Staatsgalerie Moderne Kunst, eine Filialgalerie der Pinakothek der Moderne München, zeigt Highlights aus dem Bestand der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen nach 1950.

Service: Zeitgenössische Kunst für die eigenen vier Wände - das macht u.a. die Gesellschaft für Gegenwartskunst mit Sitz in Augsburg möglich. Der Verein bietet jedem Kunstinteressierten mit Wohnsitz in Augsburg und Umgebung die Gelegenheit, sich zeitgenössische Kunst auszuleihen. Die Bibliothek des H2 ist eine öffentlich zugängliche Spezialbibliothek zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie steht Museumsbesuchern sowie interessierten Bürgern bei freiem Eintritt zur Verfügung.


Geöffnet: Dienstag 10.00 - 20.00 Uhr, Mittwoch - Sonntag: 10.00 - 17.00 Uhr
Adresse: H2 - Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast, Kunstsammlungen und Museen Augsburg, Beim Glaspalast 1 / Amagasakiallee 86153 Augsburg, Tel: +49 (0) 821 324-4102, Mail: kunstsammlungen.stadt@augsburg.de,

www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de



Blumen wachsen sehen
Das tim – Ein Museumsführer von Florian Pittroff

2. Februar/pif Mensch, Maschine, Muster, Mode … auf diesen Nenner bringt das soeben in Augsburg neu eröffnete Textilmuseum tim seine Arbeit. Aber das tim hat natürlich viel mehr zu bieten. Auf historischen Webstühlen kann man z.B. Blumen aus Jacquard wachsen sehen.

Ort: Die Augsburger Kammgarnspinnerei (AKS) zählte zu den ältesten Textilfabriken Bayerns. 1836 wurde sie vom Kaufmann Friedrich Merz gegründet. Bis zur Jahrhundertwende entwickelte sich die AKS zu einem der bedeutendsten wollverarbeitenden Betriebe in Europa. Die Fabrikbauten waren in mehreren Bauphasen errichtet worden. Vorrangig bestand die Anlage aus Shedhallen, die mit ihrer markanten Dachform an die Zahnung einer Säge erinnern. In diesen Shedhallen hat tim, das Bayerische Textil- und Industriemuseum, seine Heimat gefunden. Die Planungen für den Umbau von der Fabrikhalle zum Museum stammen vom Grazer Architekten Karl Kada, für die Innenarchitektur war das Stuttgarter Atelier Brückner verantwortlich.

Vita: Die ersten Pläne, ein Industriemuseum in Augsburg zu errichten, gehen wohl auf die 1920er-Jahre zurück. Nach dem Niedergang der einst so starken Textilindustrie der Stadt in den 1980er-Jahren gewann die Idee neue Aktualität. Tausende entlassener Textilarbeiter wollten »nicht einfach so gehen«, sondern ein wahrnehmbares Zeichen ihrer Geschichte hinterlassen. Federführend bei der Durchsetzung dieser Idee war ein Förderverein, der in zäher Allianz mit der Stadt, dem Bezirk und dem Staat Bayern dieses einzige staatliche Museum in Bayerisch-Schwaben mit einem Etat von weit über 20 Millionen Euro realisierte.

Konzept: Auf die Besucher warten auf 2.500 Quadratmetern die vier M: Mensch – Maschine – Muster – Mode. Es geht um Menschen, deren Leben das Industriezeitalter radikal veränderte. Die Besucher können die bewegte Geschichte von Arbeiterinnen und Arbeitern, von einflussreichen Unternehmern oder Bankiers kennenlernen. In der Museumsfabrik des tim rattern historische Webstühle neben modernen Hightechmaschinen und produzieren beispielsweise das tim-Schlossertuch oder den Fugger-Barchent. Im Zentrum der Dauerausstellung ist nationales Kulturgut zu Hause. Die einzigartige Musterbuchsammlung der Neuen Augsburger Kattunfabrik (NAK) birgt über 200 Jahre europäische Mode- und Designgeschichte in 550 Folianten. Über vier Meter hohe Grazien dienen den Besuchern als interaktive Projektionsfläche und übersetzen die digitalisierten Stoffmuster eindrucksvoll in die dritte Dimension. Für die Mode ist im tim ein eigener Laufsteg reserviert, vom Biedermeier- bis zum Strenesse-Kleid. Das tim erlaubt also einen spannenden Streifzug durch die Mode- und Kostümgeschichte der vergangenen zwei Jahrhunderte.

Service: Das tim bietet neben der attraktiven Dauerausstellung und Sonderschauen auch Räume für exklusive Veranstaltungen. Für junge Besucher ist ein museumspädagogisch ausgefeilter Kinderpfad eingerichtet. Hier darf angefasst und ausprobiert werden. Im Restaurant nunó gibt es Deli-Menu- Angebote zu Mittagspreisen, Snacks, Kuchen und am Abend frische asiatische Wok-Küche.

Träger: Das tim ist eine Einrichtung des Freistaats Bayern, errichtet von der Stadt Augsburg und dem Bezirk Schwaben und unterstützt durch den Verein zur Förderung eines Textilmuseums in Augsburg e.V. Öffnungszeiten: täglich außer Montag 9 – 18 Uhr, Tickets: 4 Euro, ermäßigt: 3 Euro, Sonntag: 1 Euro

Adresse: Staatliches Textil- und Industriemuseum tim, Provinostraße 46, 86153 Augsburg, Telefon: 0821 810 01-50, info.tim@augsburg.de, www.tim-bayern.de



a-guide Kulturweg
Weihnachtsmärkte in der Region
Wer im Advent einige besinnliche Stunden zur Einstimmung auf das große Fest verbringen möchte oder sich mit Freunden kurz vor Jahresende noch auf einige Tassen Glühwein treffen will, der sieht sich einem von Jahr zu Jahr anwachsenden Angebot an Märkten und Adventsfeiern gegenüber. Da ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Aus diesem Grund haben wir für unsere Leser einige der schönsten Möglichkeiten zusammengestellt, sich auch in der dunkelsten Zeit des Jahres am hellen Lichterglanz zu erfreuen.
27.November/kaj Eine sehenswerte Besonderheit bis Weihnachten ist der Aichacher Rathaus-Adventskalender: Aus der Fensterfront des Aichacher Rathauses wird dann ein großer Adventskalender. Jeden Tag um 17.30 Uhr öffnet der Nikolaus einen Fensterladen und man darf ein stimmungsvoll beleuchtetes Fenster mit originellen Motiven dahinter erwarten. Der Christkindlesmarkt rund um das Rathaus ist vom 27.11. bis 23.12. geöffnet.

Der Weihnachtsmarkt Affing mit seiner urig-rustikalen Ausstrahlung, seiner besonderen Stadelatmosphäre und den zahlreichen Attraktionen findet am zweiten und dritten Adventswochenende statt. Er wird von einem als gemeinnützig anerkannten Verein im Schlosshof Affing veranstaltet und hat sich in wenigen Jahren zu einem echten Tipp gemausert, der sich über mangelndes Publikumsinteresse nicht beklagen kann.

Der Augsburger Christkindlesmarkt ist einer der größten und schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands: mit romantischem Drumherum dank Renaissancerathaus, Perlachturm, acht Meter hoher Adventspyramide und dem Augsburger Engelesspiel. Die jüngste Attraktion ist jedoch die von der Regio Augsburg Tourismus GmbH und ihren Partnern organisierte Märchenstraße: Mechanisch bewegte Puppen in Schaufenstern in der City stellen in diesem Jahr den Klassiker der schwedischen Kinderliteratur »Pettersson kriegt Weihnachtsbesuch « dar. Ergänzt wird die rührende Geschichte durch ein buntes Rahmenprogramm von Kindertheater bis Bastelaktion.

Als Alternative zum oft übervollen Rathausplatz haben sich die kleinen Märkte im Handwerkerhof am Roten Tor und in der Fuggerei etabliert, wobei auf Letzterem auch erlauchteste Bäumchen aus den Wäldern der Fuggerstiftung feilgeboten werden. Der unschlagbare »Gegenentwurf« zum großen Bruder unterm Perlach ist und bleibt natürlich die Weihnachtsinsel vor dem Zeughaus.

Auch das musikalische Angebot ist in diesem Jahr bunt wie nie. Seit Jahren gehören die 30 Minuten Orgelmusik, jeweils an den Adventssonntagen um 17 Uhr in der Barfüßerkirche, zu den besinnlichen Höhepunkten in der Stadt. Auf eine noch ehrwürdigere Tradition können die Augsburger Domsingknaben zurückblicken. Ihre traditionellen Weihnachtskonzerte sind am 12. und 13.12. im Goldenen Saal zu hören und am 19. und 20.12. bringt der Chor gemeinsam mit dem Residenz-Kammerorchester München in der Heilig-Kreuz- Kirche Bachs Weihnachtsoratorium zur Aufführung. Ein besonderes Erlebnis abseits der musikalischen »Weihnachtstrampelpfade« verspricht auch die Veranstaltung »Klangnacht« in St. Moritz am 12.12. zwischen 20 und 22 Uhr.

Eine besondere Idee hat sich in diesem Jahr wieder die Stadtsparkasse zur Weihnachtszeit einfallen lassen. In ihrer Zentrale in der Halderstraße präsentiert sie den Besuchern und Kunden bis einschließlich 8.1.2010 die Ausstellung »Knackiges zur Weihnachtszeit – Nussknacker aus dem Erzgebirge«.

Wer es im Advent Stilvoll aber mit etwas mehr Pep wüscht dem sei am Abend des 13. 12. das "Swingin´Christmas" Programm im Kurhaus ans Herz gelegt. Das Martin Schrack/Christian Stock Quintet interpretiert die Ohrwürmer der swingenden amerikanischen Weihnachtszeit. Und vor dem Konzert ist ein Bummel über den Gögginger Weihnachtsmarkt im Innenhof des weihnachtlich beleuchteten Kurhauses ein Muss. Mit dem Besuch des Marktes können Sie nicht nur sich, sondern auch anderen etwas Gutes tun: Kaufen Sie zum kleinen Preis einen Lebkuchen der Bäckerei Wolf zugunsten eines guten Zwecks. Die Erlöse des Lebkuchenverkaufs kommen dem "Bunten Kreis", einer Initiative für krebskranke Kinder, zugute. (geöffnet 4.-6. und 11. - 13. Dezember, Fr. 17-20 Uhr, Sa/So 15-20 Uhr)

Der Friedberger Advent rund um die Pfarrkirche St. Jakob ist vielleicht der stimmungsvollste Markt der gesamten Region und bietet darüber hinaus ein derart reich gefächertes Angebot, dass der Besuch jedes Jahr wieder zur Freude wird. Beeindruckend ist auch sein großes Rahmenprogramm mit Konzerten, Ausstellungen, vorweihnachtlichen Stadtführungen und der langen Kunstnacht »Nacht der Sterne« (4.12.). Ein besonderer Höhepunkt ist heuer das Weihnachtskonzert der Bläser der Berliner Philharmoniker am 13.12.

Gersthofen hat neben dem Weihnachtsmarkt auch in diesem Jahr wieder mit »Wintertraum« – Eislaufen am Rathausplatz eine ganz besondere Attraktion für den vorweihnachtlichen Besucher in petto. Das seit Jahren beliebte Eisspektakel bietet neben dem klassischen Paarlauf auch eine Vielzahl von Sonderveranstaltungen mit unterschiedlichster Musik, und wer bis Heiligabend seine Schlittschuhe nicht findet, hat noch nichts verpasst, denn der Wintertraum läuft bis zum 31.1.2010.

Bei der Waldweihnacht auf Gut Mergenthau erwartet die Besucher seit Jahren ein beliebter Kunsthandwerkermarkt. Wer will, kann sich vor Ort auch mit frisch geschlagenen Christbäumen aus den umliegenden Wäldern versorgen und nach getaner Arbeit das bunte Programm mit Gauklern, Märchenerzählern und viel Musik genießen.

»Krippen im Wandel der Zeit«, so lautet bis zum 31.1.2010 das Motto der Jubiläumsausstellung, mit der die Augsburger Krippenfreunde e.V. ihren 90. Geburtstag im Klostermuseum Oberschönenfeld feiern. Am 13. und 20.12. lädt in den Ausstellungsräumen jeweils von 14 bis 17 Uhr eine offene Advents- und Krippenwerkstatt zum Mitmachen ein.

Am 13.12. findet ab 16 Uhr in Pöttmes das traditionelle Adventssingen auf dem Marktplatz statt. Vor der Kulisse der Johanniskapelle warten auf die Gäste Lebkuchen, Bratwürste und viele andere Köstlichkeiten, zubereitet von den örtlichen Vereinen. Der Weihnachtsbaum und die Lichterketten versetzen den Marktplatz in eine vorweihnachtliche Stimmung. Schon ab dem 12.12. lädt Gut Sedlbrunn ein, sich an zwei Tagen in der alten Scheune auf die festlichen Tage einzustimmen, wertvolles Kunsthandwerk und stimmungsvolle Bilder zu betrachten, einfach zur Ruhe zu kommen und sich bei weihnachtlicher Musik und festlichen Genüssen zu entspannen.

Zahlreiche Lagerfeuer, Kerzen, Fackeln und Öllampen setzen den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt im Schlosshof Scherneck vom 18. bis 20.12. in ein zauberhaftes Licht. Erlebbare mittelalterliche Handwerkskunst, viele historisch geschmückte Marktstände, Gaukler, Zauberer, Musikanten und Trommler sowie ein buntes Programm aus Feuershow, Stockbrotbacken, Vorführungen und vielen anderen Attraktionen versprechen ein besonders Erlebnis.

Die Augsburger Vokalformation Cash-n-go lädt am 13.12. zur 2. A-cappella-Weihnacht in die Pfarrkirche nach Stettenhofen. Die Konzertreihe, bei der über 50 aus verschiedenen Bands oder Chören bekannte Sänger und Sängerinnen auftreten, findet dieses Jahr an drei Abenden in festlich geschmückten Gotteshäusern eine Fortsetzung. Die Gruppen VoiceNet und Jukevox sowie der Jazzchor Chorfeo sind in Originalbesetzung vertreten. Weitere Termine sind am 11. und 12.12. in der Heilig-Kreuz-Kirche in Augsburg, Beginn ist jeweils um 19 Uhr.


Weitere Infos:
Die Regio Augsburg bietet eine Vielzahl unterhaltsamer und interessanter Stadtführungen zu den unterschiedlichsten Themen an, natürlich auch im Advent.
www.regio-augsburg.de



a-guide Kulturweg
Augsburg – Mozartstadt
Der große Geigenlehrer Leopold Mozart, Vater des weltweit verehrten Musikgenies Wolfgang Amadé, wurde in Augsburg geboren, und zwar am 14. November 1719.
22.Oktober/pif Wir beginnen diesen Weg in Leopolds Geburtshaus in der Frauentorstraße, dem heutigen Mozarthaus. Das kleine, aber feine von der Regio Augsburg geführte Museum zeigt Gemälde, Stiche und Grafiken zur schwäbischen Familie Mozart, zu Leopold und Wolfgang Amadé, zu den Reisen der Mozarts durch Europa sowie Originalinstrumente dieser Zeit. Außerdem organisiert die Regio regelmäßig Konzerte an dieser historischen Stätte. Insgesamt reiste Wolfgang Amadé Mozart fünfmal in die »vatterstadt meines papa«. Er lernte hier das Bäsle kennen, dem er fortan wunderbare Briefe schrieb, die später so manchem Leser die Röte ins Gesicht getrieben haben.

Vom Mozarthaus aus geht es auf der Frauentorstraße ein kleines Stück in Richtung Dom, bevor wir in die Jesuitengasse einbiegen und so zum Kleinen Goldenen Saal gelangen. Dieser erinnert heute an das frühere Jesuitenkolleg, an dem auch Leopold seine Bildung erhielt. Wir spazieren die Jesuitengasse weiter. Am 25. September 1758 wurde Wolfgang Amadé Mozarts »allerliebstes Bäsle« geboren. Mit Unterstützung der Historikerin Dr. Martha Schad wurde jetzt von der Stadt am Geburtshaus des »Bäsle« in der Jesuitengasse 22, dem heutigen Hofgarten-Carreé, eine Gedenktafel angebracht.

Von dort führt uns der Kulturweg über die Alte Gasse und die Kohlergasse zum Fronhof, wo während des Sommers die beliebten »Konzerte im Fronhof« stattfinden – ein Schwerpunkt natürlich: die Musik von Wolfgang Amadé. Noch einen weiteren Mozartaspekt kann man in der Grünanlage beim Dom entdecken: das Dop-peldenkmal für Leopold und Wolfgang Amadé Mozart – gestiftet 1991 von der Mozartgemeinde Augsburg.

Wir spazieren weiter via Peutinger- und Karolinenstraße zum Augsburger Rathaus mit dem Goldenen Saal. Diesen besuchten die Mozarts im Sommer 1763 – wie heute viele Amerikaner und Japaner auch – als Touristen. Im Goldenen Saal finden Konzerte statt, zum Beispiel das Eröffnungskonzert des Augsburger Mozartfests 2010 mit dem Münchner Rundfunkorchester.


Wer jetzt Lust auf eine kleine Pause hat, der kann in einem der Kaffeehäuser am Rathausplatz mit Blick auf den Perlachturm ein wärmendes Getränk genießen. Was nicht viele wissen: Wer zur richtigen Zeit hier ist, für den gibt es Mozart for free:
Das Glockenspiel des Perlachturms lässt nämlich um 11 Uhr und um 17 Uhr Mozartmelodien ertönen. Nach Erfrischung und Ohrenschmaus geht es weiter über die Maximilianstraße in Richtung Fuggerhäuser. Dort hielt Mozart 1777 sein einziges öffentliches Konzert in Augsburg ab. Nicht weit von den Fuggerhäusern entfernt, liegt das Hotel »Drei Mohren«, in dem die Familie Mozart 1763 logierte.

Jetzt heißt es die Straße überqueren, denn auf der anderen Seite liegt – schräg gegenüber – die vormalige Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg. Diese entstand 1998 durch Zusammenlegung des Meistersinger-Konservatoriums in Nürnberg und des Leopold-Mozart-Konservatoriums in Augsburg. 2008 wurde die Hochschule in staatliche Trägerschaft überführt. Der bisherige Verbund wurde aufgelöst: Nürnberg wird zu einer eigenständigen und vollwertigen Musikhochschule ausgebaut, der überwiegende Teil der Augsburger Abteilung wurde in das neue Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg integriert. Unser Mozart-Kulturweg endet in der Ulrichsbasilika. Hier war Leopold Mozart Sängerknabe und sein Sohn soll auf der berühmten Fuggerorgel gespielt haben. Auf jeden Fall beklagte sich der Filius über den engen Aufgang zur Orgel, der deshalb heute Mozartstiege heißt.


Weitere Infos:
Die Regio Augsburg bietet eine Vielzahl unterhaltsamer und interessanter Stadtführungen zu den unterschiedlichsten Themen an, natürlich auch zu Mozart.
www.regio-augsburg.de



a-guide Kulturweg
Die Fuggerstadt
In diesem Jahr begeht die Stadt den 550. Geburtstag von Jakob Fugger, den seinerzeit reichsten Kaufmann und Banker der Welt.
22.Juni/pif Unser Weg beginnt bei St Ulrich. In der Basilika kann man fünf Fuggersche Grabkapellen und die berühmte Fuggerorgel besichtigen. Auf diesem gewaltigen Instrument soll schon Wolfgang Amadeus Mozart im Beisein seines Bäsles gespielt haben – sagt man! Wir spazieren nun die Maximilianstraße hinab in Richtung Rathaus und besuchen, etwa auf halben Weg, das Schaezlerpalais. Dort hat unter anderem die Staatsgalerie Altdeutsche Meister in der früheren Katharinenkirche ein großartiges Zuhause gefunden. Eines der absoluten Glanzstücke der Sammlung ist Albrecht Dürers Gemälde von Jakob Fugger. Der Meister aus Nürnberg hat seinen Auftraggeber als gut aussehenden und selbstbewussten Mann für alle Zeit festgehalten. Was dieser Marketinggag dem alten Fugger damals wohl gekostet hat?

Nur wenige Schritte vom Museum entfernt befindet sich, hinter einer eher tristen Fassade der prächtige Damenhof. Jakob Fugger ließ ihn vermutlich von 1512 bis 1515 zur Freude seiner Familie errichten. Im Jubiläumsjahr finden dort zahlreiche Veranstaltungen statt. Zum Beispiel das Projekt „Lebende Bilder in den Fuggerhäusern“. Hier stellen Schauspieler Szenen nach, die sich so oder so ähnlich vielleicht auch einmal zugetragen haben.

Unser Spaziergang geht weiter über den Moritzplatz in die Philippine-Welser-Straße zum Denkmal für Hans Jakob Fugger. Warum gerade ihm, der Zeit seines Lebens nicht mit Geld umgehen konnte und der darum von seiner Familie ins benachbarte München ausquartiert wurde dieses Standbild von Ludwig dem I. spendiert wurde ist eines der vielen Rätsel der Geschichte. Hinter dem Denkmal steht das Koepfhaus. Zuletzt sorgte der Patrizierbau für Schlagzeilen, als beim Umbau die Denkmalschutzbestimmungen sehr großzügig im Sinne der Bauherren ausgelegt wurden. Hier soll demnächst eine Dependance der Kaffeehauskette „Aran“ eröffnen. Coffee to go, ein Konzept mit dem man heutzutage ein Vermögen machen kann. Vielleicht wären die Fugger ja an einer Beteiligung interessiert gewesen?

Unser Kulturweg führt nun weiter über den Rathausplatz, den Perlachberg hinunter direkt zur Fuggerei. Sie ist die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt. Noch heute zahlen die Mieter für ihre Wohnung nur 88 Cent im Jahr, der Eintritt für Besucher kostet fast drei mal so viel und sprechen drei Gebete täglich für den Stifter Jakob Fugger. Ob der Bau dem Seelenheil der Stifter zu dienen hatte oder die sozialen Spannungen in der Stadt beruhigen sollte ist nicht genau überliefert. Bekannt ist jedoch, dass damals der Begriff „fuggern“ für wuchern stand und Zins zu nehmen war zu jener Zeit eine schwere Sünde.

Via Pilgerhausstraße, Mittleren Graben und Schwedenstiege gelangen wir direkt ins Domviertel. Im historischen Wieselhaus im Pfaffengässchen soll im kommenden Jahr das Fuggermuseum entstehen. Unser Spaziergang führt uns nun zum nahen Dom mit seinen schönen Parkanlagen, vorbei am Theater bis in die Fuggerstraße, die nach neusten Plänen total verkehrsberuhigt werden soll. Kaum vorstellbar, dass auf dieser innerstädtischen Hauptverkehrsachse in wenigen Jahren keine Autos mehr fahren werden.

Über einen Abstecher zum Stadtmarkt erreichen wir die St. Anna Kirche. Die dortige Fuggerkapelle gilt als erster Renaissancebau auf deutschem Boden. Gestiftet wurde sie von den Brüdern Ulrich, Georg und Jakob. Geplant wurde die Fuggerkapelle wohl maßgeblich von Albrecht Dürer. Zum Schluss empfehlen wir einen Besuch im wunderbaren Café und Restaurant Anna direkt neben der Kirche. Hier kann man sich vortrefflich nach dem gut dreistündigen Kulturweg Fuggerstadt erholen und neu Kraft schöpfen. Die Regio Augsburg bietet eine Vielzahl unterhaltsamer und interessanter Stadtführungen zu den unterschiedlichsten Themen an, natürlich auch zu den Fuggern.


Weitere Infos:
www.regio-augsburg.de



a-guide Kulturweg
Wittelsbacher Land
Natur, Kultur, Hofverkauf und Spezialitätenwirte
2.April/kaj Entdecken Sie mit unseren Kulturwegen das Wittelsbacher Land als »Ferienziel in der Nachbarschaft«. Anhand von vier Radwegen führen wir unsere Leser durch dieses attraktive Naherholungsgebiet zwischen Augsburg und Oberbayern. Wir haben diese Wege für Sie nach kulinarischen, kulturellen und landschaftlichen Aspekten zusammengestellt. Neben den kulturgeschichtlichen Sehenswürdigkeiten führen die Wege zu den Spezialitätenwirten der Region und den Mitgliedern der Anbietergemeinschaft Hofläden im Wittelsbacher Land.


Die Schlössertour
Dickelsmoor – Affing – Inchenhofen – Kühbach
– Unterwittelsbach – Aichach – Taiting – Haberskirch – Stätzling


Wir starten unsere Tour gleich hinter dem Autobahnsee in Dickelsmoor. Hier verkauft die Familie Endhart während des ganzen Jahres fangfrische Ware aus der eigenen Fischzucht. Vorbei an den Forellenteichen radeln wir immer geradeaus, bis wir in der Ortschaft Bergen eine ordentliche Steigung überwinden müssen. Ein Radweg parallel zur Landstraße führt uns danach in Richtung Affing. Hier gibt es beim Limmer am Schloss in der Saison immer frischen Spargel. Uns führt der Weg nun vorbei zwischen Gutshof und Schloss und wir gelangen über Haunswies und Igenhausen nach Hollenbach. Landschaftlich gesehen ist diese längste Teiletappe vielleicht auch die schönste der ganzen Tour. Darüber hinaus bieten rund um Hollenbach und das nahe Inchenhofen acht Hofläden der Anbietergemeinschaft Wittelsbacher Land ihre regionalen Produkte an. Die Auswahl deckt sämtliche Basisangebote ab und hält außerdem frisches Geflügel, verschiedene Kürbiskernprodukte und natürlich Spargel im Angebot.

Von hier ist es nicht mehr weit und wir erreichen Kühbach. Gleich beim Schloss in der Ortsmitte laden einige Biergärten zu gemütlicher Rast. Das Brauhaus der Freiherrn von Beck-Peccoz bietet mehrmals im Jahr die Möglichkeit zu interessanten Führungen durch die weiträumige Anlage. Wir radeln weiter und gelangen nach wenigen Kilometern nach Oberwittelsbach. Bei der Burgkirche stand einst die Stammburg der Wittelsbacher, dem bayerischen Königshaus und den Namenspatronen unseres Kulturwegs.

Im Walgasthof Burghof, gleich in der Nachbarschaft, kann man recht ordentlich speisen, bevor man sich auf dem Weg zum »Sisi-Schloss« in Unterwittelsbach macht. In diesem Jahr laden dort die Stadt Aichach und die Regio Augsburg ab dem 17. Mai zur großen Sonderausstellung »Kaiser, König, Edelmann … – Kaiserin Sisi – ein Leben zwischen Thron und Straße«.

Im schönen historischen Stadtkern von Aichach lässt sich problemlos eine Stunde verbummeln. Im Stadtmuseum ist noch bis zum 3. Mai die erfolgreiche Ausstellung »Faszination Blech – Die Welt des mechanischen Spielzeugs« zu sehen. Am Stadtplatz, beim Spezialitätenwirt Stemmer, könnte man jetzt noch einmal richtig schön einkehren, bevor man samt Radl den stündlich verkehrenden Zug nach Augsburg besteigt.

Wer will und noch kann, darf natürlich auch mit Muskelkraft den Heimweg antreten. Sehr schön, aber auch etwas hügelig ist die Strecke über Zahling, Derching und Haberskirch. Hier würde jedoch ein Besuch des Landgasthofs Lindermayr einen gelungenen Schlusspunkt unter die Streckenerweiterung setzen. Alternativ dazu empfiehlt sich auch ein Besuch beim neusten Spezialitätenwirt im Wittelsbacher Land, dem Gasthof zum Schloss in Stätzling. Vom Autobahnsee bis nach Aichach hat die Tour rund 35 km. Per Fahrrad zurück sind es gut weitere 20 km.

Hofläden entlang der Tour:
Dickelsmoor: Forellenzucht-Fischräucherei Endhart
Affing: Spargel Limmer, Pfeifferhof
Frechholzhausen: Hofladen Drößler
Hollenbach: Geflügelhof Weiß, Hofladen Sofie Ziegler
Inchenhofen: Lohner Kürbiskernprodukte, Spargelhof Lohner, Arnhofer Hofladen und Stadl, Dammerbaur, Riemensperger, Waglerhof
Kühbach: Spargelhof Reichhold, Rinauerhof
Wulfertshausen: Hofläden von Familie Losinger und Familie Metzger Entdecken Sie mit unseren Kulturwegen das Wittelsbacher Land als »Ferienziel in der Nachbarschaft«. Anhand von vier Radwegen führen wir unsere Leser durch dieses attraktive Naherholungsgebiet zwischen Augsburg und Oberbayern. Wir haben diese Wege für Sie nach kulinarischen, kulturellen und landschaftlichen Aspekten zusammengestellt. Neben den kulturgeschichtlichen Sehenswürdigkeiten führen die Wege zu den Spezialitätenwirten der Region und den Mitgliedern der Anbietergemeinschaft Hofläden im Wittelsbacher Land.


Weitere Infos:
www.myspace.com/pfersee

Die Spezialitätenwirtetour
Friedberg – Rohrbach – Eurasburg – Adelzhausen
– Sielenbach – Blumenthal – Taiting


Vom Friedberger Schloss aus hat man einen fantastischen Blick über das im Lechtal liegende Augsburg. Diese ehemalige Residenz der Wittelsbacher beherbergt auch das Museum der Stadt Friedberg, in dem ab 8. Mai die Ausstellung »Jesuiten – Die Welt ist unser Haus« zu sehen ist. Ein Besuch lohnt sich also und könnte mit einem Streifzug durch die liebevoll renovierte Altstadt abgerundet werden. Eine gute Adresse für eine erste kulinarische Pause ist der moderne Brauereigasthof und Spezialitätenwirt im Wittelsbacher Land Sankt Afra, im gleichnamigen Ortsteil von Friedberg gelegen, oder das Gasthaus Goldener Stern im idyllischen Rohrbach, das wir von Friedberg aus nach einer guten halben Stunde Pedaletreten erreichen. Der Goldene Stern gilt vor allem wegen seiner Gerichte rund um das Thema Ox als Geheimtipp in der Region, denn der Ox ist hier ein hohes Tier. Vor einigen Jahren wurde damit begonnen, Teile des historischen Oxenwegs, auf dem zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert Abertausende Rinder von Ungarn bis nach Augsburg getrieben wurden, zu einem Erlebnisweg quer durch die Region auszubauen. Am 23. und 24. Mai wird der Ox auf dem Goldsteinhof in Friedberg mit einem umfangreichen Festprogramm mit Oxenrennen, Blasmusik und Ox am Spieß ganz groß gefeiert. Über Eurasburg gelangen wir auf unserer Tour entlang dem alten und wunderbar satten Kulturland nach Adelzhausen und weiter über Tödtenried nach Sielenbach, wo uns kurz vor Ortsbeginn mit
Maria Birnbaum die erste Barockkirche Bayerns begrüßt und zum Verweilen lädt. Über das ehemalige Fuggergut Blumenthal mit seinem beliebten Biergarten kommen wir auf einem gut ausgebauten, aber teils steilen Waldweg nach Gallenbach. Dort queren wir die B 300 und rollen auf unseren Rädern bequem bergab, vorbei an Obstwiesen,
immer dem Tavernwirt in Sulzbach entgegen, unserem letzten Etappenziel auf der Spezialitätenwirte- Radltour. Nach einer angemessenen Zeit beim Tavernwirt müssen wir nur noch rechtzeitig entscheiden, ob wir ab Sulzbach mit dem Zug fahren oder vielleicht doch über Taiting und Dasing zurück nach Friedberg radeln wollen. Von Friedberg bis nach Sulzbach ist die Radtour etwa 35 km lang, zurück nach Friedberg sind es noch einmal 15 km.



Hofläden entlang der Tour:
Friedberg: Körner’s Hofladen mit Schweinezucht, Goldsteinhof (Oxenfest)
Ottmaring: Biolandhof Niedermaier
Rinnental: Lärchenhof
Eurasburg: Friedlhof
Adelzhausen: Haunsrieder
Sielenbach: Morabacherhof, Bio-Hofladen Bichler und Biolandhof Kreppold, Hofladen Joachim Drexl mit Metzgerei
Taiting: Hofladen Kroisi, u.a. mit Fleisch vom Charolais-Weiderind aus eigener Zucht
Dasing: Wagnerhof


Die Alpentour
Kissing – Mergenthau – Ried – Baindlkirch – Mering – Steinach
– Steindorf – Schmiechen – am Lech zurück


Der neuere Teil von Kissing liegt an der Hauptstraße und kann in puncto Ortsbild sicher nicht mit dem alten Teil der Ortschaft konkurrieren, dafür aber mit dem renommierten Spezialitätenwirt Kühner’s Landhaus aufwarten. Ein Besuch dort lohnt sich, ebenso bei Markus Müllers Hofladen Am Anger oder bei Johann Schmelcher mit seinen Saftspezialitäten in Ottomühl. Wer es uriger wünscht, dem sei der Biergarten des Bäckerwirts in Alt-Kissing ans Herz gelegt. Auf dem Parkplatz sind auch immer einige US-Oldtimer aus der Sammlung der Wirtsfamilie zu bestaunen.

Gleich in der Nachbarschaft steht der Asamhof, seit 1701 in Familienbesitz. Im Hofladen werden zahlreiche eigene und Produkte von Kollegen angeboten. Der erste Teil der Tour ist kurz, geht aber bergauf zum Gut Mergenthau. Hier angelangt sollte man sich die Zeit nehmen, in die »Hiasl-Erlebniswelt« einzutauchen, in der die Geschichte des berühmten Räuberhauptmanns lebendig gemacht wird. Der Hias wurde in Kissing geboren und erwählte die Gegend ebenso zu seinem Aktionsbereich wie der aus dem Dachauer Land stammende Räuber Kneißl, dem hier im letzten Jahr eine Sonderschau gewidmet war.

Nach einem Abstecher in die Hofbrennerei Friedlhof in Ried und in Otti’s Hofladen mit seinen Holunderspezialitäten geht es über sanfte, grüne Hügel nach Baindlkirch. Dort kann beim Spezialitätenwirt im Gasthof Giggenbach gut eingekehrt werden. Über Tegernbach mit dem gepflegten 18-Loch-Golfplatz geht es jetzt, immer mit Blick auf die Alpenkette, nach Mering.
Herrliches Gemüse findet sich hier beim Direktvermarkter Krebold. Als Adresse zur Einkehr sei der Andechser, ein ordentlicher Spezialitätenwirt, empfohlen. Über Merching fahren wir nach Steinach und biegen dort rechts ab nach Steindorf. Auf halbem Weg kann man sich im Sommer auf dem Anwesen von Josef Pschorr in Hausen mit süßen Himbeeren eindecken.

In Steindorf biegen wir wieder rechts ab und radeln, vorbei am schönen Hofladen der Familie Schmelcher, über kleine Feldwege zur Plankmühle in Schmiechen. Auf dem Weg nach Unterbergen passieren wir noch den Schmelcherhof mit seiner großen Auswahl an selbst produzierten Spezialitäten. In Unterbergen schlagen wir den Weg in Richtung Norden ein und radeln am Lech entlang stromabwärts. Ein schöner und ruhiger Platz zum Sonnen und Schwimmen findet sich meist am Weitmannsee. Von dort sind es nach einem ausgiebigen Sonnenbad nur noch wenige Kilometer zurück nach Augsburg. Unsere Alpentour hat eine Gesamtlänge von gut 40 km. Entdecken Sie mit unseren Kulturwegen das Wittelsbacher Land als »Ferienziel in der Nachbarschaft«. Anhand von vier Radwegen führen wir unsere Leser durch dieses attraktive Naherholungsgebiet zwischen Augsburg und Oberbayern. Wir haben diese Wege für Sie nach kulinarischen, kulturellen und landschaftlichen Aspekten zusammengestellt. Neben den kulturgeschichtlichen Sehenswürdigkeiten führen die Wege zu den Spezialitätenwirten der Region und den Mitgliedern der Anbietergemeinschaft Hofläden im Wittelsbacher Land.


Die Holztour
Mühlhausen - Scherneck – Rehling – Aindling – Gundelsdorf – Pöttmes
– Baar – Thierhaupten – am Lech zurück


Von Mühlhausen aus erreichen wir Rehling über einen schönen Radweg, der zum Teil durch ein Wäldchen führt. Auf halbem Weg bietet sich uns die Gelegenheit, Schloss Scherneck (Bild 1 - 2) mit seinem schönen Biergarten zu besuchen. Der Anstieg ist zwar steil, aber der Abstecher lohnt sich.

Rehling ist mit seinen Hofläden besonders interessant für Obstliebhaber, die sich auf dem Apfelhof Stöckel gut mit Früchten eindecken können. Wurst und Fleisch bietet Familie Pfaffenzeller an und der Rest findet sich in Wegmacher’s Hofladen. Von hier aus kommen wir auch rasch auf den Weg, der uns über Almering nach Aindling bringt.

Die schönste Strecke nach Gundelsdorf, unserem nächsten Etappenziel, führt über die Dörfer Hohenried und Schönleiten. In Gundelsdorf betreibt der Bauer Hans Gaid einen Hofladen samt Metzgerei. Wir setzen nun unseren Weg in Richtung Pöttmes über Handzell fort. Dort, am nördlichsten Punkt unserer Tour angelangt, haben wir uns beim Ochsenwirt, dem Spezialitätenwirt, eine längere
Auszeit verdient. In Au, einer kleinen Nachbargemeinde von Pöttmes, hat übrigens der Pilzzuchtbetrieb Schmaus seinen Sitz.

Wir machen uns nun weiter auf den Weg in Richtung Baar, das längste Teilstück unserer Tour. Am Ziel angekommen besuchen wir auf einen erfrischenden Schluck die Schlossbrauerei Unterbaar, die man nach Voranmeldung auch gerne besichtigen kann. Von Baar aus sind es nur noch 6 km nach Thierhaupten. Der Weg ist sehr angenehm und führt zum guten Teil am Wald vorbei.

In Thierhaupten sollte man sich Zeit nehmen, das Kloster (Bild 3-5) samt Kirche und die angrenzenden Ländereien mit Holzmühlen und Teichen zu besichtigen. Nach gut 40 km Radtour kann man im Klosterhof bei einer Erfrischung entscheiden, ob man den Weg nach Meitingen (ca. 6 km) einschlägt und von dort aus mit dem stündlich verkehrenden Zug nach Hause fährt oder rund 20 km den Lech entlang stromaufwärts radeln möchte, bis man auf der Höhe von Gersthofen und Hammerschmiede den Radweg wieder verlassen kann.


Tipp: Die Kulturwege wurden in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Aichach-Friedberg und der Regio Augsburg Tourismus GmbH erstellt.
Unter www.regio-augsburg.de und www.wittelsbacherland.de finden Sie ausführliche Informationen und aktuelle Hinweise zur Region. Die Besitzer der LEW easy living card kommen bei den Spezialitätenwirten im Wittelsbacher Land in den Genuss zahlreicher Sonderaktionen. www.easy-living.de


a-guide Kulturweg
Hier lebte Brecht
Begleiten Sie uns auf des Dichters Spuren
zu einem nicht allzu strapaziösen Spaziergang
6.Februar/kaj »Facettenreich wie Brecht selbst, so präsentiert sich auch das Festival zu seinem 111. Geburtstag.« Das verspricht dem Literaturfan zumindest das Veranstaltungsprogramm der Stadt im ersten Jahr nach dem abc*-Festival. Wer zwischen Brechtgala, Symposium und Slam Lust auf einen hübschen Spaziergang durch unsere Stadt verspürt, dem sei dieser a-guide Kulturweg zu Ehren des Dichters ans Herz gelegt.

Bert Brecht war ein waschechter Augsburger, und das nicht nur, weil er hier am 10. Februar 1898 zur Welt kam. Er trug seine schöne Vaterstadt wohl für immer im Herzen, mit Sicherheit aber für ewig auf der Zunge. Zweifler werden vom historischen Tondokument von Brechts Aussage vor Joseph McCarthys Ausschuss für unamerikanische Aktivitäten eines Besseren belehrt. Reinster Augsburger Zungenschlag, aufgenommen 1947 vom FBI in den USA. Brecht fällte im Nachhinein jedoch trotzdem ein ironisch-mildes Urteil über sein zeitweiliges Gastland: »Die USA waren nicht so schlimm wie die Nazis, die hätten mich nie rauchen lassen.« Heute wäre auch das anders.

Wir beginnen den a-guide-Kulturweg zu Ehren Bertolt Brechts mit einem Besuch im Theater Augsburg. Dort war er ein häufiger und nicht leicht zu befriedigender Gast, der seine Eindrücke auch als Theaterkritiker für die Zeitung »Volkswillen« niederschrieb und sich damit wohl auch erste bescheidene Einkünfte als Autor sicherte. An diesem Ort der Kultur richtet ihm die Stadtverwaltung zu seinem 111. Geburtstag nun eine schwergewichtige Gala aus. Was der junge Brecht wohl dazu gesagt hätte? Nutzen Sie die Anwesenheitvor Ort auf alle Fälle zum Erwerb von Theaterkarten, es loht sich. Zurzeit stehen sogar gleich zwei Produktionen mit Brechtbezug auf dem Programm: Das Stück »Trommeln in der Nacht« über den Kriegsheimkehrer Kragler und dessen Gewissensnöte, seinen ersten großen Bühnenerfolg, schrieb der Dichter, noch bevor er den Zug nach Berlin bestieg. Wer es launiger wünscht, dem sei »Der Silbersee« von Kurt Weill und Georg Kaiser ans Herz gelegt, eines der geglückten Beispiele für eine gelungene Synthese von Sprech- und Musiktheater.

Nun spazieren wir durch die Theaterstraße vorbei am Weissen Lamm, wo Sie tagsüber ruhig bei einer guten Tasse Kaffee sitzen können und nachts sehr gute Musik zu hören ist. Über den Hafnerberg gelangen wir zur sehr gut sortierten Buchhandlung am Obstmarkt mit ihrem einmaligen Brechtshop. Fragen Sie beim Studium des Angebots nach aktuellen Literaturveranstaltungen. Kurt Idrizovic, der Inhaber des Ladens, ist auch einer der umtriebigsten Literaturveranstalter im weiten Umkreis. »Facettenreich wie Brecht selbst, so präsentiert sich auch das Festival zu seinem 111. Geburtstag.« Das verspricht dem Literaturfan zumindest das Veranstaltungsprogramm der Stadt im ersten Jahr nach dem abc*-Festival. Wer zwischen Brechtgala, Symposium und Slam Lust auf einen hübschen Spaziergang durch unsere Stadt verspürt, dem sei dieser a-guide Kulturweg zu Ehren des Dichters ans Herz gelegt.

Über den Mauerberg verlassen wir die Oberstadt und gelangen, vorbei am für sein Programm mehrfach ausgezeichneten Kino Liliom nebst sehr schöner Wirtsterrasse und dem Sieben-Kindel-Haus, in dem Brecht einen Teil seiner Kindheit verbrachte, in den Stadtteil Bleich. Dieses alte Arbeiterviertel war der erweiterte Spielplatz von Eugen Berthold Friedrich Brecht. Sein Vater war kaufmännischer Direktor in der nahen Papierfabrik Haindl und hatte somit Anspruch auf eine Dienstwohnung.

In Sichtweite der Kahnfahrt lebte die Familie Brecht ab 1900 in der Bleichstraße 2. In diesem Haus schrieb der junge Dichter die wichtigen Werke »Baal« und die schon erwähnten »Trommeln in der Nacht«. Mitte der 1960er-Jahre konnte sich die Stadt Augsburg dazu durchringen, in unmittelbarer Nachbarschaft ihrem großen Sohn, dem Kommunisten Brecht, eine Straße zu widmen. Wir folgen dieser schönsten Allee der Innenstadt entlang der Kahnfahrt, auf der auch der Schüler Brecht mit seiner nicht nur platonisch geliebten Freundin Bi gerne in einem Holzboot unter Kastanienbäumen ruderte. 1919 erblickte der gemeinsame, nach Brechts Idol Wedekind benannte Sohn Frank Banholzer unehelich das Licht der Welt.

Wir folgen dem Kanal über den Oblatterwall und dann der Unteren Jakobermauer bis zum historischen Fünffingerlesturm. Den plante Brecht schon in jungen Jahren irgendwann als Dichterstube zu beziehen. Heute ist der Turm Gegenstand einer lokalpolitischen Posse rund um den umstrittenen Anbau einer Außentreppe.

Von hier aus geht es über den Gänsbühl und vorbei am alten Hauptkrankenhaus zurück in die schmalen Gassen der Altstadt. Auf dem Rain 7 wurde in Brechts Geburtshaus eine auch für Augsburger sehenswerte Gedenkstätte mit Ausstellungsstücken zu Kindheit und Jugend sowie zum späteren Lebenslauf und den Werken des großen Dichters eingerichtet. Hier beschließen wir den a-guide-Kulturweg »Der junge Brecht«. Tipp: Die Regio Augsburg Tourismus GmbH bietet neben zahlreichen anderen Themenführungen in Augsburg u.a. die Gruppenführung »Bert Brecht mit seinem Lampion« an.



Anfragen und Buchungen unter:
www.augsburg-tourismus.de


a-guide Kulturweg
Ammersee und Pfaffenwinkel
Von Augsburg über den Ammersee in den Pfaffenwinkel
10.Januar/kaj Die Bayerische Regiobahn startet ab dem 14. Dezember ihre neu ins Programm genommenen Routen Ammerseebahn und Pfaffenwinkelbahn. Wir haben die Strecken im Rahmen der a-guide-Kulturwege schon einmal in Augenschein genommen und für unsere Leser einen romantisch-beschaulichen Tagesausflug ohne Auto ins benachbarte Oberbayern zusammengestellt.

Sie besteigen den Zug morgens kurz vor 9 Uhr. Wenige Minuten später verlässt er den Augsburger Hauptbahnhof und Sie fahren, zufrieden über einen dampfenden Becher Kaffee gebeugt, über Kissing und Mering etwa eine Stunde immer in Richtung Süden. Das Land hier im Lechtal ist eben, doch in Fahrtrichtung grüßen schon die Gipfel der bayerischen Alpen. Im besten Falle starten Sie Ihren Ausflug an einem kalten, klaren Wintermorgen mit dickem Raureifüberzug an den Bäumen entlang der Ammerseebahn. Nach knapp einer Stunde erreichen Sie mit dem Bahnhof St. Ottilien Ihr erstes Etappenziel. Vom Bahnhof – er wurde 1938 im sogenannten Heimatstil errichtet und trägt laut Auskunft der Klosterhomepage den inoffiziellen Titel »schönster Bahnhof Bayerns« – sind es nur wenige Gehminuten zur Abteikirche des Benediktinerklosterdorfs St. Ottilien. Obwohl der Orden erst seit 1887 hier heimisch ist, wirkt das gesamte Dorf wie in Jahrhunderten gewachsen. In der relativ »jungen« Abtei sind vor allem die wertvollen Marienstatuen aus dem 13. und 14. Jahrhundert von größerer kunsthistorischer Bedeutung. Informieren Sie sich vor Reiseantritt unbedingt über die Gottesdienstzeiten und Termine für Konzerte. Mit etwas Glück bietet sich Ihnen vielleicht die Gelegenheit, als frühen Höhepunkt Ihres Ausflugs die wunderbaren Klänge der zwei Orgeln in der Klosterkirche zu genießen.

In einem Jugendstilbau ist seit 1911 das Missionsmuseum des Ordens untergebracht. Die interessante und auch für Kinder unterhaltsame Sammlung ist zwar politisch nicht immer vollkommen korrekt, bereitet dem Besucher aber große Freude und zeugt von der Sammelleidenschaft der von St. Ottilien aus in alle Welt entsandten Missionare. Nach dem Kulturgenuss ist es Zeit für eine bayerische Brotzeit. Der Emminger Hof bietet alles, was man dazu von einer ordentlich geführten Klosterwirtschaft erwartet.

Nach der Stärkung geht Ihr Ausflug weiter, immer in Richtung Süden, immer in Richtung Berge. Die nächste Etappe führt zuerst vorbei an Utting, Riederau und Dießen entlang dem Westufer des Ammersees. Wenn bei Weilheim aus der Ammerseebahn die Pfaffenwinkelbahn wird, sind Sie schon fast an Ihrem Mittagsziel, am Bahnhof von Hohenpeißenberg. Von hier aus führt ein gut halbstündiger Spaziergang auf den 1.000 Meter hohen Gipfel. Der Weg dorthin ist sehr gut ausgebaut und bereitet auch im Winter keine allzu großen Schwierigkeiten, vorausgesetzt, die Kleidung des Wanderers ist der Witterung angemessen. Das großartige Alpenpanorama auf dem Hohenpeißenberg begeistert bei guter Sicht zu allen Jahreszeiten, ebenso die im frühen 17. Jahrhundert erbaute Wallfahrtskirche mit ihren hervorragenden Schnitzarbeiten in verschiedenen Holzarten, einer Besonderheit sakraler Kunst in Bayern. Vor dem Abstieg und der Weiterfahrt lädt am Gipfel noch der Gasthof Bayerischer Rigi zur Einkehr mit Kaffee und Kuchen auf der Panoramaterrasse ein.

Nach nur zwei Zwischenstopps erreichen Sie das dritte und letzte Etappenziel unseres Kulturwegs: Sie sind in Schongau. Mit Einsetzen der Dunkelheit beginnt Ihr romantischer Rundgang durch die mittelalterlichen Straßen, gesäumt von vielen historischen Gebäuden. Hier finden sich auch einige empfehlenswerte Wirtschaften, wie das Schongauer Brauhaus, das seine Gäste mit feinem Bier, gutem Essen und zeitgemäßer Architektur zu begeistern vermag. Der letzte Zug in Richtung Augsburg verlässt Schongau kurz nach 22 Uhr. Nach einer Fahrzeit von etwa zwei Stunden erreichen Sie entspannt und sicher den heimischen Hauptbahnhof.



Weitere Infos:
www.bayerischeregiobahn.de
www.schongau.de
www.hohenpeissenberg.de
www.erzabtei.de


a-guide Kulturweg
Gutes Design
Wer wissen will, ob es gutes Design in Augsburg gibt, sollte wissen,
wo er suchen muss. 15 Tipps von Jürgen Kannler.

23.September/kaj Wir beginnen unseren a-guide-Kulturweg Nummer vier am besten an einem nicht enden wollenden, nasskalten Samstagnachmittag im Herbst. Statt eines Fahrrads und bequemer Schuhe empfehlen wir für diesen virtuellen Spaziergang lediglich einen einfachen Computer mit Internetzugang, eine Kanne Kaffee und zwei bis drei Stunden Zeit. Unsere Startpunkte sind, wie so oft, die trickreiche Tante Google und ihre käufliche Kusine Yahoo. Wer in diese Suchmaschinen »Gutes Design in Augsburg« eingibt, landet natürlich zuallererst auf www.a-guide.de, dem aktuellen Wochenformat unseres Kulturmagazins im Netz.

Von hier ist es nur ein kurzer Weg und wir gelangen direkt zu www.anitamiller.de. In dieser schicken Onlineboutique finden sich Kleider, Röcke und Accessoires der Modedesignerin Anita Miller. Wir zählen rund 40 lebendige, bunte Entwürfe zwischen13 und 130 Euro, die direkt bestellt werden können. Besonders angenehm an einem Onlinebummel sind hier die unkomplizierte Art, mit der durch die Seite geführt wird, und die einfachen Erklärungen, wie gemessen werden muss, wenn das Kleid später passen soll. Ihr Atelier hat Anita Miller in der Pfladergasse.

Zwei Klicks weiter und wir stehen quasi im Verkaufsraum von www.bauerundbauer.com am Moritzplatz. Die Schwestern Karin und Margot Bauer präsentieren hier ihre hübsche Auswahl an originellen Schmuckstücken von bekannten Designern wie Georg Spreng oder Monika Seitter. Wie wollen jetzt aber lieber wissen, was die Stunde schlägt, und riskieren deshalb noch einen Blick auf das große Angebot von Nomos. Unter dieser Marke werden im sächsischen Ort Glashütte vielfach mit Designpreisen ausgezeichnete Uhren gefertigt, die man sich gerade noch leisten mag und die durch ihre schlichte Eleganz im besten Sinne des Wortes einfach gefallen.

Der nächste Klick bringt uns in die Maximilianstraße zum www.dvtzentrum.de.
Die Räume des DVT-Zentrums Schwaben sehen nicht nur gut aus, dort werden auch faszinierende Dinge gemacht. In der Regel überweisen Ärzte ihre Patienten hierher, wenn sie exakte 3-D-Schädelbilder für die Weiterbehandlung benötigen. Zahnärzten hilft diese neue Technik zum Beispiel bei der genauen Planung von Implantaten, womit wir wieder beim Thema Design wären. Darüber hinaus sind die plastisch anmutenden Aufnahmen des eigenen Kopfs für den Laien sehr beeindruckend und sehen auf dem Monitor mindestens so gut aus wie ein original Damien Hirst.

Anschließend besuchen wir www.kw9.de, eine Grafikagentur. Einem größeren Publikum bekannt wurden die noch relativ jungen Werber aus der Neidhartstraße durch ihre so einfache wie charmante Idee, den Augsburgern zum Mozartfest eine Maske mit dem Konterfei des Meisters mit auf den Weg zu geben. Das war preiswürdig, ebenso wie ihre für die Lange Nacht des Wassers entwickelte Typografie. Sowohl die Mozart- als auch die Wasserkampagne, beides übrigens Aufträge des Kulturbüros der Stadt Augsburg, sind für den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2009 nominiert.

Jetzt wird es vornehm, wir betreten www.harpers-fields-augsburg.de. Seit 1874 werden unter diesem Label Herren- und Damenausstattungen in Maßanfertigung angeboten. Die Niederlassung in der Maximilianstraße ist noch nicht ganz so alt, wirkt allerdings trotzdem sehr gediegen. Ihr Onlineauftritt informiert über die Angebotspalette vom Smoking bis zum Binder, erteilt eine kurz Lektion in Materialkunde und baut so step by step die mögliche Schwellenangst der Besucher ab.

Unter www.optik-koenig.de wird auf der Startseite großformatig auf das erste Kulturfestival für elektronische Musik in Augsburg, »linked4music«, hingewiesen. Erstaunlich! Einen Moment später erfahren wir, dass demnächst Ralph Anderl, der Macher hinter dem Label ic! Berlin, im Geschäft in der Fuggerstraße ein speziell für Optik König entworfenes Modell vorstellen wird. Ist ic!berlin nicht die Sonnenbrillenmarke, die Madonna liebt, fällt uns da ein.

Wollen Sie wissen, wie viel Sie in einen nach Ihren Wünschen angefertigten Tisch investieren müssen? Auf www.schiemann-objekte.de finden Sie die Antwort. Ein Modell aus massiver Buche im Format 100 x 200 x 80 mit Schublade und zusätzlichem Weinregal kostet beispielsweise 1.682 Euro ohne Mehrwertsteuer. Und die Seite hat noch mehr zu bieten. Roger Schiemann spricht von persönlichen Möbelklassikern und die im Online-Showroom präsentierten Objekte geben ihm recht.

Eine schöne Überraschung entdecken wir auf www.pfiffner-metall.de. Liebhaber funktionalen, auf den Punkt gebrachten Designs werden hier auf alle Fälle ihre Freude haben, auch wenn sie nicht vorzugsweise an Edelstahlbeschlägen, Griffsystemen und Möbelrollen Interesse zeigen. Unbedingt sehenswert sind auch die verschiedenen Beispielarbeiten von Metallkonstruktionen in der Architektur.

Im Bereich Innenarchitektur ist www.3meta.de, unser nächster Klick, eine gute Adresse. Die rund zwei Dutzend Vorzeigeprojekte, die Metamann Armin Fischer dem User hier anbietet, führen von Augsburg über Hamburg und Kopenhagen nach Mumbai und via Zürich, Wien und Gersthofen wieder zurück. Das ist beachtlich und findet entsprechend Aufmerksamkeit: Im Pressespiegel sind Beiträge zu den verschiedenen Metaobjekten vom Süddeutschen Magazin bis zur Wallpaper abgelegt.

Mit großen Namen hat man es auch auf www.kaufrausch-augsburg.de zu tun. Neue Arbeiten von Meistern wie Jean Paul Gaultier, Karl Lagerfeld, Neil Barrett und anderen Designern sind in netten, kleinen Diashows zu sehen. Daneben werden schicke Pflegeprodukte wie etwa die Bio-Linie von Savon de Marseille in der Duftnote Eisenkraut vorgestellt. Der elegante Laden in der Barfüßerstraße legt uns bei seinem Onlineauftritt auch eine kleines, aber feines Sortiment von exklusiven Bildbänden ans Herz.

Fast unüberschaubar ist die Auswahl auf www.boconcept.de. Allein die Produktübersicht umfasst 25 Rubriken. So können Sie beispielsweise aus 15 Sesseln Ihre Favoriten erwählen oder sich selber aus unzähligen Varianten Ihr persönliches Lieblingssitzmöbel zusammenbauen. Eine Einladung zum Probewohnen sprechen auch die auf dieser Seite gratis zum Download angebotenen Programme zum virtuellen Einrichten Ihrer Räume aus. Die für BoConcept tätigen Designer wollen, dass sich Werte wie Schlichtheit, Funktionalität und Urbanität in den Entwürfen spiegeln. Stimmt, dieser Anspruch ist den Möbeln und Accessoires auf der Seite anzusehen. Und wer genug auf ihr gesurft ist, aber immer noch mehr wissen will, der bucht einfach online einen Termin mit einem Einrichtungsprofi von BoConcept an der Friedbergerstraße.

Auf www.wertsachen.de finden wir Katja Aurachers Schmuckstücke. Die angebotenen Unikate, Einzelanfertigungen und Kleinserien der Designerin haben etwas sehr Bodenständiges und wirken trotzdem immer ein wenig wie das perfekte Accessoire zu einem Märchenfilm. Das Atelier der mit dem Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichneten Schmuckkünstlerin finden Sie übrigens in einem der schönen Höfe in der Maximilianstraße.

Unser nächster Klick führt uns auf die Seite www.michael-hinterleitner.de. Die originellen Silberarbeiten zeigen einen Weg zwischen angewandter Handwerkstradition und ihren zeitgemäßen Einsatzmöglichkeiten. Verdeutlicht wird das auch anhand einer kurzen Flash-Animation über die schnelle Mobilmachung der preisgekrönten PocketCoffeeMachine. Mit dieser autonomen Espressomaschine aus Silber gewann der Künstler unter anderem das Begabtenstipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes und den Nachwuchsförderpreis der Silbertriennale. Hinterleitner ist Meisterschüler an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg.

Der letzte Besuch auf unserem a-guide-Kulturweg »Gutes Design in Augsburg« führt uns zu www.sixt-sense.org. Hier finden wir neben der Animation »1777 – w.a.mozart« weitere Experimentalfilme von Stefanie Sixt. »Küchenphantasien«, ein Gemeinschaftsprojekt mit Daniela Kammerer, wurde mit dem Special Award des International Forum Design ausgezeichnet.


a-guide Kulturweg
Jugendstil
1.August/kaj Augsburg als Stadt des Jugendstils zu bezeichnen wäre wohl mehr als gewagt. Umso wichtiger ist es, sich mit den verbliebenen Zeugen dieser Epoche zu beschäftigen und ihnen den gebührenden Respekt zu zollen. Aus diesem Grund widmen wir den ersten a-guide-Kulturweg dem Jugendstil. Sie beginnen den Radausflug am besten an einigem sonnigen Vormittag mit einem Besuch im vielgeliebten Kurhaus mit seinem weithin bekannten Parktheater und den schönen Parkanlagen. Im Anschluss daran erkunden wir die nahe gelegenen hessingschen Parkanlagen.

Entlang der Straßenbahnschienen führt der Weg an den Fuß des Klausenbergs. Dort liegen, verborgen hinter einer dreiseitigen Hofanlage, die erste, bescheidene Hessing-Kuranstalt, der Park und das märchenhafte Kurhaustheater. Innerhalb der Klinik führt der Weg in die Kapelle der Anlage, die eher schon eine kleine Schlosskirche ist. Dem Außenbau gab der Hausarchitekt Hessings, Jean Keller (1844–1921), ein Kleid aus österreichischem Stiftsbarock. Innen aber ließ Hessing den Bau in schwelgerischreicher Neugotik auskleiden, üppig in schwere Spessarteiche geschnitzt. Eine großzügige Spende des russischen Zarenhauses hatte diesen Reichtum in der Ausstattung ermöglicht.

Um von Göggingen noch Pfersee zu gelangen, gibt es keine schönere Variante, als der Wertach ein Stückchen flussabwärts zu folgen. Nach einer Kaffeepause in der immer empfehlenswerten »Kulperhütte« wechseln Sie das Ufer und gelangen so über die Luitpoldstraße direkt zur Jugendendstilkirche von Herz Jesu.

Der Ortspfarrer gründete einen Kirchenbauverein, veranstaltete eine Lotterie und erreichte sogar staatliche Zuschüsse für einen der größten Kirchenneubauten Augsburgs. Dem Architekten Michael Kurz gelang mit einem Trupp guter Kunsthandwerker und Künstler eine der interessantesten Jugendstilkirchen in Bayern. Überraschend wirkt die streng geometrische Ornamentik der Decke und der hölzernen Einbauten, die so gar nichts mit dem floralen Münchner Jugendstil der Zeit zu tun hat und vielmehr auf den geometrischen Sezessionsstil Wiens verweist.

Über die Augsburger Straße geht es nun wieder stadteinwärts. Nach der Luitpoldbrücke biegen Sie rechts ab, bis Sie die Thelottstraße erreichen. Über diese gelangen Sie in die gleichnamige Gartenstadt, eines der schönsten und gefragtesten Wohnviertel der Stadt.

Das Architekturmuseum Schwaben wurde 1995 im ehemaligen Wohnhaus des Architekten Sebastian Buchegger (1870–1929) eingerichtet. Allein wegen des Bauwerks mit seinem holzvertäfelten Geschäftszimmer, in dem Buchegger Kaufinteressenten für die Häuser im Thelottviertel empfing, und des weitläufigen Gartens lohnt ein Besuch.

Schräg gegenüber dem Museum finden Sie in der »Lenzhalde« alles, was zu einer zünftigen Brotzeit gehört. Der Biergarten unter den alten Kastanien ist wohl einer der schönsten seiner Art in der ganzen Stadt. Von hier aus gelangen Sie radelnd in rund zehn Minuten via Gögginger Brücke und Königsplatz zur Synagoge in der Halderstraße.

Alles ist bei diesem Bau auf die eindrückliche Wirkung des Inneren ausgerichtet, die Kuppel bleibt trotz ihrer realen Höhe im Stadtbild unwirksam. Der Überraschungseffekt beim Betreten des Innenraums ist auch heute noch unübertroffen. Die außergewöhnliche Atmosphäre wird bestimmt durch den klassisch proportionierten, würdevoll ruhenden Kuppelraum, dann aber vor allem durch die verschwenderisch reiche und geschmackssichere Jugendstilausstattung. Hier muss man dem zweiten Architekten Fritz Landauer als maßgeblichem Baukünstler die Ehre zuweisen.

Vorbei am Jugendstil-Fotoatelier in einem Hinterhaus der Konrad-Adenauer-Allee gelangen Sie über die Weite Gasse und den Milchberg zu den Wallanlagen am Roten Tor. Hier finden Sie Ruhe mitten in der Stadt und mit Sicherheit auch Ihr persönliches Lieblingsplätzchen für ein Picknick, zum Beispiel den historischen stadtbadKräutergarten hinter dem Rabenbad.

Von hier aus folgen Sie einfach immer dem Verlauf des Lechkanals und gelangen so nach einer Tour quer durch die Altstadt direkt zum Alten Stadtbad, der letzten Etappe unseres a-guide-Jugendstil-Kulturwegs. Mithilfe einer großzügigen Spende der Familie Forster konnte der Stadtrat 1896 zum Baubeschluss für ein allgemeines Stadtbad bewegt werden. Grundidee war die Errichtung eines Volksbads, in dem sich die Arbeiterschaft erholen konnte. 1902 begann die Realisierung des Gebäudes. In den durchgehenden Galerien der Langwände oberhalb des Bassins befinden sich die Umkleidekabinen, teilweise noch in originaler Jugendstilausstattung. Besonders gut erhalten sind im Mitteltrakt die finnische Sauna mit Grottennische und Schwanenfries, der Knetraum mit einem Fisch-Seerosen-Fries sowie die benachbarten Heiß- und Warmluftbäder.


a-guide Kulturweg
Industriekultur
14.August/kaj Wir beginnen diese Radtour zu den Zeugnissen Augsburger Industriekultur im traditionsreichen Arbeiterviertel Oberhausen. Dieser a-guide-Kulturweg wird Sie etwa einen halben Tag fesseln. Er spiegelt den Umgang mit den industriellen Denkmälern und die Probleme, aber auch die Chancen, die für unsere Stadt in diesem reichen Erbe stecken, wider.

Das Gaswerk Oberhausen mit seinem mächtigen, weithin sichtbaren Kesseltürmen ist seit vielen Jahren nicht mehr in Betrieb. Die Stadtwerke versuchen für das Gelände eine neue Verwendung zu finden. Jüngste Pläne favorisieren ein Mischkonzept aus Kultureinrichtungen und gewerblicher Nutzung.

Nachdem die Stadt Augsburg 1907 die Leuchtgasproduktion aus privater Hand übernommen hatte, zeigte sich bald, dass mit den beiden bestehenden Gaswerken in der Innenstadt auf Dauer keine ausreichende Versorgung gewährleistet war. Aufgrund fehlender Erweiterungsmöglichkeiten der Werke entschied sich der Magistrat, ein neues Gaswerk in dem seit 1911 eingemeindeten Stadtteil Oberhausen zu errichten. In Zusammenarbeit mit dem Münchner Gasfachingenieur Eugen Schilling wurde das neue Gaswerk 1915 fertiggestellt.

Vorbei an der wesselschen Schuhfabrik und den verfallenen Cola-Werken am Bärenwirt radeln Sie nun Richtung MAN. Übrigens: Der Stadtteil Bärenkeller verdankt seinen Namen der Bärenbrauerei, die im heutigen Bärenkeller ihre Bierkeller hatte. Auf dem Gelände des Bärenwirt-Hochhauses stand bis in die 1950er-Jahre das »Gasthaus zum Bären«. Auf ruhigen Straßen, über einen Wertachsteg und quer durch den Riedinger Park gelangen Sie zum MAN-Museum. Hier steht der erste Dieselmotor der Welt, eine Augsburger 2Erfindung.In diesem Jahr wird der 150. Geburtstag seines Konstrukteurs Rudolf Diesel begangen. Es geht weiter endlang den MAN-Hallen und Haindel-Villen und auf der Müllerstraße links in die Bert-Brecht-Straße hinein. Der kastaniengesäumte Weg an der Kahnfahrt wird Ihnen gut gefallen. Hier findet sich bestimmt eine freie Bank, um eine kurze Picknickpause einzulegen – vielleicht unter dem Fünffingerlesturm, der trotz seiner alten Geschichte den Augsburgern gerade wieder die Bühne für ein absurdes Possenspiel um eine angebauteTreppe liefert.

Im Jahr 1901 fand in Augsburg die Hauptversammlung des »Vereins zur Hebung der Fluß- und Kanalschifffahrt« statt. Die Stadt sollte in der Reihe der Industrie- und Handelsstädte mit direktem Anschluss an die internationalen Seewege etabliert werden. Heute sind hier die einzigen Wasserfahrzeuge die Ruderboote der Kahnfahrt.

Sie verlassen den Stadtgraben am Vogeltor und biegen links über die Argonstraße ins Textilviertel ein. Über den Hanreiweg gelangen Sie zum Glaspalast, dem Hotspot für moderne Kunst in Augsburg. Neben dem Museum Walter finden Sie hier unter anderem eine Dependance der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen sowie H2, das Zentrum für Gegenwartskunst in Augsburg.

Als viertes und letztes Werk der Mechanischen Baumwollspinnerei und Weberei Augsburg (SWA) wurde die Fabrik 1909–1910 von dem Augsburger Bauunternehmen »Thormann & Stiefel« nach den Plänen des Stuttgarter Architekten Philipp Jakob Manz (1862–1936) errichtet und markierte den Endpunkt schlossartiger Fabrikbauten in Augsburg. Sie gilt als das besterhaltene Hauptwerk von Manz – er wirkte in Augsburg bei acht Industriegebäuden mit – und als die erste Stahlskelettkonstruktion in der Industriearchitektur innerhalb Deutschlands.

Immer in Sichtweite der ehemaligen Augsburger Kammgarnspinnerei, wo im kommenden Jahr das Textilmuseum TIM eröffnet wird, radeln Sie zur Provinostraße, biegen dort rechts ein und fahren zur Gärtnerstraße. Bevor Sie zur FH Gestaltung in der ehemaligen schüleschen Fabrik weiterstrampeln, haben Sie sich ein Eis verdient. Im Eiscafé »Riviera« an der Ecke zur Prinzstraße wird seit Jahrzehnten die wohl beste italienische Eiscreme der Stadt serviert.

Nur noch wenig ist zu erahnen von der einstigen Pracht der schüleschen Kattunfabrik. Nur der Kopfbau zur Friedberger Straße hin ist noch erhalten. Einst war sie eine dreiflügelige Anlage nach dem Vorbild französischer Schlösser mit einem Prachtgarten im Innenhof. Wäre sie in ihrer Gänze erhalten geblieben, so wäre sie heute eines der bedeutendsten Industriedenkmäler Europas.

Der Kulturradweg zum Thema Industriekultur findet sein würdiges Ende im »Parkhäusl«. Sie biegen an der FH einfach in die Baumgartnerstraße ein und folgen dem Weg so lange, bis Sie bei diesem tollen Biergarten im Siebentischwald ankommen.


a-guide Kulturweg
Friedensfest
14.August/kaj Sie beginnen den etwa vierstündigen Weg mit einem zweiten Frühstück im Hof des Restaurants »anna«, einem bezaubernden Ort mit gelungener architektonischer Symbiose aus Alt und Neu, an dem man auch
abends sehr gut essen kann. Nach dem Cappuccino besuchen Sie die Kirche St. Anna.

Den kunsthistorischen Ruhm des Gotteshauses begründet die Fuggerkapelle, bis heute im Besitz der Familie und eine katholische Enklave im erzevangelischen Gotteshaus. Für zwei Wochen war Martin Luther im Jahr 1518 im Kloster bei St. Anna zu Gast und fast 500 Jahre später wurde der genius loci abermals beschworen, als am historischen Ort die Erklärung zur Rechtfertigungslehre unterzeichnet werden konnte – nach der Confessio Augustana von 1530 und dem 1555 verabschiedeten Augsburger Religionsfrieden die dritte Gebrauchsanweisung für einen interkonfessionellen Umgang.

Über den Martin-Luther-Platz gelangen Sie in die Maximilianstraße. Diese großartige, nach einem Bayernkönig benannte Hauptschlagader der Stadt wurde von ignoranten Politikern zur Kaisermeile deformiert und muss bis heute eine Vielzahl städteplanerischer Experimente über sich ergehen lassen, ohne zur verdienten Ruhe zu kommen. Der Liebe der Augsburger zu ihrer Maxstraße tut das wenig Abbruch. Bummeln Sie an herrlichen Bürgerhäusern und Palästen vorbei, an Schwabens schönster Rennstrecke für tiefer gelegte Mittelklassewagen entlang, bis Sie den Ulrichsplatz erreichen.

Kaum ein Bauwerk hat solchen Symbolwert für das friedliche Zusammenleben zweier Konfessionen wie das Ensemble von evangelisch und katholisch St. Ulrich. Geschwisterlich stehen die beiden Kirchen beisammen: die kleinere, evangelische hinterfangen und gleichsam beschützt von der mächtigen Ulrichsbasilika.

Vorbei an der ehemaligen Afra-Tanzbar am Afrawall setzen Sie den Kulturweg über die Dominikanergasse fort, bis Sie vor dem Atelierhaus Antonspfründe stehen. Hier wirkten und wirken einige der besten Augsburger Künstler, die regelmäßig zu Ausstellungen in der eigenen kleinen Galerie oder Tagen der offenen Tür laden.

Nur der kleine Turm auf dem Giebel und das Kleeblattfenster verraten, dass es sich bei dem unscheinbaren Bauwerk an der Einmündung des tunnelartig-düsteren Butzenbergles um eine Kapelle handelt. Sie gehörte zu einem heute noch bestehenden angebauten Pfründegebäude aus dem 15. Jahrhundert und ist St. Antonius Eremita, dem Patron der Armen, geweiht. Der Sakralbau wird von der russisch-orthodoxen und der rumänisch-orthodoxen Gemeinde genutzt.

Nach so viel geballter sakraler Kunst ist es längst Zeit für ein spätes Mittagessen. Wir empfehlen einen Besuch des im Antoniushof gelegenen, nach der Stadtgöttin benannten Restaurants »Cisa«. Hier findet der Kulturhungrige alles, was eine moderne Speisekarte bieten sollte, und auch das Ambiente stimmt.

Dieses Haus war bereits Jahrhunderte vor den Fuggerhäusern Wohnstatt der jeweils reichsten Familien der Stadt. Fragmente einer römischen Kaiserkopfgalerie nach Stichvorlagen Hans Sebald Behams (1500–1550) von 1533 finden sich noch im Innenhof. Reste aus allen Epochen haben sich im Erdgeschoss und im Innenhof des Hauses erhalten und sind heute wieder sichtbar, nachdem die letzte Renovierung die alten Strukturen des Gebäudes wieder aus den Umbauten in ein Geschäftshaus herausgeschält hat.

Frisch gestärkt setzen Sie den Kulturweg Friedensfest in Richtung Dom fort. Nach wenigen Minuten erreichen Sie den riesigen, jedoch sehr unaufgeräumt und fantasielos eingerichteten Rathausplatz. In der Vorweihnachtszeit findet hier der Christkindlesmarkt statt. Diese Einrichtung wird von Einheimischen und Besuchern gleichermaßen nicht zuletzt wegen der kollektiven Trinkgelage vor dem prächtigen Renaissancerathaus geschätzt.

Bilder der alten Platz- und Marktsituation sowie ein Modell des alten Rathauses sind im Maximilianmuseum zu sehen.

Wenn Sie den Rathausplatz verlassen haben, ist es nur noch ein Spaziergang von wenigen Minuten und Sie stehen vor dem Augsburger Mariendom.

Kurioses: Im Jahr 1383 musste zwischen der Stadt, dem Bischof und dem Domkapitel ein Vergleich geschlossen werden, da der neu gebaute Ostchor als Machtdemonstration weit in die Hauptstraße Augsburgs hineinragte. Den Bürgern wurde deshalb ein Durchgangsrecht durch den Ostchor gewährt, das bis 1821 Bestand hatte.

Sie verlassen den Schatten des Domes, indem Sie dem Inneren Pfaffengässchen bis zur historischen Wallanlage folgen. Hier lässt es sich unter dichten Baumkronen gut am Steinernen Mann und dem Kirchlein von St. Gallus vorbeispazieren, bis Sie zum Am Dahinab gelangen.

Der eigentümliche Name Am Dahinab hängt mit einem Politkrimi zusammen. Nachdem Luther 1518 seine 95 Thesen nicht widerrufen hatte, war seine Sicherheit in Augsburg nicht mehr zu garantieren. Bei Nacht und Nebel, vom 20. auf den 21. Oktober, soll der Reformator vor der drohenden Verhaftung hier durch eine Pforte in der Stadtmauer geflohen sein, die ihm Christoph Langenmantel, der Sohn des Bürgermeisters, hatte öffnen lassen.

Die letzte Etappe des Kulturwegs Friedensfest führt Sie durch das Lueginsland. Mit seinen idyllischen Gärten und herrlichen Aussichtspunkten ist die alte Festungsanlage eine erste Adresse für ein Picknick mitten in der Stadt. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, sich im Biergarten des ehemaligen Sternekochs Albert Oblinger eine frische Mass zu gönnen. Weinkenner kommen in der relativ neuen Enoteca »La Bocca« am Frauentor voll auf ihre Kosten. Hier lässt sich im Übrigen auch wunderbar eine Kleinigkeit zu Abend essen.


zurück zur Startseite
zurück zum Seitenanfang